Ein perfekter Rasen – Traum vieler Hobby­gärtner. Mit einem güns­tigen Elektromäher wird er kaum Realität. Meist hapert es an Schnitt­qualität und Hand­habung.

Rasenmäher Test

Optimal. Der Fang­korb des Wolf Blue Power ist gestopft voll. Die große Lippe nimmt viel Gras­schnitt auf. Andere Mäher sammeln kaum halb so viel.

Die Halm­spitzen müssen ab, auf dem eng­lischen Rasen genauso wie auf einer Wiese. Wird Gras nicht regel­mäßig gemäht, ist es schnell vorbei mit dem Wohl­fühl-Idyll im Garten. Die Flächen wuchern zu und sehen bald ungepflegt aus.

Rasenmäher sind die wichtigsten Helfer beim regel­mäßigen Trimm. Die Stiftung Warentest wollte wissen, wie gut einfache Geräte das erledigen. Elf Elektromäher haben wir getestet, alle­samt Einsteigermodelle und Verkaufs­schlager aus dem Fach­handel sowie aus Bau- und Gartenmärkten. Ihre Schnitt­breite liegt zwischen 32 und 37 Zenti­metern, keiner besitzt angetriebene Räder. Solche leichten Mäher eignen sich für Rasenflächen unter 500 Quadrat­metern.

Doch kaum einer der Graskürzer im Test macht Rasen­pflege zum Vergnügen. Es hapert meist beim Mähen, die Hand­habung könnte durchweg besser sein. Nur zwei erreichen das Qualitäts­urteil gut: der 320 Euro teure Viking ME 339.0 und der rund 190 Euro billigere Wolf-Garten Ambition 34 E.

Rasenmäher Test

Kippelig. Der Korb braucht nicht mal voll zu sein, und schon kippt der Bosch. Er muss beim Mähen am Griff ange­hoben werden.

Mit trockenem Gras kommen die meisten Mäher zurecht: Der beste hier, Al-Ko, schafft rechnerisch 500 Quadrat­meter Rasen in 27 Minuten; der schlechteste, das Modell von Bosch, braucht fast 45. Bei härteren Anforderungen trennt sich die Spreu vom Weizen: Feuchtes Gras schneiden nur sechs Geräte gut ab, hohes Gras (12 bis 14 Zenti­meter) nur drei. Mit langen Halmen quälen sich besonders die Kandidaten von Bauhaus, Bosch, Einhell, Gardena und Sabo.

Gerupft, nicht geschnitten

Rasenmäher Test

Schnitt­muster. Der Bosch franst die Halme aus (kleines Bild links). Der Viking kappt die Grasspitzen deutlich sauberer (Bild rechts).

Durch­schnitt sahen die Prüfer vor allem im Schnitt. Neun der Mäher kamen nicht über ein Befriedigend hinaus. Ausreißer nach unten ist der Bosch. Wo er mäht, ist der Rasen danach schlecht in Form: Ausgefranste Grasspitzen über­all – gleich­mäßig sieht anders aus. Nach so einem „Schnitt“ färbt sich der Rasen nach kurzer Zeit braun. Ausreißer nach oben ist der Viking. Nur bei ihm erinnert die Oberfläche der Spitzen an einen Messer­schnitt.

Dass die Mäher so schlecht schneiden, ist kein Wunder. Statt eines Messers kommt in dieser Mäherklasse häufig ein Stück Form­blech mit Minimal­schliff zum Einsatz. Es rupft Halme eher ab, als dass es sie schneidet. Es empfiehlt sich, die Messer für bessere Schnitt­qualität regel­mäßig von einem Fachmann prüfen und gegebenenfalls schleifen zu lassen. Ein Messer mit Scharten, Rissen und Ausbrüchen gehört ersetzt.

Einstel­lungen oft umständlich

Ein Rasenmäher soll in erster Linie ordentlich mähen. Alle, die ihn regel­mäßig durch den Garten schieben, erwarten mehr, etwa eine einfache Hand­habung. Leider Fehl­anzeige: Keiner der getesteten Mäher ist hier frei von Schwächen, nicht einmal die teureren Fach­handels­modelle. Sabo und Viking fehlt der höhen­verstell­bare Griff­holm. Beim Sabo lässt sich die Schnitt­höhe nur umständlich an den Radachsen verstellen.

Auch die Schnitt­höhe des Bosch ist nur achsenweise verstell­bar – und nur wenn der Mäher auf dem Rücken liegt. Soll er vorn und hinten den gleichen Abstand zum Boden haben, muss der Gärtner sich unterschiedliche Rast­stel­lungen merken.

Der Gras­fang­korb sorgt bei zwei Mähern für Verdruss. Ist der Rasen feucht, verstopft der Kanal zum Korb viel zu schnell: Schon wenn der Behälter zu nur 30 Prozent gefüllt ist, geht beim Bauhaus nichts mehr hinein. Beim Gardena tritt dieser Effekt bereits bei 20 Prozent Füll­stand auf. Das heißt: Der Fang­korb muss alle nase­lang geleert werden – falls man nicht den Fang­korb weglässt und das Schnitt­gut zusammenrecht.

Montage mit Hinder­nissen

Vor der ersten Mahd steht bei den meisten Mähern die Montage. Nur Sabo liefert seinen fertig montiert aus. Die Modelle von Einhell, Gardena, Hellweg, Sabo, Viking und beide Wolf-Garten lassen sich ohne Werk­zeug aufbauen. Nicht so der Obi-Mäher: Käufer bekommen viele Teile, viele Schrauben – nur das erforderliche Werk­zeug gehört nicht zum Liefer­umfang.

Nicht voll­ständig montieren ließ sich der Wolf-Garten Blue Power: Der mitgelieferte Gras­fang­korb passte nicht. Erst bei einem nachgekauften Mäher war der richtige Korb dabei. Dieses Muster wiederum verlor ein Rad, weil die Halteklammer fehlte.

Laut und laut ist zweierlei

Der Gardena PowerMax fiel außerdem durch sein lautes Mähgeräusch auf. 92 Dezibel – so laut tönte im Test sonst nur der Wolf-Garten Blue Power. Unsere Test­personen beur­teilten das Geräusch zusätzlich auch noch subjektiv. Das Ergebnis: Der Wolf-Garten klingt deutlich weniger aufdringlich als der Gardena.

Der Wolf-Garten Ambition indes erreichte im Labor bei der Laut­stärke­messung leisere 84 Dezibel. Es empfiehlt sich, insbesondere bei den lauteren Mähern, einen Ohrs­töpsel oder einen Kapsel-Gehör­schutz zu tragen. Das gilt insbesondere für Garten­besitzer, die oft und lange mähen.

Apro­pos lange mähen: Die Strom­kosten spielen bei den getesteten Mähern eine unterge­ordnete Rolle. Selbst wer von April bis September jede Woche eine Stunde mäht, zahlt pro Jahr höchs­tens 7,50 Euro – aber nur bei Trocken­schnitt.

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