Kfz-Steuer und CO2-Ausstoß: Emissionen – diese Regeln gelten jetzt

SUV, Sport­wagen, Kleinwagen? Be und COi der Höhe der Kfz-Steuer kommt es auch auf die Auto­type an.

Für Neuwagen mit hohem CO2-Ausstoß ist die Kfz-Steuer jetzt etwas höher. Für emissions­arme Autos ist sie güns­tiger. Hier lesen Sie, was hinter der Erhöhung steckt und erfahren alles, was Sie über Kfz-Steuer wissen müssen.

Das bringen die neuen Steuer-Regeln

Der Kauf besonders klima­schädlicher Autos soll unattraktiver werden. Deswegen hat der Bund zum Jahres­beginn 2021 neue Regeln für die Kfz-Steuer einge­führt. Die Steuer steigt für neu zugelassene Fahr­zeuge mit hohem Kohlen­stoff­dioxid(CO2)-Ausstoß.

Es gilt: Je höher der Ausstoß, desto stärker der Steuer­anstieg. Gleich­zeitig will der Staat den Kauf emissions­armer Autos fördern. Neu ist daher auch ein Steuerrabatt für Fahr­zeuge mit geringer CO2-Emission. Die Steuerbefreiung für E-Autos hat der Staat verlängert. Die Regeln gelten für Neuwagen. Für vor 2021 zugelassene Fahr­zeuge wird es nicht teurer.

Kfz-Steuer – das Wichtigste in Kürze

Bescheid verstehen. Die Höhe der Kfz-Steuer für Ihr Auto können Sie mithilfe des Fahr­zeug­scheins und unserer Grafik nach­voll­ziehen. Entdecken Sie einen Fehler, können Sie inner­halb eines Monats Einspruch einlegen. In der Rechts­behelfs­belehrung Ihres Bescheids steht, an wen Sie den Einspruch senden müssen.

Schwerbehin­derung melden. Haben Sie eine Schwerbehin­derung? Dann können Sie sich je nach Art der Behin­derung ganz oder teil­weise von der Kfz-Steuer befreien lassen (Steuerbefreiung für Schwerbehinderte).

Kfz-Steuer besteht aus zwei Teilen

Seit 2009 setzt sich die Höhe der Kfz-Steuer aus zwei Teilen zusammen (Grafik). Bei der ersten Komponente bleibt alles gleich. Hier geht es um den Motor, genauer um Antriebs­art und Größe.

Bei Diesel­motoren zahlen die Auto­besitzer 9,50 Euro pro ange­fangene 100 Kubikzenti­meter Hubraum. Bei Otto- oder Wankel­motoren – also Benzinern – sind es 2 Euro pro ange­fangene 100 Kubikzenti­meter.

Die Größe des Hubraums finden Fahr­zeughalter im Feld P.1 des Fahr­zeug­scheins, dem ersten Teil der Zulassungs­bescheinigung.

Neue Staffelung beim CO2-Anteil

Für die zweite Komponente der Kfz-Steuer ist der CO2-Ausstoß des Pkw entscheidend, wie er in der Zulassungs­bescheinigung steht.

Für Autos mit Erst­zulassung vor 2021 gilt weiterhin: Über­schreitet der CO2-Ausstoß einen Grenz­wert, fallen darüber für jedes Gramm pro Kilo­meter 2 Euro Steuer an. Die Höhe des Grenz­wertes richtet sich nach dem Datum der Erst­zulassung. Für Fahr­zeuge, die ab 2014 das erste Mal zugelassen wurden, beträgt er 95 Gramm pro Kilo­meter.

Neu sind die Regeln für Autos mit Erst­zulassung seit Jahres­wechsel. Der Grenz­wert bleibt zwar weiter bei 95 Gramm pro Kilo­meter. Aber bei Werten darüber fällt nicht mehr derselbe Betrag für jedes Gramm pro Kilo­meter an.

