Das Land­gericht Nürn­berg-Fürth hat der Wohnungs­baugenossenschaft Nova Sedes Vertrags­klauseln untersagt, die Verbraucher nach Ansicht des Markt­wächter-Teams der Verbraucherzentrale Hessen finanziell benach­teiligen (Az. 7 O 6408/18). Die Nova Sedes will gegen das Urteil Berufung einlegen.

Klausel zu Einmalgeld unwirk­sam

Laut Gericht ist eine Klausel, nach der Genossen ein Einmalgeld in Höhe von zusätzlich 7 Prozent der Zeichnungs­summe zahlen müssen, unwirk­sam. Ein solches Einmalgeld dürfe nicht erhoben werden, wenn es zur Abdeckung von Vertriebs­kosten der Genossenschaft verwendet werde.

Genossenschaft muss satzungs­gemäße Kündigung anerkennen

Weiter hat das Gericht der Genossenschaft mit Sitz in Neustadt an der Wald­naab in dem Urteil untersagt, Kündigungen der Mitgliedschaft nicht anzu­erkennen, die satzungs­gemäß zum Schluss eines Geschäfts­jahres spätestens im Dezember erfolgten, um zwei Jahre später wirk­sam zu werden. Trotz der eindeutigen Regelung in der Satzung der Genossenschaft hatte die Nova Sedes Kündigern mitgeteilt, dass ihre Kündigung erst ein weiteres Jahr später wirk­sam werde, weil laut Genossen­schafts­gesetz drei Monate vor Ablauf eines Geschäfts­jahres gekündigt werden müsse.

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