Norma-Bohrhammer Schnelltest

Der Discounter Norma verkauft seit Mittwoch, 1. Februar, einen Bohrhammer für 29,99 Euro. Das ist billig. Zum Vergleich: Markengeräte für Heimwerker kosten etwa 100 bis 250 Euro. Für 30 Euro gibts den Bohrhammer sonst nur als Leihgerät für einen Tag. Die Stiftung Warentest hat den Preishammer von Norma gekauft und schnell getestet. Das Ergebnis ist zwiespältig.

Mit Koffer und Zubehör

Wer öfter in Beton bohren will, braucht einen Bohrhammer. Mit ihrem Hammerwerk treiben diese Maschinen den Bohrer in das harte Material. Ohne großen Kraftaufwand. Schlagbohrmaschinen schaffen das nicht. Sie kommen in Beton nur millimeterweise voran. Das kostet Nerven und Kraft. Bohrhämmer wiederum sind teuer. Schon ein Leihgerät aus dem Baumarkt kostet - je nach Leistung - etwa 15 bis 50 Euro pro Tag. Dafür gibts bei Norma den Billighammer komplett: Mit Kunststoffkoffer, drei speziellen SDS-Bohrern, einen Spitz- und einem Flachmeißel - denn Meißeln kann der Bohrhammer von Norma auch. Sein Name: Matrix EHD 851-28-Set.

Zu wenig Schlagkraft

Die Maschine ist unhandlich, wuchtig und schwer. Gewicht: fast fünf Kilogramm. Bohrhämmer dieser Klasse stehen für harten Einsatz und Kraft. Diese Ansprüche erfüllt die Maschine von Norma nicht. Beim Bohren in Beton arbeitet sie recht langsam - bohrt aber immerhin gleichmäßig und konstant. Noch deutlicher werden die Schwächen der Maschine beim Bohren in Granit. Der ist noch härter als Beton. Für große Löcher fehlt es dem Norma-Bohrhammer an Schlagkraft. Im Test mit einem 16-Millimeter-Bohrer fällt die wuchtige Maschine sogar hinter kompakte Zwei-Kilo-Bohrhämmer zurück.

Für Standardlöcher ok

Dübellöcher bis 12 Millimeter sind dagegen kein Problem. Für eine Bohrtiefe von 50 Millimetern braucht die Matrix etwa acht Sekunden in Beton. In Granit etwa 12 Sekunden. Das ist akzeptabel. Die Maschine muss allerdings fester angedrückt werden als andere Bohrhämmer. Sie ist schwer und vibriert recht stark. Das nervt bei längerem Arbeiten. Die Maschine selbst ist erstaunlich robust. Im Dauertest verschlissen zwar die Kohlebürsten, doch die können gewechselt werden. Auch von Laien. Ein Ersatzpaar wird mitgeliefert.

Motorschaden im Dauertest

Vier Matrix-Modelle prüfte die Stiftung Warentest im Dauertest. Nur eines blieb mit Motorschaden auf der Strecke - nach 230 von über 1 200 Prüfzyklen. Die anderen drei Modelle hielten durch. Für ein Billigwerkzeug ist das ein ordentliches Ergebnis. Der Hersteller gibt übrigens drei Jahre Garantie. Im Klartext: Wer das Montagsmodell erwischt, bekommt im Austausch eine neue Maschine. Drei Jahre lang.

Krebsgefahr im Kabelschutz

In puncto Gesundheit ist der Bohrhammer von Norma keine gute Wahl. Der Knickschutz des Kabels enthält polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK. Die Tester analysierten 316 Milligramm pro Kilogramm. Darunter auch das besonders kritische Benzo[a]pyren (20 mg/kg). PAK gelten als krebserzeugend. Sie können über die Haut aufgenommen werden. Positiv immerhin: Griffe und Bohrfutter der Norma-Maschine sind frei von PAK. Doch auch im Knickschutz ist der Zusatz überflüssig. Es gibt andere, ungiftige Weichmacher, die den Kunststoff geschmeidig machen. Die sind allerdings etwas teurer. Kein Wunder, dass vor allem Billigwerkzeug mit PAK-haltigen Weichmacher-Ölen belastet ist.

TestkommentarFinger weg vom Kabel
Tabelle: Technische Daten und Ausstattung

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