Statt­dessen sind die Beträge nun gestaffelt: Von 96 bis 115 Gramm pro Kilo­meter sind weiterhin 2 Euro Steuer je Gramm pro Kilo­meter fällig, von 116 bis 135 Gramm pro Kilo­meter sind es für jedes Gramm pro Kilo­meter 20 Cent mehr – je 2,20 Euro. Von 136 bis 155 Gramm pro Kilo­meter fallen schon 2,50 Euro an. Auf diese Weise steigt der Betrag über insgesamt sechs Stufen. In der höchsten Stufe – ab einem Wert von über 195 Gramm pro Kilo­meter – sind 4 Euro Steuer je Gramm pro Kilo­meter fällig.

Summe ergibt Jahres­steuer

Um den Jahres­steu­ersatz für ihr Auto zu berechnen, müssen Fahr­zeughalter den Betrag für Antriebs­art und Motorgröße mit dem Betrag für den CO2-Ausstoß addieren. Das Ergebnis wird auf volle Euro abge­rundet.

Beispiel: Tatjana Lüüshat sich Anfang 2021 einen neuen SUV gekauft. Dabei handelt es sich um einen Diesel. Pro ange­fangene 100 Kubikzenti­meter Hubraum fallen also 9,50 Euro Steuer an. Lüüs‘ SUV hat 1 950 Kubikzenti­meter Hubraum. 20 mal 9,50 Euro ergeben 190 Euro für den ersten Teil der Kfz-Steuer. Da das Auto ein Neuwagen ist und erst­mals 2021 zugelassen wurde, berechnet sich der zweite Teil der Kfz-Steuer nach den neuen Regeln. Mit 161 Gramm pro Kilo­meter liegt der CO2-Ausstoß des Wagens im Bereich von 156 bis 175 Gramm pro Kilo­meter. Der Grafik entnimmt Lüüs, dass somit 134 Euro plus 2,90 Euro für jedes Gramm pro Kilo­meter über 155 Gramm pro Kilo­meter anfallen. Das sind 151,40 Euro. Die abge­rundete Summe aus dem ersten (190 Euro) und zweiten (151,40 Euro) Teil ergibt den Jahres­steu­ersatz von 341 Euro.

Beispiel: Soviel Steuern werden für einen SUV fällig

Diese Fahr­zeuge sind betroffen

Liegt der Ausstoß nur knapp über 115 Gramm pro Kilo­meter, ist die Steuer nur wenige Euro höher als früher. Bei Fahr­zeugen mit einem CO2-Ausstoß von über 195 Gramm pro Kilo­meter kann der Anstieg hingegen schnell bei über 100 Euro liegen. Nach Einschät­zung des ADAC sind daher vor allem Käufer von SUV und Sport­wagen von der Erhöhung betroffen.

Beispiel: Soviel Steuern werden für einen Sport­wagen fällig

Steuer-Rabatt für CO2-spar­same Autos

Doch nicht für alle Autos wird es teurer. Denn liegt der CO2-Ausstoß nicht über 95 Gramm pro Kilo­meter, sinkt die Steuer um 30 Euro. Auf einen so geringen Ausstoß kommen vor allem Hybridfahr­zeuge, aber auch wenige Benziner und Diesel.

Die Regel gilt für alle Fahr­zeuge mit einer Erst­zulassung in der Zeit vom 12. Juni 2020 bis 31. Dezember 2024. Allerdings wird der Rabatt nur fünf Jahre und höchs­tens bis Ende 2025 gewährt. Anschließend ist die Steuer in normaler Höhe fällig.

Beispiel: Max Tischler hat Anfang 2021 einen neuen Kleinwagen mit Hybrid­antrieb gekauft, der mit Elektro- oder Benzin­motor fahren kann. Dieser hat einen Hubraum von 1 490 Kubikzenti­metern. 15 mal 2 Euro ergeben 30 Euro für den ersten Teil der Kfz-Steuer. Der Wagen hat einen CO2-Ausstoß von 87 Gramm pro Kilo­meter. Da dieser unter 96 Gramm pro Kilo­meter lieg, erhält Tischler den Rabatt von 30 Euro. Dadurch sinkt seine Jahres­steuer auf 0 Euro. Bis Ende 2025 muss Tischler keine Kfz-Steuer zahlen. Danach fallen 30 Euro im Jahr an.

