Beim Geld muss die Moral nicht aufhören. Spezielle Fonds investieren nur in Aktien von Unternehmen, die umweltschonend und sozialverträglich wirtschaften. Allerdings: Das Angebot für Anleger mit Anstand ist schmal. Insgesamt 40 Fonds sind in Deutschland am Start. Die meisten davon sind erst in den letzten Jahren gegründet worden. Ihre Qualität lässt sich kaum beurteilen. Immerhin zehn Fonds sind älter und können sich im Rendite-Vergleich mit anderen Fonds durchaus sehen lassen. Was die Fondsmanager allerdings für ökologisch und ethisch vertretbar halten, ist sehr unterschiedlich. Finanztest stellt zehn bewährte Ökofonds im Detail vor.

Mit der Umwelt im Einklang

Anerkannter Kernbereich grüner Geldanlage: Die Aktien von Unternehmen, die umweltfreundliche und sozialverträgliche Technologien einsetzen und herstellen. Doch die Zahl der börsennotierten Öko-Unternehmen ist begrenzt. Deshalb fließt bei den meisten Fonds ein mehr oder weniger großer Teil des Geldes in Anteile von Großunternehmen, die sich um nachhaltiges und umweltschonendes Wirtschaften bemühen. Die Fondsmanager lassen sich dabei von speziellen Rating-Agenturen oder auch unabhängigen Ökoverbänden beraten. Auf diese Weise landen Aktien von BMW, Procter & Gamble oder auch Philips Electronics im Portefeuille.

Atomkraft und Waffen sind Tabu

Wie groß die Unterschiede sind, zeigen die Auswahlkriterien verschiedener Indizes: Unternehmen, die im Natur-Aktien-Index NAI gelistet werden, müssen laut Statuten an der „ökologisch und sozial nachhaltigen Lösung zentraler Menschheitsprobleme“ mitarbeiten. Die Ausschlusskriterien sind zahlreich. Sogar die amerikanische Bio-Kette Whole-Foods-Market flog raus. Grund: Es gab Berichte über die Behinderung von Gewerkschaftsarbeit. Anders der Ansatz beim Dow Jones Sustainability Index: Dort werden Unternehmen geführt, die im Bemühen um Nachhaltigkeit zu den besten 10 Prozent der Mitbewerber zu gehören. Ähnlich der FTSE4Good: Die in Sachen Ethik und Sozialverträglichkeit Besten jeder Branche kommen rein. Tabu sind Atomkraft, Tabak- und Waffenproduktion.

Hilfe bei der Öko-Anlage

Anlegern mit Ethik-Motiv können sich entweder auf diese Indizes verlassen oder die Prospekte der Ökofonds-Anbieter studieren. Dort ist die Anlagestrategie dargestellt. Wie die Fondsmanager das Geld bisher angelegt haben, lässt ein Blick ins Portefeuille des Fonds erkennen. Auch dazu finden sich im Prospekt detaillierte Angaben. Für zehn bewährte Öko-Fonds gibt Finanztest Hilfestellung: Daten und Ethik-Kriterien sind für jeden Fonds einzeln in Heft 8/2002 oder online komplett und interaktiv zusammengestellt. Dazu gibts jeweils die Fonds im Dauertest-Tabellen mit den Bewertungs- und Kennzahlen zu Hunderten herkömmlicher Fonds.

Nachhaltigkeit mit Gewinn

Die Rendite-Chancen der verschiedenen Öko-Fonds lassen sich kaum prognostizieren. Gemessen am umfassenden MSCI-Welt-Index präsentierte sich vor allem der Fonds Sarasin Ökovision bislang ganz anständig. Sowohl bei der Wertentwicklung in den vergangenen fünf Jahren als auch beim maximalen Verlust liegt der Fonds besser als der Index. Im Vergleich zu den besten herkömmlichen Fonds allerdings blieb selbst der beste Öko-Fonds weit zurück. Allerdings: Die Zahlen für die Vergangenheit lassen keine Prognose für die Zukunft zu. Ökofonds könnten sich schlechter entwickeln als die verschiedenen Indizes. Oder auch besser. Nachhaltigkeit ist schließlich nicht nur ethisch wertvoll, sondern kann sich auch wirtschaftlich auszahlen.

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