Ökologische Geld­anlage Meldung

Geld aus UDI-Angeboten floss in zwei kriselnde Biogasfirmen: eine in Wendling­hausen (blau) und eine mit drei Anlagen in Witten­berge, Nems­dorf-Gören­dorf und Kogel (rot).

Über Probleme mit Angeboten der auf grüne Geld­anlagen spezialisierten UDI Beratungs­gesell­schaft mbH aus Nürn­berg hatten wir bereits mehr­fach berichtet (zuletzt in der Meldung Ungereimtheiten bei UDI). Nun droht die Rück­zahlung des Nach­rangdarlehens Te Solar Sprint IV auszufallen. Auch Biogas­projekte kriseln, die Anleger über UDI finanziert haben. Neu: Bei vier UDI-Nach­rangdarlehen müssen sich Anleger auf Ausfälle einstellen.

Hier müssen sich Anleger auf Ausfälle einstellen

Bei den vier Nach­rangdarlehen UDI Sprint Fest­zins IV, UDI Energie Fest­zins 10, UDI Energie Fest­zins 11, und UDI Energie Fest­zins 12 müssen sich Anleger auf Ausfälle einstellen. Die vier Emitten­tinnen der Nach­rangdarlehen aus der UDI-Gruppe haben gewarnt, ihre Verpflichtungen möglicher­weise nicht erfüllen zu können. Sie haben ihrer­seits Geld an Projektgesell­schaften verliehen. Diese können weder aus ihrem freien Vermögen noch aus Jahres­über­schüssen die Zinsen zahlen oder das Kapital zurück­zahlen. Beim UDI Sprint Fest­zins IV erhielten Anleger bereits bisher weniger Zinsen als geplant. Die Emitten­tin des UDI Energie Fest­zins 12 war der Stiftung Warentest durch auffällige Abschreibungen aufgefallen. 

Ausfall­warnung und Finanzlöcher

Bei Nach­rangdarlehen der Te-Solar-Gruppe, Aschheim, ist Anlegergeld in Gefahr. Die Te Solar Sprint IV GmbH & Co KG warnte im Januar 2019, Zinsen und Rück­zahlung könnten ausfallen. Die Te Solar Sprint III GmbH & Co KG kündigte an, die fällige Rück­zahlung zu verschieben und vor­erst keine Zinsen zu zahlen. Beide hat die Öko-Vertriebs­gesell­schaft UDI, Nürn­berg, vermittelt. Bei acht riskanten Zins­anlagen der UDI-Gruppe liegen schon seit 2016 die Zinsen unter Plan. UDI begründete dies gegen­über Finanztest damit, dass sie in dieselben Öko-Projektgesell­schaften investiert hätten. Finanztest hat zwei kriselnde Biogasfälle analysiert: Beide erhielten noch Geld neu aufgelegter UDI-Angebote, als es ihnen nicht mehr gut ging.

Kriselnde Biogas­projekte: Anteile rechnerisch wert­los

An der Top 3 Biogas GmbH & Co KG mit drei Biogas­anlagen in Witten­berge, Nems­dorf-Gören­dorf und Kogel beteiligten sich Anleger 2008 als Kommanditisten. Ihre Anteile sind rechnerisch wert­los: Aus den Jahres­abschlüssen von 2015 bis zum aktuellsten für 2017 ergibt sich, dass Verluste die Einlagen der Kommanditisten mehr als aufgebraucht haben. Bei der Projektgesell­schaft einer Biogas­anlage in Wendling­hausen war das seit 2014 der Fall. Beide hatten 2017 mehr als doppelt so hohe Verbindlich­keiten wie geplant.

UDI: Keine unlautere Verwendung von Anleger­mitteln

Geld bekamen beide aus UDI-Zins­anlagen, die Zins­rück­stände haben, aber auch aus dem UDI Energie Fest­zins IX und dem 2017 aufgelegten UDI Energie Fest­zins 12. Die Angebote IX und 12 fielen 2017 mit hohen Wert­berichtigungen auf. Könnte Anlegergeld dabei geholfen haben, Finanzlü­cken zu stopfen? Gut sieht das jedenfalls nicht aus. UDI dementierte auf Finanztest-Anfrage eine unlautere Verwendung von Anleger­mitteln. Das aktuell angebotene Nach­rangdarlehen der UDI Energie Fest­zins 14 GmbH & Co KG steht auf unserer Warnliste Geldanlage. Grund sind die Zins­rück­stände anderer UDI-Angebote und das hohe Risiko, weil die konkreten Projekte nicht bekannt sind.

Diese Meldung ist erst­mals am 19. Februar 2019 auf test.de erschienen. Sie wurde am 13. Juni 2019 aktualisiert.

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