Beispiel: Soviel Steuern werden für einen Kleinwagen fällig

E-Autos bleiben steuerfrei

Mit der Reform hat der Bund auch die Steuerbefreiung für Elektrofahr­zeuge verlängert. Alle Elektro­autos mit Erst­zulassung zwischen dem 18. Mai 2011 und dem 31. Dezember 2025 sind für zehn Jahre von der Steuer befreit. Wechselt der Halter, läuft die Zehn­jahres­frist weiter. Die Befreiung gilt aber maximal bis Ende 2030. Wer also erst 2025 ein Elektro­auto kauft, kommt für höchs­tens sechs Jahre in den Genuss der Steuerbefreiung.

Nach Ablauf der Befreiung wird das Elektro­auto nach Gewicht versteuert. Bis zu einem Gewicht von zwei Tonnen sind zum Beispiel 11,25 Euro je ange­fangene 200 Kilogramm Gesamt­gewicht fällig. Die Steuer wird noch um 50 Prozent reduziert.

Zoll zieht weiterhin die Kfz-Steuer ein

Unver­ändert bleibt auch, dass der Zoll die Kfz-Steuer einzieht. Zahlen muss die Person, auf die das Auto zugelassen und die als Halterin einge­tragen ist.

Die Steuer­pflicht beginnt mit der Zulassung des Autos. Die örtliche Zulassungs­stelle über­mittelt dafür die Personen- und Fahr­zeug­daten an das regionale Haupt­zoll­amt, das inner­halb von zwei Wochen den Steuer­bescheid verschickt.

Wer in seinem Bescheid einen Fehler entdeckt, hat einen Monat Zeit, dagegen Einspruch einzulegen. Die Frist beginnt mit dem dritten Tag nach dem Datum des Bescheids. Der Auto­besitzer muss die Steuer für ein Jahr im Voraus zahlen. Anschließend ist sie jähr­lich zum Datum des Bescheids fällig. Der Halter muss dem Zoll dafür ein Last­schrift­mandat erteilen. Die Kfz-Steuer wird vom Zoll jähr­lich auto­matisch abge­bucht.

Kfz-Steuer: Veränderungen mitteilen

Halte­rinnen und Halter sollten darauf achten, dass ihr Konto zum Zeit­punkt der jähr­lichen Abbuchung gedeckt ist. Entsteht eine Rück­last­schrift, müssen sie zusätzliche Gebühren zahlen. Eine Änderung der Bank­verbindung können sie online unter zoll-portal.de mitteilen.

Alternativ reicht ein formloser Brief an das zuständige Haupt­zoll­amt. Ändern sich die persönlichen Daten, zum Beispiel durch einen Umzug, oder gibt es bauliche Veränderungen am Fahr­zeug, etwa weil das Auto auf eine andere Antriebs­art umge­rüstet wurde, müssen Halter diese der Zulassungs­stelle mitteilen. Ergeben sich Änderungen für die Kfz-Steuer, leitet die Zulassungs­stelle sie an den Zoll weiter.

Rück­zahlung bei Verkauf

Möchte jemand sein Auto verkaufen, ist für das Ende der Steuer­pflicht nicht das Verkaufs­datum entscheidend. Sie endet, wenn das Auto ab- oder umge­meldet wird.

Meist hat der Pkw-Besitzer durch die Voraus­zahlung zu viel Steuer gezahlt. Dann erhält er einen Teil des Geldes zurück. Dabei wird der Jahres­steu­ersatz auf einen Tages­satz herunter­gerechnet und mit der Anzahl der zu viel gezahlten Tage multipliziert. Das auf ganze Euro abge­rundete Ergebnis ist der Erstattungs­betrag. Dieser wird binnen drei Wochen nach Ab- oder Ummeldung des Fahr­zeugs ausgezahlt.

Tages­satz bei Saison­kenn­zeichen

Einige Auto­besitzer lassen ihren Pkw nur für einen Teil des Jahres zu. Sie müssen nur für diesen Zeitraum Kfz-Steuer entrichten. Auch hier wird aus dem Jahres­steu­ersatz ein Tages­steu­ersatz gebildet, der dann auf den entsprechenden Zeitraum bezogen wird.

