Notebooks und Netbooks Test

So viel Leistung brachten Notebooks noch nie – dank neuer Prozessorgeneration. Fortschritt auch bei den Netbooks: Ihr Akku hält länger durch.

Ein kleiner Prozessor – ein großer Schritt für Notebooks. Sie haben einen Leistungssprung gemacht. Verantwortlich dafür ist die neue Generation an Prozessoren wie der Intel Core i3 und i5. Der Prozessor ist das rechnende Herzstück des Computers und maßgeblich für die Leistung. Acht Notebooks im Test verwenden einen Chip von Intel, HP Pavilion einen von AMD. Der neue Prozessor greift schneller auf den Arbeitsspeicher zu. Früher staute sich der Datenfluss, jetzt läuft alles flotter.

Sehr gut im Rechnen

Getestet haben wir neun Mittelklasse-Notebooks mit einer Bildschirmdiagonale von etwa 40 Zentimetern (16 Zoll) in der Preisklasse von knapp 700 bis 820 Euro. Alle neun überzeugen bei der Rechenleistung. Sie sind sogar sehr gut. Im letzten Test schaffte das noch kein einziges Notebook (siehe test 11/09). Sowohl bei einfachen Büroanwendungen als auch bei Spielen ist der Leistungskick zu spüren. Software zum Beispiel kann jetzt schneller installiert werden. Und auch bei den 3D-Spielen schlugen sich die aktuellen Notebooks so gut wie nie – drei sogar sehr gut.

Glänzend, aber nicht überzeugend

Bei anderen Punkten gibt es weniger Fortschritte. Alle Displays glänzen und sind nur befriedigend. Die spiegelnden Displays zeigen zwar etwas intensivere Bilder, sind aber anfälliger für störende Reflexionen – besonders im Freien. Jetzt im Sommer bei strahlendem Sonnenschein auf der Parkbank ein paar E-Mails zu schreiben, macht mit ihnen wenig Spaß.

Guter Akku bei Acer Aspire Timeline

Nicht nur das Display, auch der Akku kann den mobilen Einsatz erschweren – und bei den Notebooks hat sich da wenig verbessert. Wer zum Beispiel die Zeit im Zug nutzen möchte, um einen Film zu sehen, schätzt ein Notebook, das eine DVD lang im Akkubetrieb durchhält. Bei den Notebooks von HP und Sony geht der Saft jedoch schneller aus, und das Happyend bleibt im Dunkeln. Nur ein Notebook hat einen guten Akku: Acer Aspire Timeline. Intensivgenutzt hält dieser zwei Stunden und 40 Minuten durch – etwa doppelt so lange wie die Akkus von HP und Sony.

Die Kleinen werden kräftiger

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Viele Note- und Netbooks haben inzwischen ein Multitouchpad. Mit Fingerbewegungen können Ansichten vergrößert und verkleinert sowie Seiten geblättert werden.

Neben den Notebooks haben wir neun Netbooks mit einer Bildschirmdiagonale von etwa 26 Zentimetern (10 Zoll) verglichen. Sie kosten zwischen 280 und 385 Euro. Auch die Netbooks haben Fortschritte gemacht, wenn auch kleinere. Vor allem die Akkus halten länger durch als früher. Gleich sieben sind sehr gut, was den mobilen Einsatz erleichtert – ob in der Uni oder im Biergarten. Der Akku vom Testsieger Samsung ist am besten. Er hält beim Surfen länger als zehn Stunden durch. Ganze sieben Stunden und zehn Minuten schafft er es, eine DVD bei voller Bildschirmhelligkeit – über ein externes Laufwerk – abzuspielen, ohne an die Steckdose zu müssen.

Gute Displays haben Acer, Dell und Samsung. Der Dell-Bildschirm spiegelt zwar wie die Mehrzahl, er besticht aber durch die höchste Auflösung und intensive Farben. Die Netbooks sind etwas vielseitiger als früher, bis auf den MSI haben alle eine Festplatte mit 250-Gigabyte-Speicher. Sie bieten auch etwas mehr Software als früher, insgesamt aber zeigen sich die Anbieter angesichts der günstigen Netbookpreise bei Hard- und Software weiterhin knauserig.

Minis für draußen

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Sehr gut bei 3D-Spielen: Samsung, einer der beiden Testsieger.

Bildschirm und Tasten der Netbooks sind kleiner als bei den Notebooks, das erschwert das Tippen. Auch haben sie weniger Anschlüsse und kein CD- oder DVD-Laufwerk. Vor allem die Rechenleistung zeigt, dass die Netbooks kein ebenbürtiger Ersatz für Notebooks sind. Mehr als befriedigend erreicht keines. Bei der Bildbearbeitung sind sie recht langsam, für 3D-Spiele nicht geeignet, da sie keinen eigenen Grafikspeicher haben. Sie sind jedoch auch eher für Alltagsaufgaben gedacht. Deshalb fließen die Noten für die Multimedia- und Spieletests mit deutlich geringerer Gewichtung bei der Beurteilung der Rechenleistung ein. Um Texte zu schreiben, im Internet zu surfen und für unterwegs, sind die Minis durchaus geeignet – auch dank langer Akkulaufzeiten.

Windows 7 auf dem Vormarsch

Beim Betriebssystem hat sich Windows 7 durchgesetzt. Das System ist ausgereifter und komfortabler als seine Vorgänger. Mit den Notebooks kommt Windows 7 HomePremium, bis auf Samsung in der 64-Bit-Variante. Sie nutzt den Arbeitsspeicher besser als die 32-Bit-Variante. Nicht für alle älteren Geräte gibt es jedoch einen 64-Bit-Treiber. Ein alter Drucker könnte dann nicht mehr funktionieren. Die Netbooks bieten die abgespeckte Starter-Version, die weniger Multimedia- und Komfortfunktionen mitbringt. So gibt es keine Miniaturvorschau für geöffnete Programme.

Testsieger mit schwachem Service

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Nie den Anschluss verlieren: HDMI, eSata und USB (Mitte).

Von den Noten her empfehlen sich im Test Note- und Netbooks von Acer und Samsung. Doch ihr Service kann mit der guten Hardware nicht mithalten. In unserer Untersuchung zum Reparaturservice von Notebooks nach Ablauf der Garantie (siehe test 7/10) schnitten beide nur ausreichend ab. Minimalreparaturen wie eine verschmutzte Linse des DVD-Laufwerks dauerten im Mittel drei bis vier Wochen und kosteten durchschnittlich mehr als 200 Euro. Noch schlimmer: Anbieter Asus verweigerte die Reparatur bei zwei defekten Notebooks mit der Begründung, dass die rund fünf Jahre alten Geräte zu alt seien.

Tipp: Wem Service wichtig ist, der sollte deshalb eher zu Dell und Toshiba greifen. Diese beiden Notebooks im Test stellen einen Kompromiss dar mit immerhin befriedigendem Service und guter Hardware.

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