Notebooks und Netbooks Test

Notebooks für den Schreibtisch, Netbooks für unterwegs: Vier der Minirechner haben „sehr gute“ Akkus. Weniger erfreulich: Glänzende Displays auch bei Netbooks.

Während die Verkaufszahlen von klassischen Schreibtischrechnern sinken, ist der Ansturm auf Mobilrechner ungebrochen. Getragen wird der Boom zunehmend von den Netbooks. Diese Minirechner haben sich in kurzer Zeit zu Lieblingsprodukten der Computerkäufer gemausert. Das mag am niedrigen Preis oder am hohen Niedlichkeitsfaktor der Kleinen liegen. Oder auch daran, dass viele Nutzer schon ein Notebook haben und es mit einem kompakten Zweitgerät für unterwegs ergänzen wollen. Vier von neun Netbooks im Test sind dafür durchaus empfehlenswert – sofern man sich über die Einschränkungen der Winzlinge im Klaren ist.

Kleine Tasten, keine DVDs

Notebooks und Netbooks Test

Die Netbooks von Archos und Belinea vergeuden den ohnehin knappen Platz der kleinen mobilen Computer mit einem Rahmen neben der Tastatur. Die Folge sind besonders fummelige Tasten.

Einige davon sind relativ offensichtlich: Mangels optischem Laufwerk können die Netbooks keine DVDs abspielen. Auf ihre kleinen Displays passt weniger Information als auf die größeren Bildschirme der Notebooks. Und auf den kleinen Tastaturen tippt es sich nicht so flüssig wie auf einer großen. Besonders die Netbooks von Acer, Archos, Belinea und Lenovo haben ziemlich fummelige Tasten. Ein weiterer Nachteil der Kleinen: Sie haben weniger Anschlüsse. Netbooks verfügen höchstens über drei USB-Anschlüsse, viele Notebooks haben immerhin vier. Und nur das Lenovo S10e hat einen ExpressCard-Steckplatz, mit dem man zum Beispiel ein Funkmodem, eine Sound- oder eine TV-Karte nachrüsten kann. Bei den übrigen Netbooks kann man solche Zusatzfunktionen nur über ein externes USB-Gerät ergänzen.

Netbooks mit wenig Rechenleistung

Eine andere große Einschränkung ist die geringe Rechenleistung. Alle Netbooks im Test nutzen Varianten von Intels preiswertem Atom-Prozessor, der auf geringen Strom­verbrauch optimiert ist und bei der Rechenleistung mit den Doppelkern-Prozessoren der großen Notebooks nicht mithalten kann. Auch haben sie keinen schnellen Grafikprozessor mit eigenem Speicher. So kann man mit ihnen zwar im Internet surfen, Texte bearbeiten und Musik oder Filmchen abspielen. Aber für Bild- oder Videobearbeitung sind die Kleinen nicht geschaffen. Die Großen im Test sind dagegen fast alle gut zur Multimediabearbeitung geeignet, die von Acer und Toshiba meistern sogar aktuelle 3D-Actionspiele ganz „gut“.

Die Kleinen punkten unterwegs

Ihre größten Stärken zeigen die kleinen Netbooks unterwegs: Sie wiegen nur etwa halb so viel wie die 40-Zentimeter-Notebooks und passen problemlos in jeden Rucksack oder jede Aktentasche. Da kann nur das elegante, mit 1 200 Euro aber auch recht teure Aluminium-MacBook von Apple mithalten: Mit einer Bildschirmdiago­nale von zirka 34 Zentimetern ist es kompakter als die größeren Notebooks und zugleich flacher als jedes Netbook im Test.

Starke Akkus für mobile Nutzung

Notebooks und Netbooks Test

Bei manchen Netbooks steht der abnehmbare Akku ziemlich weit hervor, wie hier beim Acer Aspire One zu sehen ist.

Bei der Akkuleistung zeigen sich immerhin vier der Netbooks im Test bestens gerüstet für den Einsatz unterwegs. Den Spitzenplatz belegt hier das MSI Wind, das im normalen Surfbetrieb fast acht Stunden mit einer Akkuladung auskommt. Auch die geprüften Netbooks von Acer, Asus und Samsung bringen „sehr gute“ Akkuwerte – eine erfreuliche Verbesserung gegenüber dem Vortest im Dezemberheft. Der Hauptgrund: Es werden zunehmend Geräte mit größeren Akkus angeboten. Wer sein Netbook unabhängig vom Stromnetz nutzen will, greift, wenn mehrere Versionen zur Auswahl stehen, besser zu der etwas teureren mit stärkerem Akku. Bei vielen kann man ihn aber auch noch nachkaufen.

Viele Netbooks mit Spiegeldisplays

Notebooks und Netbooks Test

Alle Notebooks und fünf Netbooks im Test haben spiegelnde Displays, die je nach Lichtverhältnissen mit störenden Reflexionen nerven.

Notebooks für Privatnutzer haben inzwischen fast ausnahmslos spiegelnde Displays. Die zeigen etwas brillantere Bilder als matte, sind aber sehr anfällig für Reflexionen, die die Arbeit erschweren können. Das ist besonders beim mobilen Einsatz schlecht, wo man störende Lichtquellen oft nicht vermeiden kann. Umso ärgerlicher, dass auch viele Netbooks spiegelnde Displayoberflächen haben. Nur die Bildschirme von Archos, Asus, Belinea und MSI sind matt, wobei der von MSI am hellsten ist.

Betriebssystem auf Speicherchips

Das MSI Wind Luxury Hybrid und das Lenovo S10e nutzen eine spezielle Technik, die die Akkuleistung verbessern und das Arbeitstempo beschleunigen soll: Das Betriebssystem ist nicht auf der Festplatte ins­talliert, sondern auf zusätzlichen Speicherchips, wie sie auch in Speicherkarten vorkommen. „SSD“ wird das genannt, kurz für „Solid State Drive“ (frei übersetzt: Laufwerk ohne bewegliche Teile). Tatsächlich startet das MSI Wind schneller als die anderen. Beim Lenovo stimmt allerdings etwas mit der Konfiguration nicht: Die eigentliche Festplatte wurde zunächst nicht erkannt und musste nachträglich ins Betriebssystem eingebunden werden, was Computerlaien kaum zuzumuten ist.

Fehler bei der Konfiguration

Weitere Probleme bei der Konfiguration der Rechner: Beim großen Toshiba und dem kleinen Dell waren die Bluetooth-Funkadapter nicht korrekt installiert, was sich aber unkompliziert beheben ließ.

Bei den Notebooks von Samsung und Sony arbeiteten die WLan-Funknetzadapter mit einem bestimmten Funkrouter nicht stabil zusammen. Allerdings nur beim Betrieb mit dem neuen Funkstandard 802.11n, der noch nicht vom zuständigen Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) verabschiedet ist. Unter dem bisherigen Standard 802.11g klappte es dann. Probleme mit dem zukünftigen Standard werden hoffentlich noch durch Software-Aktualisierungen behoben.

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