Notebooks und Netbooks Test

Im Test siegt ein Apple-Notebook. Doch es ist teuer. Andere „Gute“ kosten weniger als die Hälfte. Überrascht haben die kleinen Netbooks.

Nie waren Notebooks günstiger. Die Preise haben sich in den vergangenen vier Jahren mehr als halbiert: Laut Statistischem Bundesamt gingen sie von 2005 bis Juni 2009 um knapp 61 Prozent zurück.

Daran haben auch Netbooks ihren Anteil. Das günstigste im Test ist schon für knapp 300 Euro zu haben. Neben den Minirechnern haben wir aktuelle Notebooks der Standardgröße von rund 40 Zentimeter Bildschirmdiagonale (Preisbereich 700 bis 800 Euro) und große Notebooks mit 44 bis 47 Zentimeter Diagonale (um die 1 000 Euro) getestet. Mehr zahlen muss, wer das geprüfte Apple MacBook Pro sein Eigen nennen will: Es ist mit 1 640 Euro im Vergleich zu jedem anderen getesteten Notebook ähnlicher Größe mehr als doppelt so teuer.

Apple außer Konkurrenz

Nicht nur preislich gesehen spielen Apple-Rechner in einer anderen Liga, sie laufen auch mit einem eigenen Betriebssystem. In der Testtabelle stehen sie in einer Extra-Produktgruppe. Das Testergebnis dürfte Apple-Fans freuen: Das getestete MacBook Pro besticht durch „gute“ Rechenleistung und Handhabung, lange Akkulaufzeit, geringen Stromverbrauch, ist leicht und leise. Außerdem hat es das beste Display. Für das getestete matte Display muss zwar ein Aufpreis von 45 Euro gezahlt werden, der lohnt sich aber. Denn auf spiegelnden Displays sieht man bei ungünstigen Lichtverhältnissen statt Text und Bild vor allem sich selbst. Im Laden mag die Verspiegelung durch ihre Brillanz überzeugen, doch spätestens bei den ersten Sonnenstrahlen ist sie nur noch nervig. Von allen anderen Geräten im Test haben sonst bloß zwei Netbooks matte Displays – die von Samsung und Asus.

Gleich drei „gute“ Netbooks

Eine Überraschung boten jedoch weniger die Displays der Netbooks als vielmehr ihr Gesamtergebnis. Erstmals schneiden Vertreter der Minis „gut“ ab und dann gleich drei: das Toshiba NB200-110, das Acer As-pire One D250 und das Samsung N130-anyNet N270 BN. Ein „gutes“ Notebook können sie aber nicht ersetzen. Für Bild- oder gar Videobearbeitung und Spiele sind die Kleinen einfach nicht geeignet. Außerdem haben sie kein Laufwerk für CDs und DVDs, weniger Anschlüsse und sind kaum mit Software ausgestattet. Um zu e-mailen, zu surfen, Fotos anzusehen und Texte zu tippen genügen sie aber allemal – zumindest den Nutzern, die mit kleinem Display und kleiner Tastatur auskommen.

Netbook von Toshiba liegt vorn

Am meisten überzeugt das Toshiba-Netbook, das erste des japanischen Anbieters in der getesteten Größe. Es hat den besten Akku von allen. Der steht zwar heraus (siehe Foto oben), hielt beim Abspielen einer DVD von einem externen Laufwerk aber fast viereinhalb Stunden durch, beim Surfen sogar achteinhalb. Das Debüt von Sony in der Größenklasse ist nicht so erfolgreich: Das VPCW11S1E/W ist nur „ausreichend“. Filme mit über 100 Minuten Länge schafft sein Akku nicht, und beim Internetsurfen ist er schon nach drei Stunden leer.

Schwere Begleiter

Notebooks und Netbooks Test

Verwirrend: Der An/Aus-Schalter der beiden Notebooks von Acer wirkt auf den ersten Blick wie ein Design-Element.

Unterschiede bei den Akkus gibt es auch bei den großen Notebooks mit mehr als 43 Zentimeter Bildschirmdiagonale: Der einzige „Gute“ ist im Dell Inspiron 17 eingebaut. Er hält bei intensiver Nutzung mehr als zweieinhalb Stunden durch. Der schwache Akku des großen Asus macht selbst bei geringer Nutzung schon früher schlapp.

