Nickerchen im Job Meldung

Einge­nickt. Das recht­fertigt nicht gleich eine Kündigung.

Auf der Arbeit einzuschlafen, recht­fertigt nicht den sofortigen Rauswurf. Wenn der Beschäftigte sich unwohl fühlt, aber sich deshalb nicht gleich krankmelden will, sondern zur Arbeit geht und erst dort von Müdig­keit über­mannt wird, kann der Chef ihm allenfalls eine falsche Selbst­einschät­zung vorwerfen. So entschied das Arbeits­gericht Köln im Fall einer Stewardess im Bord­service von Schnell­zügen. Sie hatte schon bei Beginn ihrer 14-Stunden-Schicht auf Beschwerden hingewiesen, sich aber nicht krankgemeldet. Später bat sie die Chefin, sich hinsetzen zu dürfen. Sie schlief dann für mehrere Stunden ein. Die anschließende Kündigung fand das Arbeits­gericht Köln über­zogen. Für eine verhaltens­bedingte Kündigung wäre es Voraus­setzung gewesen, dass weitere ähnliche Pflicht­verletzungen für die Zukunft zu erwarten waren. Gerade das war aber bei der Stewardess nicht der Fall (Az. 7 Ca 2114/14).

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