Abzocken mit "Staatsaufträgen"

Für Inhaber von Firmen hat sich die Nigeria-Connection eine besonders fiese Masche ausgedacht.

Deutsche Firmen werden unter dem Deckmantel einer Behörde oder halbstaatlichen Institution aufgefordert, Angebote auf fingierte Ausschreibungen aus Nigeria einzureichen. Für die Beteiligung an der Ausschreibung werden zunächst einmal einige Hundert Dollar fällig.

Damit alles seriös wirkt, weisen die Anbieter auf eine Projektfinanzierung durch die Weltbank oder einer Entwicklungshilfeorganisation hin.

Eine deutsche Computervertriebsfirma fand deshalb die Schreiben des nigerianischen Landwirtschaftsministeriums völlig normal, in dem die Behörde einen Generalunternehmer für die Umstellung ihrer Verwaltung auf elektronische Datenverarbeitung suchte. 25 Millionen US-Dollar stünden dafür zur Verfügung. Das Ministerium habe deshalb verschiedene Firmen angeschrieben.

Der deutsche Firmeninhaber wunderte sich auch nicht, als er kurz darauf ein weiteres Schreiben aus Nigeria erhielt. Darin teilte eine nigerianische Computerfirma mit, dass ihr der Auftrag praktisch sicher sei. Ihr fehle jedoch das nötige Know-how. Deshalb biete sie der deutschen Firma ein "Jointventure" an.

Um den Auftrag nicht zu verlieren, schlug die deutsche Firma ein. Wenig später bat der nigerianische Partner dann um eine Vorauslieferung gegen Rechnung für eine Präsentation im Ministerium. Danach hörte die deutsche Firma nichts mehr von ihrer Partnerfirma. Das Geld für die Computer blieb aus.

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