Enttäuschend ist, dass sich die Großen in der Rechenleistung kaum von den Notebooks der Standardgröße unterscheiden. Prozessor und Grafikkarte sind teils gleich, mehr Arbeits- und Festplattenspeicher gibt es auch nicht. Nur der große Samsung ist „sehr gut“ für 3D-Spiele geeignet. Er ist der beste der Großen und kann es mit 2,9 Kilogramm sogar im Gewicht mit der Standardklasse aufnehmen. Die Riesen von Acer und Asus werden mit 4,2 Kilogramm schnell schwer unterm Arm. Sie eignen sich nur bedingt für unterwegs und sind mit ihren großen Displays und Ziffernblocks eher eine Alternative zum Schreibtisch-PC.

Standardgröße als Kompromiss

Notebooks der Standardgröße mit rund 40 Zentimeter Bildschirmdiago­nale bleiben für viele der beste Kompromiss. Sie bieten mehr Rechenleistung und größere Displays als die Kleinen und sind besser zu transportieren als die Großen. Bei den preislich nah beieinanderliegenden Geräten tanzt das Fujitsu aus der Reihe: Seine Rechenleistung ist nur „befriedigend“, 3D-Spiele machen mit der eingebauten Grafikkarte keinen Spaß. Beim Akkuvergleich gewinnt Dells Studio 15, Asus und HP verlieren.

Stromfresser und Stromsparer

Den höchsten Stromverbrauch hat der HP Pavilion. Läuft er jeden Tag fast vier Stunden, verbraucht er bei einem Kilowattstundenpreis von durchschnittlich 20 Cent im Jahr Strom im Wert von rund 17 Euro – so viel wie ein aktueller hocheffizienter Kühlschrank ohne Eisfach. Nur rund 5 Euro Stromkosten pro Jahr verursachen die Netbooks im Test, der Gesamtstromverbrauch ist bei allen „sehr gut“. Im Betrieb schlucken sie nur rund ein Zehntel von dem, was ein stationärer PC mit 19-Zoll-Monitor aus der Leitung zieht. Bei den Notebooks ist das Apple MacBook Pro am sparsamsten.

Fast alle Displays im Breitbildformat

Notebooks und Netbooks Test

Praktisch: Die Tastaturbeleuchtung des großen Acer hilft beim Tippen im Dunkeln. Sonst sind nur Apple-Tasten voll beleuchtet.

Im Vergleich zu früheren Tests fällt auf, dass die Anbieter verstärkt auf Bildschirme im 16:9-Breitbildformat setzen. So lassen sich Filme ohne störende schwarze Balken ansehen. Bislang überwog das 16:10-Format, das jetzt nur noch beim MacBook Pro zu finden ist. Mit dem Format verändert sich auch die Auflö­sung: Bisher waren bei der Standardgröße 1 280 x 800 Bildpunkte üblich, jetzt sind es 1366 x 768. Diese hohe Auflösung hat als einziges Netbook auch das von Sony. Noch mehr Bildpunkte bieten sich bei den großen Notebooks an, um pixelige Darstellungen zu vermeiden.

Tipp: Bei höherer Auflösung sind Schrift und Symbole in der Voreinstellung kleiner dargestellt. Sie lassen sich aber in der Systemsteuerung unter „Anzeige“ vergrößern.

Abgesehen vom filmtauglichen Bildformat setzen die Anbieter aber nicht verstärkt auf Multimedia. Einen Blu-ray-Spieler hat nur der große Dell. Ihm fehlt aber ein HDMI-Ausgang zum Filmgenuss in hochauflösender Qualität auf dem Fernseher. Eine TV-Karte bietet nur der große Acer. Und der Klang der eingebauten Lautsprecher ist nur bei den Acer-Notebooks glatt „gut“.

Fingerabdruck oder Passwort

Beide Acer-Notebooks haben auch einen Fingerabdruckscanner. Er sichert den Datenzugang biometrisch und ersetzt lästiges Passwortmerken. Doch so wie Passwörter geknackt werden können, lassen sich auch Fingerabdrücke mit dem entsprechenden Know-how und Hilfsmitteln fälschen. Beide Sicherungssysteme sind angreifbar, aber immer noch besser als gar keins.

Mehr Komfort mit Windows 7

Sieben Notebooks liegt ein Gutschein für das neue, ausgereiftere und übersichtli­chere Betriebssystem Windows 7 bei. Sie lassen sich damit für 15 bis 30 Euro aufrüsten. Bei allen anderen Windows-Rechnern würde die Umstellung von Vista oder XP etwa 120 Euro kosten.

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