Null-Prozent-Finanzierung Meldung

Jetzt kaufen, später zahlen – und den Kredit gibts für null Zinsen. Wer so kauft, handelt sich einen Nachteil ein: Bei einem „normalen“ Kredit, der Zinsen kostet, dürfen Kunden die Raten stoppen, wenn die Ware Fehler hat. Bei Gratis­krediten geht das nicht, ­urteilte der Bundes­gerichts­hof (BGH, Az. XI ZR 168/13).

Türen für 6 400 Euro

Der Kunde hatte im Baumarkt zwei Türen für 6 400 Euro gekauft. Er schloss eine Null-Prozent-Finanzierung mit der Bank ab, die mit dem Baumarkt koope­rierte. Später stellte er Mängel an den Türen fest, die nicht behoben wurden. Er trat vom Kauf zurück und wollte die Kreditraten stoppen. Bei ­einem kosten­pflichtigen Darlehen ­hätte er das gedurft, bei seinem Null-Prozenter nicht.

Widerrufs­recht nur bei „verbundenem Geschäft“

Wenn der Kunde im Laden einen verzinsten Kredit aufnimmt, um den Kauf­preis zu ­finanzieren, sind Kauf und Kredit ein „verbundenes Geschäft“. Anders als bei der Null-Prozent-Finanzierung hat der Kunde dann ein Widerrufs­recht. Außerdem braucht er keine Raten mehr zu zahlen, wenn er die finanzierte Ware wegen Mängeln zurück­geben kann.

Schufa­eintrag bleibt

Im verhandelten Fall war der Kredit kostenlos. Der Mann muss ihn weiter abstottern. Der in der Regel erfolgte Schufa-Eintrag über die Kredit­aufnahme bleibt so lange stehen. Will der Mann das Geld für die Türen zurück, muss er sich an den Baumarkt wenden. Weigert der sich, muss er klagen. Das kostet und dauert. Geht der Baumarkt in der Zwischen­zeit pleite, geht der Kunde leer aus.

Recht­lich wie Barzahlung

Null-Prozent-Kredite sind ­verlockend. Sie signalisieren ein güns­tiges Geschäft und verführen zum Kauf, obwohl Kunden ihn sich eigentlich nicht leisten können. Recht­lich wirken sie wie eine Barzahlung: Liefert der Verkäufer Murks, müssen Kunden zusehen, dass sie ihr Geld von ihm zurück­bekommen. Die Raten an die Bank sind weiterzuzahlen, auch wenn sie die Ware schon längst ­wieder ausgemustert haben.

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