Neuwagenkauf Rabatte auf Rekord­niveau

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Neuwagenkauf - Rabatte auf Rekord­niveau

Die Zeiten für Auto­käufer sind optimal. Der Markt hat Probleme, Händler und Hersteller über­bieten sich mit Rabatten. Zudem erhöhen Verkaufs­portale im Internet den Druck. Bei ihnen sind noch mehr Rabatte möglich als im Auto­haus. Finanztest erklärt, wie Neuwagen­kunden jetzt die besten Schnäpp­chen machen.

Inhalt

Nach­lässe auf Rekord­niveau

Die Preis­nach­lässe für Neuwagen bewegen sich auf Rekord­niveau. Im Schnitt lagen sie im Dezember bei 13,6 Prozent – mehr als je zuvor. Das hat das Center Auto­motive Research (CAR) der Uni Duisburg-Essen ermittelt. Die Zahl gibt nicht die Nach­lässe für exotische Auslaufmodelle wieder, sondern die Rabatte für die 30 meist­verkauften Wagen im Privatkundenmarkt. Grund ist die Zurück­haltung der Käufer. Zurzeit fahren viele ihren alten Wagen lieber etwas länger. 2012 wurden laut Kraft­fahrt­bundes­amt mit 3,08 Millionen rund fünf Prozent weniger Neuwagen neu zugelassen als im Vorjahr. Für 2013 rechnet der Verband der Auto­mobil­industrie mit nur 3 Millionen.

300 bis 400 Sonder­aktionen jeden Monat

Was die Händler quält, freut die Kunden. Rabatte, Gratis-Zubehör, Null-Prozent-Kredite – viele Preis­nach­lässe bekommen sie jetzt sogar ungefragt. So fahren die Hersteller jeden Monat 300 bis 400 Sonder­aktionen, bei denen sich die Vorteile oft auf 10 Prozent summieren und mitunter sogar 30 Prozent erreichen. Das soll neuen Modellen bei der Markt­einführung helfen oder den Absatz älterer Baureihen fördern. Oft addieren sich Preis­nach­lass und güns­tige Finanzierung zu solchen Top-Angeboten.

Rabatte ohne Feilschen

Der Clou daran: All diese Preis­nach­lässe erhält der Kunde, ohne zu verhandeln. Wer es noch billiger will, kann also im Auto­haus noch weiter verhandeln. Das muss aber nicht sein. Im Internet gibt es Rabatte ganz ohne Feilschen. Dutzende Internetportale bieten Preis­nach­lässe von 20 Prozent, 30 Prozent und mehr. Das schaffen im Auto­haus nur hartnä­ckige Kunden mit brutalem Feilschen.

Wunsch­auto mit Wunsch­rabatt

Die Onlineportale hingegen machen es einfach. Der Kunde kann sein persönliches Wunsch­auto individuell konfigurieren, so wie auf der Home­page des Herstel­lers: Modell, Motor­leistung, Farbe, Ausstattungen, Extras, dann wird der Preis genannt. Das Onlineportal stellt dem Listen­preis den eigenen Angebots­preis gegen­über. Bei einigen Platt­formen können Kunden sogar die Preise verschiedener Hersteller vergleichen. Gut 20 Portale sind derzeit aktiv. Sie haben Verträge mit Händ­lern bundes­weit. Gibt ein Kunde sein Wunsch­auto ein, sucht das Portal einen güns­tigen Händler. Entschließt sich der Kunde zum Kauf, erhält er einen Vermitt­lungs­vertrag und einen Kauf­vertrag mit den relevanten Daten seines Wunsch­autos. Damit gibt er dem Portal den Auftrag, das Auto oder eine Kauf­option bei einem Vertrags­händler zu beschaffen. Den eigentlichen Kauf­vertrag schließt der Kunde dann am Ende mit dem Händler ab. Die Formulare werden per E-Mail oder Post verschickt.

