Notebooks und All-in-one-PCs Test

Computer mit Touchscreen laden zum Spielen ein. Doch bei der Rechenleistung bieten Notebooks mehr.

Daumen und Zeigefinger gehen auseinander, das Bild des Mädchens mit der gelb-blauen Mütze und dem dicken Schal wird größer. Der Zeigefinger bewegt sich nach rechts und nach links, das Bild folgt wie von Zauberhand, dem berührungsempfindlichen Bildschirm sei Dank. Am Touchscreen, wie die Displays heißen, kann der Nutzer Fotos per Fingerzeig vorführen und spielerisch bearbeiten – ganz ohne Maus und Tastatur.

Vielen ist die Bedienung per Fingerzeig von Geld- und Fahrkartenautomaten bekannt. Multitouch ist eine Weiterentwicklung, die auch Vergrößern und Verkleinern mit zwei Fingern ermöglicht. Populär gemacht hat sie das iPhone. Nun haben Computerhersteller das Prinzip auf die All-in-one-PCs übertragen.

Die Kiste ist weg

Testsieger 2010: Die besten Kameras, Notebooks & Co.

Charakteristisch für sie sind die Bildschirme. Der ganze PC steckt in diesem Gehäuse, die störende Kiste unterm Tisch entfällt. Deshalb tragen diese Computer den Namen All-in-one-PCs. Solche Bildschirme mit PC sind schwerer und tiefer als normale Monitore. Entwicklungen wie die All-in-one-PCs als platzsparende Komplettlösung sind Versuche, den Markt anzukurbeln. Denn PCs können bei den Verkaufszahlen schon lange nicht mehr mit Notebooks mithalten. Der Test zeigt, wie sich die Bildschirm-Computer im Vergleich zu Notebooks schlagen.

Den Spieltrieb geweckt

Der Touchscreen weckt besonders am Anfang den Spieltrieb. Es macht Spaß, die Dinge auf dem Bildschirm per Fingerzeig zu bewegen. Ob das aber so bleibt, ist fraglich. Zurzeit gibt es außer ein paar Multimedia- und Spieleanwendungen wenig, bei dem ein berührungsempfindlicher Bildschirm am PC überzeugt. Die meisten Nutzer werden im Alltag wohl weiterhin zur mitgelieferten Tastatur oder Maus greifen. Auch sind nicht alle Benutzeroberflächen der Bildschirm-PCs gut an den Touchscreen angepasst (siehe Unser Rat).

So bietet Sony keine spezielle Benutzeroberfläche. Asus kann hier ebenfalls nicht überzeugen. Auch insgesamt schneidet der kleinste und günstigste Bildschirm-PC nur befriedigend ab. Alle anderen sind gut. Die Nase vorn haben der Acer Aspire mit der überzeugendsten Rechenleistung und der recht flache Packard Bell OneTwo L.

Rechenleistung bei Notebooks besser

Notebooks und All-in-one-PCs Test

Deutlich: Die Bildschirm-PCs überragen die Notebooks – allerdings nur in der Größe.

Überrascht haben uns die PCs bei der Rechenleistung, hier hätten wir bessere Ergebnisse als bei den Notebooks erwartet. Die meisten können jedoch nicht mit den hervorragenden Leistungen der Notebooks mithalten. Der Grund: In den Bildschirm-Computern sind teilweise leistungsschwächere Prozessoren eingebaut. Damit erreichen sie in der Rechenleistung dennoch mindestens gute Noten. Die Notebooks besitzen außerdem oft einen größeren Grafikspeicher, sechs sogar eine zweite Grafikkarte. Bei den Bildschirm-PCs schneiden dafür die Displays besser ab. Sie sind zum Beispiel auch beim Blick von der Seite noch gut lesbar.

Medion ist gut und günstig

Bis auf den Sony Vaio erzielen auch alle Notebooks im Test ein gutes Gesamtergebnis. Vorn bei den Windows-Rechnern liegt das Medion Akoya P6625, obwohl es für 655 Euro das billigste ist. Es besitzt ein gutes Display, das einzige matte im Test. Für den mobilen Einsatz ist das wichtig: Bei Sonnenlicht stören keine Spiegelungen.

Das Medion ist vorwiegend im Internet erhältlich. Allerdings gibt es nur noch Restbestände. Ein Nachfolgemodell zum gleichen Preis ist aber schon auf dem Markt. Laut Anbieter hat es einen anderen Prozessor, sonst gibt es aber keine technischen Änderungen. Fast genauso gut zeigen sich im Test die Windows-Notebooks von HP, Lenovo und Samsung.

Apple hält am längsten durch

Etwas besser noch als das Medion platziert sich das MacBook Pro von Apple. Für 1 770 Euro ist es aber auch wesentlich teurer. Vor allem sticht der sehr gute Akku hervor: Er hält sechseinhalb Stunden beim Surfen im Internet durch. Die anderen Akkus schaffen bestenfalls etwas mehr als vier Stunden. Der eingebaute Akku im Sony Vaio macht schon nach drei Stunden Surfen schlapp, lädt aber zweieinhalb Stunden. Das ist nur ausreichend.

Einen unerfreulichen Trend gibt es bei der Ausstattung: Die Anbieter sparen, wie der Vergleich zum letzten Test zeigt. Sechs Notebooks haben sie mit 320 Gigabyte eine relativ kleine Festplatte spendiert. Auch Blu-ray-Spieler oder schnelle USB-3.0-Anschlüsse haben wir vermisst.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1710 Nutzer finden das hilfreich.