All­ergene bis Zusatz­stoffe: Diese Angaben sind verpflichtend

Offen verkaufte Lebens­mittel, etwa von der Theke oder vom Wochenmarkt, unterliegen nicht so strengen Regeln zur Kenn­zeichnung wie verpackte. Nähr­wert­angaben oder eine voll­ständige Zutaten­liste sind bei loser Ware generell nicht verpflichtend. Auch das EU-Biosiegel ist bei offen verkauften Bioprodukten aus der EU freiwil­lig. Einige Regeln gelten aber auch für Unver­packtes.

Das gilt für alle losen Produkte

Preis und Bezeichnung. Auf einem Schild an der Ware muss stets der Preis stehen – entweder pro Stück oder der Grund­preis pro Kilogramm, 100 Gramm, Liter oder 100 Milliliter. Die Bezeichnung des Lebens­mittels (etwa „Gouda“ oder „Lyoner“) ist ebenfalls Pflicht – außer bei Obst und Gemüse, aber selbst da ist sie meist zu finden.

Zusatz­stoffe. Händler haben die Pflicht, Farb- und Konservierungs­stoffe, Geschmacks­verstärker, Phosphat, Antioxidations- und Süßungs­mittel anzu­geben. Auch wenn Oliven geschwärzt, Äpfel gewachst oder Rosinen geschwefelt sind, muss das deklariert sein. Möglich ist eine knappe Kenn­zeichnung mit Schild an der Ware oder eine ausführ­liche Über­sicht mit allen Zusatz­stoffen, etwa in einem Ordner. Auf die zweite Variante muss ein gut sicht­barer Aushang hinweisen.

All­ergene. Händler müssen über die 14 häufigsten All­ergene informieren, das gibt die Lebens­mittel­informations­ver­ordnung vor. Möglich ist ein Schild neben der Ware, ein Aushang oder ein ausliegender Ordner. Sogar mündliche Auskünfte reichen – aber nur, wenn schriftliche Aufzeichnungen auf Nach­frage leicht zugäng­lich sind. Außerdem muss ein Schild informieren, dass das Personal Fragen beant­wortet, Kunden aber auch Unterlagen einsehen können.

Täuschungs­schutz. Verwenden Bäcker Fett­glasuren, die Kunden mit teurerer Schokolade verwechseln können, müssen sie das kennt­lich machen und die Ware etwa als „Mandelhörn­chen mit kakao­haltiger Fett­glasur“ ausweisen. Gleiches gilt, wenn güns­tiges Persipan aus Aprikosenkernen Marzipan aus Mandeln ersetzt. Wer Krebs­fleisch­imitat verarbeitet, muss dies klar deklarieren, zum Beispiel so: „Surimi, Garnelen-Imitat aus Fisch­muskeleiweiß geformt“.

Das gilt extra für spezielle Waren

Obst und Gemüse. Die Angabe des Ursprungs­lands ist meist Pflicht und nur bei einigen Sorten wie Kartoffeln, Bananen, Oliven oder Kokosnüssen freiwil­lig. Nach Güteklassen sortiert werden müssen nur noch die zehn wichtigsten Sorten: Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Gemüsepaprika, Kiwis, Nektarinen und Pfirsiche, Salate, Tafeltrauben, Tomaten, Zitrusfrüchte. Es gibt die Güteklassen I, II und Extra. So dürfen etwa Äpfel der „Klasse II“ kleine, leichte Druck­stellen haben, Äpfel der „Klasse Extra“ nur sehr leichte Schalen­fehler.

Eier. Auch lose Eier müssen einen Erzeugercode tragen – außer, sie werden auf dem eigenen Hof verkauft. Der Code muss in der Nähe der Ware erläutert sein. Vorgeschrieben ist auch, dass dort ein Mindest­halt­barkeits­datum steht sowie die Haltungs­form, etwa Bodenhaltung.

Fleisch. Bei Rind­fleisch ist eine Herkunfts­angabe stets vorgeschrieben, also auch bei losem Verkauf. Für Fleisch von Schaf, Schwein, Ziege und Geflügel ist sie nur dann Pflicht, wenn es abge­packt angeboten wird.

Käse. An der Käse­theke sind einige Angaben verpflichtend, etwa der Fett­gehalt. Ist Käse nicht ausschließ­lich aus Kuhmilch hergestellt, muss die Tier­art angegeben sein. Hat er einen Kunststoff­über­zug, muss dran­stehen, dass dieser nicht zum Verzehr geeignet ist. Wenn Käse aus Rohmilch hergestellt ist, muss das auf Fertigpackungen stehen. Auch bei unver­packtem Käse empfehlen die Über­wachungs­behörden einen Hinweis auf die Verarbeitung von Rohmilch: Da diese nicht erhitzt wird, kann der Käse Krank­heits­erreger wie Listerien enthalten. Sie können für Schwangere, Klein­kinder und kranke Menschen gefähr­lich werden.

Fisch. Anzu­geben sind unter anderem deutscher und lateinischer Name, die Produktions­methode und woher der Fisch stammt, zum Beispiel „gefangen im Nord­ost­atlantik“ oder „aus norwegischer Aquakultur“. Bei Wild­fisch muss die Fang­methode stehen, etwa Schlepp­netze.

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