Nokia-Akkus Meldung

Die Verwirrung um Handyakkus ohne Kurzschlussschutz hält an. In neuen Tests hat die Stiftung Warentest wiederum Modelle ohne diesen Schutz entdeckt. Die Akkus können bei einem Kurzschluss überhitzen, schmelzen und Brände auslösen. Betroffen sind vor allem Akkus mit der Aufschrift Nokia. Nokia spricht von Fälschungen. Doch wie lassen sich Fälschungen erkennen? Gefährliche und sichere Akkus sehen gleich aus. test.de nennt Fakten.

Nokia warnt vor Fälschungen

Nokia-Akkus ohne Kurzschlussschutz sind brandgefährlich: Davor warnten Stiftung Warentest und ihre belgische Partnerorganisation Test-Aankoop. Die Akkus sind gefälscht, behauptet Nokia. Über fünf Millionen Stück hat der finnische Handyhersteller nach eigenen Angaben in diesem Jahr weltweit entdeckt. Über diese Fälschungen informierte Nokia allerdings erst nach den Warnungen von Stiftung Warentest und Test-Aankoop. Wieviele Fälschungen noch am Markt sind, lässt sich nur vermuten. Es handelt sich um Akkus, die „der Normalverbraucher kaum von Nokia Original-Zubehör unterscheiden kann“, sagt Nokia.

Nur Originalakkus kaufen

Nokia fordert seine Kunden dazu auf, nur noch Originalakkus in ihre Handys einzusetzen. Bilder im Internet sollen den Kunden helfen, gefälschte Akkus zu erkennen, meldete Nokia am 13. November. Bis heute, 19. November, sind dort jedoch keine entsprechenden Bilder zu finden. Ob Bilder helfen würden, ist ohnehin fraglich: „Wir haben es hier mit einem raffinierten Gegner zu tun, der sehr erfahren in der Fertigung von Produkten ist, die der Normalverbraucher kaum von Nokia Original-Zubehör unterscheiden kann“, sagte der Vice President Mobile Enhancements bei Nokia Mobile Phones, Janne Jormalainen.

Wieder Akkus ohne Schutz

Die Stiftung Warentest hat inzwischen weitere Akkus gekauft und getestet. Ergebnis: Besonders kritisch ist der Akkutyp BML-3, ein Nickel-Metallhydrid-Akku für das Nokia-Handy 3210. Vier von fünf getesteten Akkus hatten keinen Kurzschlussschutz. Darunter auch drei Akkus mit der Aufschrift Nokia, Typ BML-3. Sie sind optisch nicht von anderen Nokia-Akkus dieses Typs zu unterscheiden. Die Akkus wurden in Originalverpackungen verkauft. Ebenfalls ohne Kurzschlussschutz: ein BML-3-Akku des Drittanbieters AGI. Der getestete BML-3-Akku von Conrad Elektronik war dagegen sicher.

Nachkauf Lotteriespiel

Der Nachkauf von Akkus für Nokia-Handys bleibt offenbar ein Lotteriespiel. Auch bei den Akkutypen BMC-3 und BLC-2 meldet die Stiftung Warentest Probleme: Zehn Akkus vom Typ BMC-3 wurden als Ersatzteil gekauft, bei einem versagte der Kurzschlussschutz. Auch auf diesem Akku steht Nokia. Von den sechs untersuchten BLC-2-Akkus waren zwei nicht gegen Kurzschlüsse gesichert. Die betroffenen Akkus wurden ohne Nokia-Originalverpackung verkauft. Die Akkus selbst sind jedoch als Nokia-Akkus gekennzeichnet. Besonders brisant: Der Typ BLC-2 ist ein Lithium-Ionen-Akku. Dieser Akkutyp kann bei fehlender Kusschlusssicherung sogar explodieren. Nokia hat entsprechende Presseberichte bestätigt.

Verpackungen aufgerissen

Nokia-Akkus Meldung

Beschädigte Originalverpackung: Nokia-Akku ausgetauscht?

Auffälligkeiten entdeckte die Stiftung Warentest auch beim Thema Verpackung: Handyakkus werden meist in so genannten Blisterpackungen aus Pappe und Kunststoff verkauft. Die Stiftung Warentest fand im Handel Packungen, die geöffnet waren oder sich ohne Beschädigung öffnen ließen. Dadurch könnten die Akkus tatsächlich ausgetauscht werden.

Mit Handy sicher

Mit Akkus aus der Originalverpackung von Nokia-Handys gibt es offenbar keine Probleme. Die Stiftung Warentest überprüfte 12 Nokia-Akkus, die zusammen mit einem Nokia-Handy gekauft wurden. Ergebnis: Diese Akkus waren gegen Kurzschlüsse geschützt. Das deckt sich mit den Untersuchungen belgischer Verbraucherschützer: Die Zeitschrift Test-Achats hat Originalakkus von Nokia erhalten und erneut getestet. Diese Akkus waren sicher. Bleibt die Frage, warum Nokia seine Originalakkus nicht besser kennzeichnet: durch fälschungssichere Merkmale. Die Stiftung Warentest fordert klare Informationen für alle Verbraucher. Nokia muss ihren Kunden sagen, wie sie Originalakkus von gefälschten Akkus unterscheiden können. Etwa durch einen Kontroll-Service beim Händler.

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