Notebook von Lidl Schnelltest

Von wegen billig. 1 399 Euro sind ein stolzer Preis für ein Notebook. Dafür wartet das Lidl-Angebot von gestern mit Technik vom Feinsten und reichlich Zubehör auf. Im nagelneuen Modell der Marke Targa werkelt ein AMD 64 Mobile Athlon 3000+ und eine ATI Mobility Radeon 9700-Grafikkarte. Das lässt reichlich Leistung und Spieletauglichkeit erwarten. Im Schnelltest muss das Targa-Notebook zeigen, wie viel Leistung drin steckt und wie lange es mit einer Akkuladung durchhält.

Vom Rückgaberecht ausgeschlossen

Wie immer beim Einkauf von Computern bei Lidl gilt: Die Rückgabe ist ausgeschlossen. Anders als sonst bei dem Discounter üblich gibts nur Gewährleistung und Garantie, aber nicht generell das Geld zurück. Immerhin: Diesmal stehts zwar - ziemlich klein, aber immerhin - schon im Prospekt. Früher eröffnete Lidl Computer-Käufern erst beim Bezahlen an der Kasse, dass sie auf die zusätzliche Geld-zurück-Garantie verzichten müssen.

Karton mit reichlich Inhalt

Im Karton findet sich außer dem Notebook noch reichlich Zubehör: Lidl liefert eine Extra-Maus, einen 64 MB Speicher-Stick, eine Fernbedienung, eine USB-Lampe und eine Notebooktasche mit. Bei den meisten anderen Notebooks ist für solches Zubehör extra zu zahlen. Ebenfalls mit von der Partie: Eine Grundausstattung an Software. Richtig reichhaltig fällt sie allerdings nicht aus. Die Works Suite deckt die meisten Wünsche nach Büro-Software ab. Excel fehlt allerdings.

Leistung wie ein Großer

Bei der Leistung erfüllt das Targa-Notebook alle Erwartungen: Die meisten anderen Notebooks hängt es locker ab. Sogar mit den besten 1 000 Euro-PC kann es mithalten. Selbst die neuesten Computer-Spiele laufen flüssig über den angenehm großen und hellen Bildschirm. Aber Achtung: So viel Leistung brauchen tatsächlich nur hartgesottene Zocker. Wer vor allem surfen, Büroarbeit erledigen und vielleicht zwischendurch mal etwas DVD gucken will, kommt mit viel weniger Leistung aus und kann ein deutlich preiswerteres Notebook kaufen.

Reichlich Rauschen

Kehrseite der Spitzenleistung: Die Lüfter zur Kühlung von Prozessor und Grafikkarte gehen deutlich hörbar zu Werke und springen recht häufig an. Bei längerem Arbeiten nervt das Rauschen ziemlich. Auch beim Stromverbrauch bekleckert sich das Targa-Notebook nicht mit Ruhm: 72 Watt bei Vollast und 43 Watt im Leerlauf sind in Ordnung. Etwas über 6 Watt im Windows XP-Stand-By sind allerdings eindeutig zu viel.

Ausdauer nur mäßig

In Sachen Ausdauer schneidet das Targa-Notebook bescheiden ab. Beim Abspielen von DVDs hält es gut zwei Stunden durch. Die meisten Notebooks schaffen 20 bis 30 Minuten mehr, einzelne kommen sogar auf dreieinhalb Stunden Spielzeit ohne Steckdosen-Stopp. Besonders enttäuschend: Im per Benchmarkprogramm Mobile Mark simulierten Mischbetrieb mit Wechsel zwischen Last- und Ruhephasen hält das Lidl-Notebook nur rund eine viertel Stunde länger durch als beim DVD-Abspielen. Das ist schwach. Andere Notebooks nutzen die Akku-Energie sehr viel besser und schaffen beim Mobile-Mark über fünf Stunden. Kleiner Trost: Der Akku ist nach anderthalb Stunden und damit vergleichsweise schnell wieder voll aufgeladen.

Hilfreiche Lektüre

Ein grosses Lob bekommt das Targa-Notebook für das mitgelieferte Handbuch. Während sonst oft nur billige Heftchen beiliegen, gibts zum Lidl-Notebook ein richtiges Buch mit reichlich hilfreichen Tipps. Allerdings: Alle auftretenden Probleme und Fragen lassen sich angesichts der Komplexität moderner Hard- und Software auch mit diesem Handbuch nicht lösen.

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