Nutzungs­bedingungen bei Facebook So bremsen Sie die Daten­sammler

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Facebook hat wieder einmal seine Nutzungs­bedingungen verändert. Das soziale Netz­werk will künftig verstärkt das Internet­verhalten seiner Kunden auswerten, um Nutzern vermeintlich interes­sante Werbung anzeigen zu können. Doch diese „interes­senbasierte“ Reklame lässt sich ausschalten. test.de erklärt, wie das geht.

Wie kann ich die Auswertung meines Surf­verhaltens eindämmen?

„Relevante Werbung“. Nach dem Kauf der Werbeplattform Atlas im Jahr 2014 hat Facebook mit der abermaligen Änderung seiner Nutzungs­bedingungen die Voraus­setzungen dafür geschaffen, das gesamte Surf­verhalten seiner Nutzer auf sämtlichen Endgeräten (Smartphone, Tablet, PC) auswerten und ihnen maßgeschneiderte Reklame zeigen zu können. Ein Nutzer, der zum Beispiel im Onlineshop eines Technikhauses nach Wasch­maschinen gesucht hat, bekommt auf Facebook anschließend mit hoher Wahr­scheinlich­keit Werbung für Wasch­maschinen gezeigt.

Opt-out. Wer das nicht möchte, kann auf der Internetseite www.youronlinechoices.eu (eine Platt­form der Online-Werbe­wirt­schaft) diese Form der „nutzungs­basierten Online-Werbung“ deaktivieren. Die Einstellungs­möglich­keit versteckt sich dort hinter dem merkwürdigen Begriff „Präferenzmanagement“. Wie man auf der Internetseite sieht, kann man dort nicht nur Facebook, sondern auch zahlreichen anderen Werbe­diensten das Auswerten des persönlichen Internet­verhaltens verbieten. Facebook hat angekündigt, sich an das sogenannte Opt-out auf youronlinechoices.eu zu halten.

Nutzungs­bedingungen bei Facebook - So bremsen Sie die Daten­sammler
© Screenshot www.youronlinechoises.eu

Achtung: Wer Werbe­blocker wie Adblock nutzt, wird beim Deaktivieren womöglich eine Fehler­meldung erhalten („Mehrere Deaktivierungen sind fehl­geschlagen“). Dann sollte der Werbe­blocker für die Einstellung auf youronlinechoices.eu kurz­zeitig ausgeschaltet werden. Die Internetseite arbeitet mit Cookies – kleinen Text­dateien, die das Surf­verhalten im Internet protokollieren. Wer dem Auswerten des Surf­verhaltens wider­spricht, bekommt eine Information in Form eines Cookies auf den eigenen Computer. Dieser "Widerspruchs-Cookie“ soll „nutzungs­basierte Onlinewerbung“ in der Folge ausschließen. Das bedeutet auch: Wer seinen Browser so einge­stellt hat, dass er nach einer Internetsit­zung alle gesetzten Cookies löscht, muss bei jeder neuen Sitzung wieder auf die Seite youronlinechoices.eu gehen.

Aber: Wird die Auswertung des persönlichen Surf­verhaltens deaktiviert, führt das nicht dazu, dass man auf Facebook gar keine Werbung mehr zu sehen bekommt. Die Anzeigen werden wahr­scheinlich nur „unpassender“.

Wie verbanne ich bestimmte Werbeanzeigen, die mir auf Facebook ange­zeigt werden?

Unver­meidliches Übel. Nutzer können nicht verhindern, dass ihnen auf Facebook Werbung einge­blendet wird. Damit verdient das soziale Netz­werk sein Geld. Mit den neuen Nutzungs­bedingungen verspricht Facebook seinen Nutzern aber etwas mehr Kontrolle über die Auswahl der ange­zeigten Reklame. Ob das wirk­lich eine „Verbesserung“ ist, wie Facebook meint, sei dahin gestellt. Die meisten Nutzer dürften die Werbeanzeigen ohnehin nur als unver­meidliches Übel ansehen.

