Noch bis Jahresende Meldung

Jetzt aber schnell: Noch bis Jahresende können sich zahlreiche Anleger Verluste mit ab 1981 von Banken oder Sparkassen vermittelten Fonds ersetzen lassen. Möglich macht es eine ganze Serie anlegerfreundlicher Urteile. Finanztest und test.de geben Tipps und raten: Sofort Unterlagen heraussuchen und zum Anwalt!

Richter stoppen verbotene Kick-Back-Praxis

Hintergrund: Beim Kauf von Fonds zahlen Anleger in aller Regel ein „Agio“, einen „Ausgabeaufschlag“ und/oder sonstige Provisionen. Was sie zumindest früher nicht wussten: Das Geld fließt ganz oder teilweise an die Bank oder Sparkasse zurück, die das Geschäft vermittelt hat. Das hätten die Berater der Geldinstitute ihren Kunden ungefragt und genau sagen müssen, urteilten die Gerichte ein ums andere Mal. Diese so genannten „Kick-Back-Zahlungen“ hinter dem Rücken der Kunden waren branchenweit üblich. test.de und Finanztest kennen keine Bank oder Sparkasse, die sich die Provisionen nicht ganz oder teilweise erstatten ließ. Selbst nach dem ersten Aufsehen erregenden Kick-Back-Urteil 2006 kassierten die meisten Banken und Sparkassen weiter.

Günstige Rechtslage

Stand der Dinge: Die Rechtslage ist für Anleger, die sich beim Kauf von Fonds jeder Art von ihrer Bank oder Sparkasse beraten ließen, außerordentlich günstig. Jüngste Schlappe für die Branche: Selbst eine Sparkasse, die einer Anlegerin die Rückvergütungen im Vertrauen auf Verbandsinformationen verschwiegen hatte, darf sich nicht nach drei Jahren auf Verjährung nach dem Wertpapierhandelsgesetz berufen. Das Geldinstitut handele trotz der Fehlinformation vom Verband vorsätzlich und die Verjährung beginnt überhaupt erst, wenn der Anleger von der insgeheim kassierten Rückvergütung erfährt, entschied das Oberlandesgericht Stuttgart in einem gerade rechtskräftig gewordenen Urteil. Unabhängig von der Kenntnis der entscheidenden Umstände verjährten Forderungen nach der bis 2001 geltenden Rechtslage erst nach 30 Jahren, so dass aktuell Schadenersatz für Fondskäufe ab 1981 zu haben ist.

Zeit zu handeln

Nach den ab 2002 geltenden Verjährungsregeln verjähren zum Jahresende alle Forderungen für Geldanlagen bis einschließlich 2001. Noch reicht die Zeit aus, auch für solche Verluste Schadenersatzansprüche anzumelden und geltend zu machen. Betroffene Anleger sollten sich jedoch sofort daran machen, die Unterlagen herauszusuchen, Schadenersatz anzufordern und einen Rechtsanwalt zu beauftragen. Wenn die Bank oder Sparkasse nicht von sich aus zahlt, müssen die Anwälte der Anleger die Klageschrift noch in diesem Jahr bei Gericht einreichen, um die Verjährung zu stoppen.

Detaillierte Informationen und Tipps für Schadensersatzforderungen liefern test.de und Finanztest unter: www.test.de/verlustersatz.

Verlusten auf der Spur

Sonderproblem bei vielen geschlossenen Fonds: Bei ihnen ist zuweilen schwer zu ermitteln, ob und welche Verluste angefallen sind. Selbst Fonds, die die versprochenen Ausschüttungen regelmäßig und pünktlich gezahlt haben, können erhebliche Verluste entstanden sein. Inhaber von Anteilen an geschlossenen Fonds sollten sofort klären, wie sich der Wert entwickelt hat. Im Zweifel bleibt nur, einen Sachverständigen zu fragen.

Herausgabeanspruch für Gewinner

Selbst Anleger, deren Fonds keine Verluste gemacht haben, profitieren von der Anlegerfreundlichen Rechtsprechung: Sie haben Anspruch auf Herausgabe der Provision. Die Bank als Beauftragte müsse alles herausgeben, was sie im Zuge ihrer Tätigkeit für den Anleger erhält, urteilten die Gerichte.

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