Ökostrom Meldung

Rund 90 Anbieter lieferten im vorigen Jahr in Deutschland an mehr als 320 000 Haushalte Ökostrom. Das sind 16 Prozent mehr Nutzer als im Jahr 2001.

Wer für Ökostrom tiefer in die Tasche greift, will sicher sein, dass er tatsächlich grünen Strom bekommt.

Welchen Kriterien müssen für Ökostrom erfüllt sein?

Als Ökostrom bezeichnet man Strom aus regenerativen (erneuerbaren) Energiequellen wie Wind- und Wasserkraft, Sonnenenergie oder Biomasse. Die Stiftung Warentest akzeptiert als Ökostrom Strom, den ein Unternehmen zu mindestens 50 Prozent aus erneuerbaren Energien gewinnt und zum anderen Teil aus umweltschonender Kraft-Wärme-Kopplung aus fossilen Energieträgern wie Erdgas. Atomkraft hat im Ökostrom nichts zu suchen. Ökostrom wird zusammen mit herkömmlich produziertem Strom ins Netz gespeist.

Sind die Angaben zur Herkunft des Stroms verlässlich?

Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Optimal ist, wenn der Strommix im Vertrag garantiert ist. Andernfalls helfen bei der Auswahl Zertifikate unabhängiger Gutachter. Bei der Vergabe des Zertifikats sollte es nicht nur um die Stromzusammensetzung gehen, sondern auch um das Alter der Anlagen, den Anteil der Neuanlagen und die produzierte Menge des grünen Stroms. In Deutschland vergeben zum Beispiel Energievision, Grüner Strom Label und der Tüv Zertifikate.

Warum veröffentlicht Finanztest im Marktplatz (Printausgabe) nur die Top five für konventionelle Stromanbieter?

Weil es problematisch ist, grünen Strom nur nach dem Preis zu beurteilen. Es ist auch wichtig, wie der Strom zusammengesetzt ist, wie viel vom Gewinn der Anbieter in neue Anlagen investiert wird und ob die Angaben von unabhängigen Gutachtern regelmäßig geprüft werden. Die Übersicht nennt günstige Angebote, die die meisten dieser Kriterien erfüllen. (Weitere Infos: Bundesweite Stromanbieter)

Warum liefern manche Stromanbieter nicht in die neuen Länder?

Bis zum 31. Dezember 2003 dürfen Netzbetreiber in den neuen Bundesländern den Netzzugang für Strom aus den alten Bundesländern mit Verweis auf die so genannte Braunkohleschutzklausel verweigern. Sie besagt, dass in den neuen Bundesländern mindestens 70 Prozent des Stroms aus der Braunkohle gewonnen werden muss.

Ist Ökostrom für mich immer ­teurer als herkömmlicher Strom?

Ja, aber nicht viel teurer. Für günstigen Ökostrom muss ein Single im Jahr rund 40 Euro (gut 3 Euro monatlich) mehr ausgeben als für günstigen konventionellen Strom; für eine Familie sind es im Jahr etwa 50 Euro mehr.

Was muss ich beim Wechsel des Stromanbieters beachten?

Der Anbieter sollte in seinem Vertrag die Kosten je Kilowattstunde, die jährliche Grundgebühr sowie Konzessionsabgabe, Strom- und Mehrwertsteuer angeben und einen garantierten Lieferbeginn nennen. Der Vertrag sollte den Kunden nicht länger als zwölf Monate binden. Er sollte nichts zahlen müssen, bevor der Strom geliefert wird.

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