Nürn­berger Versicherung Extra­gebühr nur nach Zustimmung erlaubt

Ungefragt erhielt Finanztest-Leser Norbert S.* eine Bescheinigung seiner Versicherungs­beiträge 2017 für eine Ster­begeld­versicherung bei der Nürn­berger Versicherung zuge­schickt. Absender war eine General­agentur der Nürn­berger Versicherung, Klambt & Endres. Im Schreiben stand: 3,25 Euro würden abge­bucht, wenn er nicht wider­spreche.

„So geht es nicht“, sagt Juristin Jana Brock­feld vom Verbraucherzentrale Bundes­verband: „Für eine zusätzliche kosten­pflichtige Leistung ist grund­sätzlich die ausdrück­liche Zustimmung des Kunden nötig.“ Wer sich nicht meldet, schweigt. Schweigen ist keine Zustimmung. Die Agentur hätte fragen müssen: „Wollen Sie die Bescheinigung?“

Wir fragten bei der Agentur nach, ob es für die Abbuchung eine vertragliche Grund­lage gebe. Eine Antwort blieb vor Weih­nachten aus. Statt­dessen drohte die Agentur über einen Anwalt, man behalte sich im Fall einer Bericht­erstattung eine Stellung­nahme vor. Inzwischen hat die Nürn­berger Versicherung einge­griffen. „Es wird keine Abbuchung erfolgen“, so Presse­sprecher Ulrich Zeidner gegen­über Finanztest: „Kunden bekommen die Bescheinigung gratis.“ Brauchen wird sie kaum jemand: Seit 2017 müssen solche Belege der Steuererklärung nicht mehr beiliegen. Es reicht, wenn sie auf Anforderung nachgereicht werden.

* Name der Redak­tion bekannt

1 Kommentar Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Aeternus am 19.01.2018 um 12:13 Uhr
Nicht die einzige Versicherung!

Dasselbe Vorgehen einer Agentur für Versicherungen auch bei mir. Ungefragt und ungewünscht befand sich die Aufstellung Anfang Januar im Briefkasten. Was ich zunächst als Service gehalten habe, stellte sich beim Lesen des zweiten Absatzes als Frechheit heraus:
"Für diese zusätzliche Dienstleistung werden wir unsere Selbstkosten in Höhe
von 4,50 € mit dem Beitrag Februar 2018 abbuchen."
Obwohl ich dieses Verfahren bereits beim Lesen als rechtlich fragwürdig eingeschätzt habe, habe ich der Abbuchung widersprochen. Und zu "Studienzwecken" das Schreiben der Verbraucherzentrale Bundesverband zur Verfügung gestellt.