Schwarzfahren ist als „Leistungserschleichung“ eine Straftat – und zwar nicht nur, wenn der Ticketsünder dafür Zugangssperren umgeht oder Kontrolleure austrickst. Es reicht, wenn er sich ohne Fahrschein in Bus, Bahn oder Tram setzt. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden. Für die Strafbarkeit komme es nicht darauf an, dass der ­Sünder wirklich etwas „erschleicht“, also durch Tricks an die Beförderungsleistung kommt (Az. 4 StR 117/08).

Die Zeiten werden härter für Schwarzfahrer. Nach Erkenntnis des Anwalts Holger Nitz gibt es massenhaft Straf­verfahren wegen Schwarzfahrens. „Im Norden bekommen zwar meist nur ­Wiederholungstäter gerichtlichen Ärger. Anderswo kann es aber strenger zugehen“, warnt der Strafrechtler aus Hannover. Geht die Angelegenheit vor Gericht, droht dem Täter eine Geldstrafe. Möglich ist sogar ein Jahr Gefängnis.

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