Alternative: Immobilien

Im Moment gehen offene Immobilienfonds weg wie warme Semmeln. Aber ist das wirk­lich eine gute Alternative zu Tages­geld? Auch die Immobilien­kredite sind günstig wie nie. Doch ist es sinn­voll, um jeden Preis in Wohn­eigentum zu investieren? Finanztest sagt, was Anleger beachten sollten, die sich für Immobilien interes­sieren.

Einige Fonds nehmen kein Geld mehr an

Mein Berater hat mir offene Immobilienfonds empfohlen. Ist das eine gute Idee?

Teil­weise. Offene Immobilienfonds versprechen Sach­werte­anlagen für kleines Geld. Sie können Anteile oft schon ab wenigen Hundert Euro erhalten, als Sparplan etwa ab 50 Euro. Die Fonds investieren in Büros, Shoppingcenter, Hotels, Lagerhäuser. Als Beimischung können die Fonds gut funk­tionieren. Als Basis­investment und Tages­geld­ersatz sind sie nicht geeignet – schon deshalb nicht, weil es sich um ein Investment in eine einzelne Branche handelt. Neuanleger müssen die Anteile jetzt mindestens zwei Jahre halten. Die Halte­fristen sind eine Reaktion auf die Krise, als einige Fonds Anleger nicht mehr auszahlen konnten. Noch immer sind mehrere offene Immobilienfonds in Abwick­lung.

Im Moment sind offene Immobilienfonds der Verkaufs­schlager schlecht­hin. Einige Fonds nehmen deswegen vorüber­gehend kein neues Geld mehr an. Union Investment zum Beispiel gibt derzeit für die Fonds UniImmo Deutsch­land, UniImmo Europa und UniImmo Global keine neuen Anteile aus. Ein Cash-Stopp gilt außerdem für den Fonds Wert­grund Wohn­select, der anders als die anderen offenen Immobilienfonds nicht in Geschäfts-, sondern Wohn­häuser investiert. Die Deka vergibt für ihre Fonds vorab Jahres­kontingente an die Sparkassen, die in einigen Filialen für dieses Jahr schon aufgebraucht sind. Die Fonds von der Deutschen Bank, Grund­besitz Europa und Grund­besitz Global, sind offen, ebenso der Fonds Haus­invest von Commerz­real.

Offene Immobilienfonds

Fonds

Rendite 5 Jahre

Deka-Immobilien­Europa

2,2

Deka-ImmobilienGlobal

2,4

Grund­besitz Europa RC

3,0

Grund­besitz Global RC

2,2

Haus­invest

2,5

Unilmmo Deutsch­land

2,6

Unilmmo Europa

2,4

Unilmmo Global

2,8

Wert­grund Wohn­select D

5,2

Wert­Invest InterSelect

1,9

    Quelle: FWW

    Stand: 30. April 2016

      Tipp: Weitere Informationen über offene Immobilienfonds – etwa die Vorjahres-Rendite – finden Sie im Produktfinder Fonds.

      In den Groß­städten steigen die Preise, auf dem Land stagnieren sie

      Ich würde mir gerne eine Eigentums­wohnung kaufen. Ich frage mich allerdings, ob die Immobilien nicht schon über­teuert sind.

      Die güns­tigen Zinsen für Immobilien­kredite und die gute wirt­schaftliche Lage animieren zum Immobilienkauf. Das treibt die Preise. Ob sich jedoch schon eine Blase gebildet hat, darüber sind sich die Experten uneins. „Es gibt eine diver­gente Entwick­lung in Deutsch­land“, sagt Andreas Kunert, Analyst beim Verband Deutscher Pfand­brief­banken (vdp). „Die Groß­städte heben sich ab, vor allem Berlin, München und Frank­furt. Im ländlichen Raum sehen wir teil­weise stagnierende oder sogar leicht fallende Preise.“ Unser Rat: Finanzieren Sie Ihre Immobilie solide, mit möglichst viel Eigen­kapital. Dann können Sie eventuelle Preiskorrekturen besser verkraften.

      Tipp: Eine ausführ­liche Analyse über die Immobilien­preis­entwick­lung in Deutsch­land lesen Sie in der kommenden Ausgabe (Finanztest 8/2016).

      Preis­änderungen für Eigentums­wohnungen in den fünf größten Städten

      Nied­rige Zinsen und die Politik der EZB Special

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