Nokia-Akkus Meldung

Neue Untersuchungen der Stiftung Warentest belegen: Auch Wochen nach den ersten Meldungen über gefährliche Handyakkus werden immer noch Akkus ohne Kurzschlussschutz verkauft: unter dem Markennamen Nokia. Die Firma warnt vor Fälschungen. Doch die unsicheren Akkus gehen auch in Nokia-Shops über den Tresen. test.de stellt neue Ergebnisse vor.

Possenspiel

Nokia-Akkus Meldung

Nokia-Foto aus dem Internet: Gefälschter Akku mit Schreibfehlern (rot markiert). Sind Fälscher Legastheniker?

Die Diskussion um Nokia-Akkus entwickelt sich zum Possenspiel: auf Kosten der Verbraucher. Die Stiftung Warentest warnte vor gefährlichen Nokia-Akkus. Nokia dementierte: „Nokia-Akkus sind sicher“. Stattdessen warnt der Marktführer selbst vor gefälschten Akkus und zeigt Beispiele im Internet. Schief aufgebrachte Etiketten, Beschriftung mit Tinten- statt Laserdruck, Schreibfehler oder Etiketten mit der Aufschrift „QC Passed“ sollen gefälschte Akkus enttarnen.

Da steht Nokia drauf

Nokia-Akkus Meldung

Nokia BLC-2: Original oder Fälschung?

Die Stiftung Warentest hat die Probe aufs Exempel gemacht und alle getesteten Akkus auf Fälschungsmerkmale untersucht. Ohne Erfolg. Die Labels sitzen gerade, der Text auf den Etiketten ist fehlerfrei und auf den Akkus steht Nokia. Sie sehen aus wie jeder andere Nokia-Akku dieses Typs. Fazit: Nach den Fälschungskriterien von Nokia müssen die von der Stiftung Warentest untersuchten Akkus als Originalakkus gelten. Wenn es Fälschungen sind, sind sie als Fälschungen nicht zu erkennen. Erst nach dem Aufschneiden wird das Problem offenbar: Den gefährlichen Akkus fehlen die typischen Bauteile, die vor einem Kurzschluss schützen.

Wieder Akkus ohne Schutz

Nokia-Akkus Meldung

Akku ohne Kurzschlussschutz: Perfekte Fälschung?

Schlimmer noch: Die Akkus werden immer noch verkauft. Bis heute. Auch in den Shops von Nokia und Vodafone. Verdeckte Einkäufer der Stiftung Warentest traten in diesen Tagen wieder als normale Kunden auf. Sie kauften Ersatzakkus für die Nokia-Handys 3210, 3310, 3330 und 5510. Die Akkutypen heißen BML-3 und BMC-3. Die Einkäufer verlangten Originalakkus von Nokia. Im Labor wurden die Akkus geladen und kurzgeschlossen. Ergebnis: Bei vier von elf neu gekauften Akkus fehlte der Kurzschlussschutz. Damit steigt die Zahl der unsicheren Akkus, die die Stiftung Warentest gefunden hat, auf 12 Exemplare. Insgesamt wurden 37 Akkus als Zubehör nachgekauft. Die gefährlichen Akkus liefen im Labor heiß.

Airbag fürs Handy

Nokia-Akkus Meldung

Geschmolzener Akku: brandgefährlich

Überhitzte Akkus können Brände auslösen und das Handy zerstören. Moderne Lithium-Ionen-Akkus können sogar regelrecht explodieren, wenn der Kurzschlussschutz versagt. Kurzschlüsse sind zwar selten, aber die Schutzschaltung muss vorhanden sein. Sie ist so etwas wie der Airbag fürs Handy: unsichtbar, im Alltag nicht wichtig, bei einem „Unfall“ aber entscheidend. Überhitzte Akkus sind zwar nicht lebensgefährlich - aber immerhin brandgefährlich. Auch Menschen wurden schon verletzt. Mögliche Ursachen für Kurzschlüsse sind Produktionsfehler im Akku selbst. Aber auch beschädigte Handys oder Akkus können Kurzschlüsse auslösen.

Nokia am Zug

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Nokia-Shop in Berlin: Akkus ohne Schutz verkauft.

Wenn Nokia-Shops Akkus ohne Kurzschlussschutz verkaufen, muss der Anbieter reagieren. Die gefährlichen Akkus sind äußerlich nicht von sicheren Nokia-Akkus zu unterscheiden. Auch mit den Fotos von Nokia nicht. Nokia muss für sichere Originalprodukte sorgen, die der Kunde erkennen kann. Einziger Trost für Verbraucher: Akkus aus der Originalverpackung von Nokia-Handys sind offenbar sicher. Die Stiftung Warentest überprüfte 15 Nokia-Akkus, die zusammen mit einem Nokia-Handy gekauft wurden. Ergebnis: Diese Akkus waren gegen Kurzschlüsse geschützt.

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