Öffent­licher Dienst Zwei Zusatz­versorgungs­kassen kürzen Renten

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Öffent­licher Dienst - Zwei Zusatz­versorgungs­kassen kürzen Renten
Weniger Zusatz­rente für freiwil­lig versicherte Beschäftige in Kommunen. © Getty Images / Gary Burchell

Angestellte in Städten und Kommunen haben eine obliga­torische Betriebs­rente. Daneben sparen viele Beschäftigte noch freiwil­lig für eine Zusatz­rente. Wegen der Nied­rigzins­phase wollen jetzt zwei kommunale Versorgungs­kassen Leistungs­ansprüche und Renten aus der freiwil­ligen Versicherung kürzen. Die garan­tierte Verzinsung von 3,25 Prozent bleibt.

RZVK kürzt um 25 Prozent

Bei der Rheinischen Versorgungskasse (RZVK) beträgt die Kürzung 25 Prozent der bis Ende 2010 erworbenen Anwart­schaften. So werden nur die bis dahin garan­tierten Leistungen, inklusive fest zugesagter Über­schüsse, erfüllt. Für die Zeit ab 2011 gibt es gar keine Über­schuss­beteiligung mehr, nur noch die Garan­tieleistung. Die garan­tierte Verzinsung ist mit 3,25 Prozent aber vergleichs­weise hoch. Sie gilt weiterhin. Bei der Versorgungskasse Westfalen-Lippe (KVW) ist die Kürzung noch nicht sicher, weil das Düssel­dorfer Innen­ministerium als staatliche Aufsicht noch nicht zuge­stimmt hat.

Gilt nicht für Pflicht­versicherte

Die Kürzungen betreffen nicht die obliga­torische Betriebs­rente für die kommunalen Angestellten, sondern die Rente, die sie mit eigenen Beiträgen freiwil­lig zusätzlich aufbauen können. Bei beiden Kassen sind insgesamt rund 29 000 Versicherte und 7 800 Rentner von den Kürzungen betroffen.

Geld aus Pflicht­versicherung

Damit die Kürzungen nicht stärker ausfallen, haben die Kassen Geld aus der vom Arbeit­geber mitfinanzierten Pflicht­versicherung in die freiwil­lige Versicherung umge­schichtet. Bei der RZVK sind es 42,8 Millionen Euro, bei der KVW 31,9 Millionen. „Durch den Vermögen­stransfer kann man die garan­tierten Anwart­schaften der Versicherten mit einem Garan­tiezins von 3,25 Prozent erhalten“, so die KVW-Geschäfts­führung. Es entstünden keine Nachteile für Versicherte in der Pflicht­versicherung, denn bei dem über­tragenen Geld handele es sich nur um 1,2 Prozent deren Vermögens.

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Forum-55plus.de am 19.03.2019 um 20:12 Uhr
War eigentlich zu erwarten

Es war zu erwarten, dass die Zusatzversorgungskassen ebenso Ihre zu hohen Gewinnversprechen kürzt.
Und es wird auch nicht die letzte Kürzung sein.
Dies wird deutlich, wenn man die „Garantie“ in der Satzung sich genau ansieht.
Die Garantie ist nämlich keine echte Garantie.