Notebook-Hotlines Test

Notebook-Hotlines beraten schlecht. Die Mitarbeiter wissen wenig und können selten helfen. Die Stiftung Warentest hat 14 Hotlines getestet. Darunter Dell, HP, Medion, Sony und Fujitsu Siemens. Nur die Hotline von Dell konnte alle Fragen zum Betriebssystem Microsoft Windows XP beantworten. Zum stolzen Preis von über 80 Euro. test.de sagt, wie Sie günstiger zum Ziel kommen.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Notebook-Hotlines

Fünf Fragen zu Windows XP

Notebook-Hotlines sind verpflichtet, auch Fragen zum Betriebssystem zu beantworten. Für diese Supportleistung dürfen sie ihre PCs mit dem vorinstallierten Betriebssystem zum Vorzugspreis verkaufen. OEM-Software heißt das im Fachchinesisch. OEM für Original Equipment Manufacturer. Microsoft verweist bei Fragen zu vorinstallierter Software an die PC-Hersteller. Dort hat die Stiftung Warentest fünf Fragen zu Windows XP gestellt. Vorteil: Die Fragen sind für alle Anbieter gleich. Ein bewährtes Szenario, mit dem die Tester schon im April 2002 gearbeitet haben. Neun von 13 Notebook-Hotlines waren damals mangelhaft.

Fünf Hotlines mangelhaft

Wirklich verbessert haben sich die Hotlines seitdem nicht. Obwohl Windows XP nun seit Jahren verkauft wird, konnten die Mitarbeiter der Notebook-Hotlines im aktuellen Test nur jede zweite Frage beantworten. Fünf Hotlines sind mangelhaft: Averatec, Toshiba, Yakumo, Gericom und Targa. Sie halfen gar nicht weiter. Wenig besser: die Hotlines von Samsung, Packard Bell, IBM und Medion. Sie wissen und helfen wenig. Beratung: gerade noch ausreichend.

Mit Windows-Hilfe kein Problem

Dabei sind die Testfragen durchaus lösbar. Einige sind leicht, andere eher anspruchsvoll: Wie findet der Anwender eine versteckte Datei? Wie lassen sich ältere Multimediaprogramme unter Windows XP nutzen? Welche Notebook-Konfiguration ist sicher und spart Energie? Wie funktioniert das automatische Backup mittels Taskplaner? Und: Wie lassen sich Nutzerprofile übertragen? Für Windows-Kenner kein Problem. Mit Handbuch oder Windows-Hilfe sollten Anwender auch selbst auf die Lösungen kommen.

Nur Dell berät gut

Die Hotline-Mitarbeiter scheinen mit der Windows-Hilfe aber auf Kriegsfuß zu stehen. „Ich habe keine Idee“, sagte der IBM-Berater ganz offen. „Wie sollen wir wissen, was richtig und was falsch ist“, philosophierte die Hotline von Targa und „Das müsste irgendwo in der Windows-Hilfe beschrieben sein.“, wusste der Berater von Gericom. „Probieren Sie es einfach durch“, so seine Empfehlung. Nur die Mitarbeiter von Dell konnten alle Fragen richtig beantworten, kassierten dafür aber insgesamt über 80 Euro. Ein dickes Salär für ein paar Auskünfte aus dem Windows-Handbuch. test-Urteil: befriedigend - weil teuer.

Antwort nur für eigene Kunden

Billiger, aber auch weniger effektiv sind die Hotlines von Hewlett Packard, Sony, Fujitsu Siemens und Acer. test-Urteil: befriedigend. Wechseln können Notebook-Anwender allerdings nicht. Nur die eigene Hotline beantwortet Fragen. Die Seriennummer des Notebooks verrät, ob der Anwender Anspruch auf Hilfe hat. Offen für alle ist nur die Partnerhotline von Microsoft. Für 1,86 Euro pro Minute bietet twenty4 help Hilfe zu Windows an. Für die ersten beiden Minuten werden nur 15 Cent berechnet. Besser als die Notebookanbieter ist twenty4 help allerdings nicht. Der Microsoft-Partner konnte im Test nur eine von fünf Windows-Fragen richtig beantworten.

Kostenlos im Internet

Innovative Ansätze wie Diagnosetools zum Download oder Hilfe durch Fernzugriff bieten die getesteten Hotlines noch nicht. Mit ihnen könnten sich Firmentechniker via Telefonleitung aufs Notebook schalten, um Fehler zu beheben. Billig sind solche Verfahren allerdings nicht. Wer kostenlose Hilfe sucht, geht am besten ins Internet. Windows-Foren und Hilfeseiten geben Antwort auf viele Fragen. test.de gibt Tipps.

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