Notebook von Aldi Schnelltest

Die Zukunft hat begonnen. Das Notebook, das bei Aldi-Nord ab heute und bei Aldi-Süd ab morgen zu haben ist, kommt zwar noch mit Windows XP daher, hat aber schon die Lizenz für das neue Windows Vista. Ab Ende Januar ist das neue Betriebssystem zu haben. „Kostenlos“, schreibt Aldi in der Werbung. Ziemlich versteckt in einer Fußnote kommt allerdings die Ergänzung: Für den Versand der Software sind 19,95 Euro fällig. Außer der Lizenz für die Zukunft hat das Notebook einen Intel Core Duo-Prozessor, einen Gigabyte Arbeitsspeicher, eine 160 Gigabyte große Festplatte und ein Modul für DVB-T-Fernsehempfang. Es kostet 999 Euro. Der Schnelltest klärt, was es taugt und wofür es zu gebrauchen ist.

Bildschirm ohne Spiegelungen

Sehr schön: Nach reichlich glänzenden Angeboten mit - je nach Umgebung - störenden Reflektionen hat das aktuelle Aldi-Notebook einen Bildschirm mit matter Oberfläche. Gewohnt gut: das Handbuch. Es ist klar und verständlich und enthält die wichtigsten Informationen. Selbst Neulinge dürften so wenig Probleme mit dem ersten Start haben. Nicht ganz so schön: Der Umfang an Software bleibt hinter den Programmpaketen früherer Aldi-PCs und -Notebooks zurück. Ein vollständige Word-Version gibts nicht mehr. Das Lexikon Encarta und der Autoroutenplaner von Microsoft fehlen ebenfalls. Immerhin: Works 8.5 ist an Bord. Damit lassen sich fast alle Büroarbeiten problemlos erledigen. Reichhaltig ist das Hardware-Zubehör: DVB-T-Modul mit Teleskopantenne, Maus, Fernbedienung und Headset sind mit von der Partie.

Mehr Leistung als versprochen

Kleine Überraschung bei Überprüfung der Ausstattung: Statt des von der Werbung versprochenen T2050-Prozessor steckte in den bei Aldi-Nord eingekauften test-Notebooks ein etwas größerer T2300. Dessen beide Prozessorkerne laufen mit jeweils 1,66 statt der angekündigten 1,60 Gigahertz und bedienen den Arbeitsspeicher mit bis zu 667 statt bloß mit 533 Megahertz. Das führt zu einem Plus an Leistung. Ob das für alle aktuellen Aldi-Notebooks gilt oder ein Teil der Geräte tatsächlich mit dem etwas langsameren T2050-Prozessor ausgestattet ist, bleibt unklar.

Genug Leistung für Multimedia

Bei der Rechenleistung sammelt das Aldi-Notebook fleißig Punkte. Der unerwartet starke Doppelkern-Prozessor rechnet flott. Dennoch kann er sich von der Konkurrenz kaum abheben. Für allerneueste 3D-Spiele reicht die Leistung des Grafikprozessors nur so gerade eben. Sie flimmern zuweilen nur stockend über den Schirm. Bei älteren Spielen läuft alles flüssig und auch sonst reicht die Leistung nicht nur für Büroarbeit und Bildbearbeitung, sondern auch für zügige Musikkomprimierung und Videoschnitt. Trotz der hohen Leistung bleibt das Aldi-Notebook diskret. Das Lüfter-Rauschen hält sich in angenehmen Grenzen. Unklar ist, wie das Aldi-Notebook mit Windows Vista klarkommen wird. Das neue Betriebssystem braucht für die Nutzung aller Möglichkeiten eigentlich einen Grafikprozessor mit 128 Megabyte eigenem Grafikspeicher. Der im Aldi-Notebook kann nur auf 64 Megabyte zurückgreifen, benutzt dafür aber zusätzlich noch Teile des Arbeitsspeichers mit. Ob das Upgrade auf Windows Vista Sinn macht, bleibt abzuwarten. test.de wird berichten, sobald das neue Betriebssystem zu haben ist.

Schwäche beim Durchhaltevermögen

Bei der Prüfung der Akkulaufzeit gibts lange Gesichter. Bereits nach 100 Minuten DVD-gucken wird der Bildschirm des Aldi-Notebooks dunkel. Auch bei Simulation von notebooktypischem Mischbetrieb reichts nur für 140 Minuten. Das ist dürftig. Die insoweit besten Notebooks aus dem aktuellen Vergleichstest schaffen 120 Minuten DVD-Präsentation und 210 Minuten Mischbetrieb. Selbst das Aldi-Notebook von Oktober 2005 war konditionsstärker als das aktuelle Modell und schaffte volle zwei Stunden im DVD-Betrieb. Immerhin ist beim aktuellen Aldi-Notebook die Ladezeit angenehm kurz. Nach nicht mal zwei Stunden ist der Akku wieder voll.

test-Kommentar: Kein Überflieger
Technische Daten und Ausstattung: Im Überblick

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