6 000 Euro unter Listen­preis

Wie man sparen kann, zeigt ein Beispiel: Die Experten von Finanztest interes­sierten sich für einen VW Passat mit 31 470 Euro Listen­preis, für den sie im Auto­haus nach intensivem Handeln rund 28 300 Euro bezahlt hätten. Im Internet bekamen sie den Wagen dann noch einmal rund 3 000 Euro billiger. Das Portal Mein­Auto.de machte Ihnen ein Angebot für 25 303 Euro, wobei das aber zeitlich begrenzt war. Für diesen Preis muss der Kunde das Auto in Wolfs­burg abholen. Für Schwerbehinderte, Selbst­ständige, teils auch für Fahr­anfänger und einige Berufe wie beispiels­weise Journalist gibt es noch mehr Rabatt.

Viele wert­volle Tipps

Der Finanztest-Artikel bringt viele Beispiele für Rabatte auf Neuwagen, Tipps für erfolg­reiches Verhandeln im Auto­haus sowie ein Interview mit dem Markt­experten Karsten Neuberger. Er erklärt die Besonderheiten von Tages­zulassungen und gibt wichtige Hinweise, wie Kredit­kunden auch bei der Finanzierung ihres neuen Autos sparen können.

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Snake2010 am 14.03.2013 um 15:43 Uhr
@ Libero

Solche Konfiguratoren, ebenso wie die dazugehörigen detaillierten Fahrzeugdaten, kann man fertig kaufen (herstellerungabhängig). Also ist es nicht erstaunlich, dass verschiedene Plattformen den selben Konfigurator anbieten.
Die Transparenz wird überigens nicht mit einem Konfigurator erreicht. Der muss nur sicherstellen, dass das Fahrzeug am Ende so zusammengestellt ist, dass ein Händler es auch so liefern kann. Informationen kann man sich auch auf den Herstellerseiten oder im Laden holen.

Snake2010 am 14.03.2013 um 15:39 Uhr
Rabatt = Preiswert?

Falsch! Es gibt Hersteller (Citroen, Ford, ...) die ihre Listenpreise überhoch ansetzen und dann mit Rabatten von 20% und mehr locken. Letztendlich zählt aber nicht der Rabatt, sondern der Preis und die dafür angebotene Leistung, also das Auto und die Dienstleistung (z.B. Garantieabwicklung).
Hier muss man vorsichtig sein und seine Entscheidung auf Basis des rabattierten Preises treffen. Dabei halte ich es für äußerst lästig, dass man überall erst einmal herumfeilschen muss, bevor man eine Entscheidungsgrundlage hat.
Was ich allerdings für sehr kritikwürdig halte, ist dass im Ausland deutsche Fabrikate um 20% und mehr billiger angeboten werden als hierzulande. Die Hersteller kassieren gern deutsche Preise, aber lassen im Ausland fertigen, weil's ja billiger ist...

Peters6 am 13.03.2013 um 13:09 Uhr
Gute Rabatte meist nicht bei den Deutschen

Immer dasselbe man liest, von tollen Rabattaktionen der Autohersteller. Jeder der mal zum VW oder AUDI -Händler geht wird, feststellen dass es mit den angeblichen "Super-Rabatten" die durch die Presse geistern, nicht weit her ist. Außerdem hören die Verkäufer das Wort Rabatt sehr ungern. Hauspreis ist das Stichwort.
Evtl. bei ausländischen Hersteller aber bei Deuteschen wurde mir noch nie ein "Super-Rabatt" angeboten....

Libero am 13.03.2013 um 09:33 Uhr
Internet- Neuwagenkauf

Eins ist sehr verdächtig: Die von Ihnen beschriebenen Internet Portale
Mein Auto.de, - Carneoo;- + Autohaus 24.de, haben fast den gleichen
KONFIGURATOR !!
Wo ist da die Transparenz ?

ReKa am 13.03.2013 um 08:20 Uhr
Geringe Rabatte für Nachhaltigkeit

Die höchsten Rabatte bekommt man nur für Autos von gestern. Wer ein Auto V2.0 kaufen möchte, dass über Hybrid- oder Elektroantrieb verfügt, bekommt kaum Rabatt und noch monatelange Lieferzeiten.
Wären die Autohersteller wirklich fortschrittlich (und nicht nur in der Werbung), hätten Sie auch weniger Absatzprobleme.