Notebook von Plus Schnelltest

Mit einem Notebook für 699 Euro versucht Plus in dieser Woche, Kunden in die Filialen zu locken. Dafür gibt es ein Gerät der Marke Packard Bell mit etwas betagterem Mobile AMD Sempron-Prozessor auf einer Hauptplatine mit integriertem Grafikprozessor ohne eigenem Speicher. Rekordverdächtiges Rechentempo ist da sicher nicht drin. Für Surfen, Tippen und DVD-Gucken sollte die Leistung locker reichen. Der Schnelltest klärt, was das Notebook aus dem Plus-Angebot kann.

Mit Spiegelbild

Wer den Laptop aufklappt, schaut in sein eigenes Spiegelbild. „Diamond View Hochglanzdisplay“ heißt das im Werbeprospekt. Beim Arbeiten ist der reflektierende Bildschirm unpraktisch: Selbst bei mäßig hellem Hintergrund mischt sich das Spiegelbild des Betrachters in die Bildschirmanzeige. Wenn Licht auf das Display scheint, ist fast nichts mehr zu erkennen. Besser sind hier Notebooks mit matter Oberfläche.

Ordentliches Handbuch

Das Handbuch ist klein, aber ausreichend. Es klärt alle wichtigen Fragen. Wer darüber hinaus den Speicher erweitern will oder andere knifflige Fragen hat, findet die Antworten mit Bildern im Handbuch auf dem Rechner.

Wenig Zubehör und Software

An Zubehör und Software hat Plus allerdings gespart. Bei anderen Notebooks sind oft noch Fernsehmodule, Notebooktaschen und zumindest die wichtigsten Kabel und Adapter zu finden. Der Karton von Plus bleibt dagegen weitgehend leer. Auch das Softwarepaket fällt ziemlich bescheiden aus: Zum Schreiben gibt es nur das XP-Miniprogramm Wordpad. Wer ein ordentliches Textverarbeitungsprogramm braucht, muss das extra kaufen. Andere Notebooks vom Discounter enthielten oft schon Word 2003.

Kaum Anschlüsse

Enttäuschend sind auch die wenigen Anschlüsse. Es gibt weder einen Schlitz für PCMCIA, noch für PC-Express oder sonstige Karten. Somit kann der Rechner keine Urlaubsbilder vom Chip in der Digitalkamera auslesen. Auch eine Bluetooth-Schnittstelle für drahtlose Vernetzung von mehreren Geräten suchen Nutzer vergeblich. Somit ist das Gerät nur sehr eingeschränkt einsetzbar. Wenigstens brennen kann das Notebook: CDs, DVD+R, DVD-R und Double-Layer Brennen sind möglich.

Schwacher Akku

Der Akku lädt lange und hält kurz. Nach 150 Minuten Ladezeit ist der Akku nicht einmal zu 60 Prozent voll - und er lädt immer noch. Bei intensiver Nutzung reicht die Energie aber nur für rund 90 Minuten. Wer einen Krimi normaler Länge auf DVD schaut, verpasst möglicherweise das spannende Ende. Auch bei geringer Nutzung geht der Saft schon nach 130 Minuten aus. Andere Notebooks aus dem Vergleichstest 02/2006 laden ihre Akkus wesentlich schneller auf und halten trotzdem länger.

Reisegutschein mit Haken

Anstelle von Zubehör und ordentlicher Software liegt dem Notebook ein Reisegutschein der Firma Bon Voyage im Wert von 50 Euro bei. Dieser Gutschein hat mehrere Haken: Zum einen können Interessenten nur über die kostenpflichtige Bon Voyage Hotline buchen. Fachliche Beratung wie im Reisebüro ist dort kaum zu erwarten. Zum anderen bekommt die Gutschrift von 50 Euro nur, wer eine Flugpauschalreise, Studienreise oder eine Kreuzfahrt von mindestens einer Woche aus den angegebenen Katalogen bucht.

test-Kommentar: Sparpaket
Technische Daten und Austattung: Im Überblick

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