Neuwagenkauf Meldung

Der im Prospekt genannte Spritverbrauch wird im Alltag oft überschritten.

Die Daimler AG zahlt dem Käufer eines E-Klasse-Mercedes 2 500 Euro des Kaufpreises von 54 000 Euro zurück, weil das Auto mehr Sprit verbraucht als angegeben. Der Wagen sollte laut Betriebsanleitung einen Gesamtverbrauch von 7,6 Liter haben. Weil der Autofahrer im Alltag einen Mehrverbrauch festgestellt hatte, klagte er. Vor dem Oberlandesgericht Stuttgart (OLG) erkannte die Daimler AG die Forderungen des Autofahrers teilweise an. Der Käufer erhält nun neben den 2 500 Euro auch 437 Euro Schadenersatz (Az. 7 U 132/07).

In der ersten Instanz hatte ein Gutachter durch Testfahrten einen Gesamtverbrauch von 8,4 Litern pro 100 Kilometer festgestellt, also rund 10,5 Prozent mehr als die Betriebsanleitung ausweist.

Fazit Autos verbrauchen im Alltag oft mehr als angegeben, weil die Werte im Prospekt gemäß einer EG-Richtlinie Laborwerte sind, die mit dem tatsächlichen Verbrauch wenig zu tun haben. Sie sollen es einem Käufer nur erleichtern, zu erkennen, ob ein Auto sparsamer ist als ein anderes. Der Fahrer im obigen Fall hatte Glück. Anderen Gerichten reichen Testfahrten nicht aus, um nachzuweisen, dass der tatsächliche individuelle Kraftstoffverbrauch höher liegt als die Laborwerte (OLG Karlsruhe, Az. 1 U 97/07). Der Käufer muss eigentlich nachweisen, dass die angegeben EG-Laborwerte falsch ermittelt worden sind. Gelingt das, kann der Käufer ab einem Mehrverbrauch von 10 Prozent den Kauf rückgängig machen.

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