Jeder Index mischt anders

Es gibt viele Versuche, die Märkte der ethischen, ökologischen und nachhaltigen Geldanlage abzubilden. Finanztest stellt drei vor.

Dow Jones Sustainability Index (DJSI)

Die Firma Sustainable Asset Management (SAM) in Zürich hat sich der nachhaltigen Geldanlage verschrieben. Sie verwaltet Vermögen, managt Fonds und gibt gemeinsam mit dem US-Indexhaus Dow Jones den Dow­­ ­Jones Sustainability Index (DJSI) heraus. In ihm sind Firmen im Wert von über 5 Billionen Dollar gelistet.

Einmal im Jahr schreibt SAM rund 2 500 Firmen an. Aus den Antworten, im vergangenen Jahr waren es 600, und eigenen Analysen erfahren die Schweizer, inwieweit sich die Unternehmen um nachhaltiges Wirtschaften bemühen. Ihr Augenmerk gilt dem Umweltschutz, der Unternehmensführung und dem Umgang mit Kunden und Mitarbeitern. Die besten 10 Prozent jeder Branche kommen in den Index. „Die Unternehmen verstehen es als Ansporn, im DJSI gelistet zu sein“, sagt Alexander Barkawi von SAM. SAM schließt eine Branche nur dann aus, wenn in ­einem Wirtschaftszweig keines der Unternehmen die Mindestanforderungen erfüllt. Vergangenes Jahr war die Tabakindustrie eine solche Branche.

Infos: www.sustainability-indexes.com

FTSE4Good

Die FTSE-Indizes werden von der Financial Times (FT) und der London Stock Exchange (SE) aufgelegt. „Für den FTSE4Good wählen wir aus den 2 300 Unternehmen unserer konventionellen Indizes die 579 ethischsten und sozialverträglichsten einer Branche aus“, sagt Daniel Winkler von FTSE Deutschland. Die Auswahlkriterien legt ein unabhängiges Beratungskomitee fest, dem Fachleute aus Wirtschaft und Bildung angehören. Ausschlussgründe sind etwa die Produktion von Tabak und Waffen oder der Betrieb von Atomkraftwerken. Die Analysen liefert das Forschungsinstitut EIRIS. Der FTSE4Good hat einen Börsenwert von 8,8 Billionen Dollar.

FTSE spendet die Einnahmen aus der Nutzung des Indexes an Unicef. „800 000 Dollar sind schon zusammen“, sagt Winkler: „Bis zum einjährigen Bestehen des Indexes im August wollen wir die Million schaffen.“

Infos: www.ftse4good.com

Naturaktienindex (NAI)

Aus der Taufe gehoben hat den NAI der Wiener Herausgeber der Zeitschrift Öko-Invest, Max Deml, damals im Auftrag der Münchner Zeitschrift „Natur&Kosmos“. Ein Unternehmen muss an der „ökologisch und sozial nachhaltigen Lösung zentraler Menschheitsprobleme“ mitarbeiten. Es muss Branchenprimus sein bei der Produktgestaltung, bei der technischen Gestaltung des Produktions- und Absatzprozesses sowie beim Umgang mit den Mitarbeitern. Ausschlussgründe sind Rüstungsge­schäfte, Atomkraftwerke, Gentechnik, die Diskriminierung sozialer und ethnischer Minderheiten, Kinderarbeit und Sklaverei. Die Auswahl treffen Experten ökologischer Wirtschaftsinstitute. Der Ausschuss stützt sich auf die Expertise des Instituts Markt-Umwelt-Gesellschaft (imug) in Hannover.

Infos: www.oeko-invest.de

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