Nutzungs­bedingungen bei Facebook - So bremsen Sie die Daten­sammler
© screenshot facebook

Reklame filtern. Wenn Sie darauf Einfluss nehmen wollen, welche Werbung auf Ihrem PC erscheint, gehen Sie folgendermaßen vor: Fahren Sie mit der Maus über die Anzeige – dann wird rechts oben in der Ecke des Werbebanners ein Kreuz sicht­bar. Darauf klicken Sie. Nun gibt Facebook Ihnen eine Auswahl: Sie können zum Beispiel nur konkret diese Anzeige verbannen („Ich möchte das nicht sehen“) oder alle Werbeanzeigen dieser Firma („Alle Beiträge von XY verbergen“). Unter dem Menü­punkt „Warum wird mir das ange­zeigt“ erfahren Sie, welche Ihrer von Facebook erfassten Interessen dazu geführt haben, dass Ihnen diese Reklame gezeigt wird. Unter „Deine Einstel­lungen für Werbeanzeigen“ können Sie auch die von Facebook erfassten Interessen heraus­nehmen oder nicht Genanntes ergänzen.

Wie verhindere ich, dass Facebook mit meinem Foto und meinen „Gefällt mir“-Angaben auf Facebook Werbung macht?

Nutzungs­bedingungen bei Facebook - So bremsen Sie die Daten­sammler
© screenshot facebook

Einstel­lungen ändern. Klicken Sie auf das kleine Dreieck rechts oben auf ihrer Facebook-Start­seite und wählen Sie „Einstel­lungen“. Nun öffnet sich der Bereich „Allgemeine Konto­einstel­lungen“. Dort gehen Sie links auf den Unter­punkt „Werbeanzeigen“.

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© screenshot facebook

Fotowerbung ausschließen. Klicken Sie anschließend bei „Werbeanzeigen und Freunde“ auf „Bearbeiten“. Nun sind Sie an der Stelle ange­kommen, wo Sie einstellen können, ob Facebook mit Ihrem Foto und Ihren „Gefällt mir“-Angaben bei anderen Facebook-Nutzern werben darf. Wenn Sie das nicht möchten, stellen Sie „Niemand“ ein und klicken Sie anschließend auf „Änderungen speichern“.

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© screenshot facebook / eigene Markierungen

Kann ich verhindern, dass ich unterwegs passend zum Stand­ort Werbung ange­zeigt bekomme?

GPS deaktivieren. Verstärkt möchte Facebook künftig auch die Aufenthalts­daten eines Kunden auswerten. Wer zum Beispiel auf den Facebook-Seiten von Modefirmen „Gefällt mir“ geklickt hat und später mit seinem Handy durch die Stadt an Modeboutiquen vorbeiläuft, erhält dann möglicher­weise passende Werbung aufs Smartphone. Das funk­tioniert natürlich nur, wenn Sie am Handy „GPS“ akti­viert haben – also per Satellit lokalisier­bar sind. Wer das verhindern will, deaktiviert unterwegs „GPS“. Da das Satelliten­signal aber auch zum Beispiel für Navigations-Dienste wie Google Maps nötig ist, wird das in der Praxis nur schwer durch­zuhalten sein.

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vogon234 am 09.02.2015 um 15:06 Uhr
virtualbox

FB von smartphone und tablet entfernen. Auf dem Desktop läuft er nur noch auf einer virtuellen Maschine (Linux) die ich FaceBook getauft habe und auf der ausschliesslich FB im Browser läuft. Sonst läuft auf dieser Maschine nichts.

