Schön grün

Rasenmäher Test

Mähen allein genügt nicht. Eine ansehnliche Grünfläche braucht ein Mindest­maß an Zuwendung. Soll Blütenfreude aufkommen, ist weniger mitunter mehr.

Vor der Saat umgraben

Gras gedeiht am besten auf wasser­durch­lässigem, aber nicht zu sandigem Boden. Vor der Saat: Umgraben, glatt­harken und fest­walzen oder mit einem Paar Recht­eckbrett­chen unter den Füßen fest­treten. Wer reichlich Kompost zugibt, kann sich bei der Aussaat chemischen Dünger sparen.

Vorsicht bei Tiergarten­mischungen

Rasen, Wiese, Sport­platz, für jeden Bedarf gibt es Saat­mischungen oder Züchtungen. Als robust berühmt ist die „Berliner Tiergarten­mischung“. Allerdings ist der Name nicht geschützt, damit werden Saaten unterschiedlichster Güte verkauft. Genormte Qualität bieten genormte Rasensaat­gutmischungen (RSM), etwa Typ 1 für Zierrasen, Typ 3 für Spielrasen, Typ 7.4 als Mischung für schattige Flächen.

Säen wie ein Bauer

Zur Aussaat sollte der Boden feucht sein. Schwungvoll säen mit dem ganzen Arm – wie Bauern in alten Filmen. Ansonsten gibt es Sämaschinen für wenig Geld zum Kauf oder Leihen im Baumarkt. Der Samen wird nach der Saat fest­gewalzt oder -getreten.

Nicht austrocknen lassen

Rasen mag es feucht, aber nicht nass. Insbesondere nach der Saat ist Vorsicht geboten. Samen und Keimlinge dürfen zwar nicht austrocknen, aber bei zu kräftigem Wässern schwimmen sie weg. Rasen braucht in trockenen Zeiten zweimal pro Woche 10 bis 15 Liter Wasser pro Quadrat­meter – möglichst nicht mittags. Bei starker Sonne kann sonst der Rasen verbrennen.

Beim ersten Schnitt sollte er lang sein

Acht bis zehn Zenti­meter lang sollte neu gesäter Rasen beim ersten Mähen sein. Mindestens fünf Zenti­meter sollten stehen bleiben. Der zweite Schnitt auf Wunsch­länge folgt etwa zwei Wochen später.

Nicht mehr als ein Drittel

Eng­lischer Rasen verträgt bis zu drei Schnitte in der Woche. Häufiges Mähen vertreibt Blumen und Kräuter. Minimale Halmlänge ist 3,5 Zenti­meter, sonst stockt das Wachs­tum. Die Halme sollten aber auch nicht länger als 15 Zenti­meter wachsen, damit der Mäher gut durch­kommt und die Wiese nicht versteppt.

Weniger mähen, mehr Farben

Wer selten schneidet, fördert blühende Pflanzen. Blumenwiesen werden zweimal im Jahr geschnitten, am besten mit der Sense. Termine: Anfang bis Mitte Juli und im Oktober. Auf mageren Böden können so Nelken siedeln, vielleicht sogar Orchideen.

Blumenwiesen für Selbst­sammler

Mit Geduld gedeihen Blumenwiesen aus eigener Samm­lung: Den Schnitt einer schönen Wiese am Ende der Blüte­zeit im Hoch­sommer ein wenig häck­seln und gleich danach 2 bis 3 Zenti­meter dick auf dem Boden verteilen. Die Heumulch liegen lassen. Es wird über­raschen, was dort im nächsten Jahr alles wächst.

Ohne Dünger dreut Moos

Oft geschnittener Rasen braucht bis zu dreimal im Jahr Dünger, erst­mals im März oder April nach dem ersten Schnitt. Der Fach­handel bietet Rasendünger mit stick­stoff­haltiger Lang­zeit­wirkung an. Weniger Düngen fördert Moos – aber auch Blumen­wachs­tum.

Frische Luft für Graswurzeln

Einmal im Jahr sollte Rasen vertikutiert werden, am besten im Früh­jahr, in schnee­reichen Regionen auch im Herbst. Das entfernt Moos. Wasser, Luft und Nähr­stoffe erreichen besser die Graswurzeln.

Erste-Hilfe-Lektüre

Zahlreiche Tipps bei Rasen­problemen wie Moos, Maulwürfen oder Hexenringen nennt das 2012 erschienene Stiftung-Warentest-Buch „Der Garten-Coach“. Es hat 208 Seiten und kostet 19,90 Euro.

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