PC-Flüsterer am 09.02.2015 um 07:58 Uhr
Tracking mit Cookies ist fast harmlos

Leider hat test die Leser auf die falsche Fährte geschickt. Die meisten Anwender glauben, dass Tracking (Verfolgung) mit Cookies das Problem wäre. Dabei kann man Cookies mit Bordmitteln von Firefox, erst recht mit Erweiterungen, prima bändigen. Es gibt viel fieseres Tracking per "Supercookies", "E-Tags" und "Browser Fingerprinting". Mehr dazu unter http://www.pc-fluesterer.info/wordpress/vorbeugen/browser-surfen/. Da stehen auch Empfehlungen für Gegenmaßnahmen. Ich selbst verwende NoScript, Ghostery, AdBlock; außerdem RequestPolicy und SecretAgent. Beide letzteren sind wirksamer Schutz, aber man muss wissen was man tut. Opt-Out ist ein Irrweg, siehe auch mein Beitrag vom 6.2.
Das Problem am Tracking durch F.c.book ist, dass ich auf JEDER Seite verfolgt werde, die einen F.c.book Knopf enthält! Dagegen hilft nur, F.c.book Javascript grundsätzlich zu verbieten (z.B. mit NoScript). Das kann ein F.c.book Mitglied natürlich nicht machen. Und schon ist der Bart in der Drehbank.

Bugelhupf am 09.02.2015 um 02:21 Uhr
Sehr Verbesserungsbedürftiger guter Ansatz (2)

Überhaupt: das Ganze klappt nur, wenn zukünftig deren Blocker-Cookies mit dem weiteren unbekannten Ramsch verbleiben? Wie wird man aber sonst zahllose unerwünschter Cookies anderer besuchter Seiten los? – Eine womöglich kalkulierte Zumutung zu Lasten des Surfers, der wenigstens die gelisteten Werbeunternehmen in ihren Profiling-Routinen ein wenig behindern wollte.
Und jederzeit entstehen neue (Sub-) Unternehmen, um den Faden sofort dort wieder aufzunehmen, wo wir glaubten, die Werbeanalysten in die Schranken verwiesen zu haben. Selbst wenn man regelmäßig checkt, nützt das wenig, solange nur ein Analyse-Profi durchs grobe Netzt schlüpft; dann versorgt der ganze Internet-Branchen wie gehabt mit unseren persönlichen Surfprofielen. Insgesamt muss technisch und gesetzlich nachgebessert werden.

Bugelhupf am 09.02.2015 um 02:08 Uhr
Sehr Verbesserungsbedürftiger guter Ansatz (1)

Keine Verbindung zu Quantcast trotz Drosselung der Browsersicherheitseinstellungen (viele Versuche über Stunden). Erst deren Homepage verband sich auf Anhieb mit dem Link zur der Mitgliederverwaltung von Nai. Dort ließ es sich erfolgreich ausschalten, zusammen mit dem unter Präferenzmanagement (PFM) gar nicht gelisteten Legolas Media Inc., wo angeblich Daten über unsere Surfausflüge vorgehalten wurden.
Mit nugg.ad ähnliches: über PFM erfolglos; erst Anwählen der Homepage funktionierte sofort. Dort sind "Yes" und "No" Knöpfe, wo man sich Ein- oder Austragen kann.
Krux b(l)ockte unter PFM zwölf Stunden. ("Noch") Nicht einmal Informationen oder einen Link zur eigenen Seite!
PFM frustriert, wenn man sich einzeln durch 8 externe Seiten durcharbeiten muss, statt sich in einem Rutsch zumindest bei den gelisteten Unternehmen auszuklinken.
-> Fortsetzung (2)

VincentVegas am 08.02.2015 um 23:04 Uhr
Ich hatte ein seltsames Erlebnis

Ich hatte einer Freundin per WhatsApp einen Amazonlink über ein Produkt geschickt. Einen Tag später sah sie plötzlich auf ihrer Facebook Seite Werbung für genau dieses Produkt. Bisher war mir nicht klar, dass Facebook schon WhatsApp Nachrichten für Werbung auf Facebook auswertet.