Beispiel. Michaela Hannen nutzt ihr Cabriolet nur in den Sommermonaten von Mai bis einschließ­lich September und hat für diesen Zeitraum ein Saison­kenn­zeichen. In den anderen Monaten fährt sie nicht. Der Jahres­steu­ersatz beträgt 80 Euro. Das entspricht einem Tages­satz von 22 Cent. Für die 153 Tage, die das Auto im Jahr zugelassen ist, muss Hannen eine Kfz-Steuer von 33 Euro zahlen.

Für einen Pkw-Anhänger zahlen Besitzer zusätzlich. Die Höhe bemisst sich nach dem Gewicht des Anhängers. Je ange­fangene 200 Kilo Gesamt­gewicht des Anhängers sind 7,46 Euro fällig.

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So wird die Kfz-Steuer für ein Auto berechnet

Die Kfz-Steuer berechnet sich aus den Werten für Motor­art und -größe und dem Wert für den CO2-Ausstoß. Seit 2021 gilt für Neuwagen beim CO2-Ausstoß eine Staffelung.

1) Gilt für Fahr­zeuge, die bis Ende 2025 erst­mals zugelassen werden. Die Befreiung zählt längs­tens bis Ende 2030.
2) Der Steu­ersatz für Pkw mit Erst­zulassung vor Juli 2009 wird nach den damaligen Rege­lungen berechnet.
3) Gilt für alle Fahr­zeuge mit einer Erst­zulassung in der Zeit vom 12. Juni 2020 bis 31. Dezember 2024. Der Rabatt endet nach fünf Jahren, spätestens Ende 2025.

Kfz-Steuer: Die Werte im Detail – 2021

Weniger als 96 Gramm
CO2-Ausstoß pro Kilo­meter
30 Euro Rabatt 3)

96 bis 115 Gramm
CO2-Ausstoß pro Kilo­meter
2 Euro je Gramm pro Kilo­meter über 95 g/km

116 bis 135 Gramm
CO2-Ausstoß pro Kilo­meter

40 Euro + 2,20 Euro je Gramm pro Kilo­meter über 115 g/km

136 bis 155 Gramm
CO2-Ausstoß pro Kilo­meter
84 Euro + 2,50 Euro je Gramm pro Kilo­meter über 135 g/km

156 bis 175 Gramm
CO2-Ausstoß pro Kilo­meter

134 Euro + 2,90 Euro je Gramm pro Kilo­meter über 155 g/km

176 bis 195 Gramm
CO2-Ausstoß pro Kilo­meter
192 Euro + 3,40 Euro je Gramm pro Kilo­meter über 175 g/km

Über 195 Gramm
CO2-Ausstoß pro Kilo­meter

260 Euro + 4 Euro je Gramm pro Kilo­meter über 195 g/km

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Steuerbefreiung bei Schwerbehin­derung

Menschen mit einer Schwerbehinderung können sich zum Teil oder ganz von der Kfz-Steuer befreien lassen. Beides ist nur für ein Kraft­fahr­zeug möglich, das auf den Betroffenen zugelassen ist. Fährt die Person das Auto nicht selbst, muss es aber für deren Lebens­führung – etwa Einkäufe oder Arzt­besuche – verwendet werden.

Voll­ständige Befreiung. Einevoll­ständige Befreiung von der Kfz-Steuer erhalten Menschen, die eines der folgenden Merkzeichen im Schwerbehinderten­ausweis haben:

  • H – Hilf­losig­keit bei der Verrichtung des täglichen Lebens
  • BI – Blindheit oder hoch­gradige Sehbehin­derung
  • aG – außergewöhnliche Gehbehin­derung

Ermäßigung. Um 50 Prozent reduziert sich die Kfz-Steuer, wenn eines dieser Merkzeichen im Schwerbehinderten­ausweis einge­tragen ist:

  • G – Gehbehin­derung
  • GI – Gehörlosig­keit

Für diesen Rabatt muss die Person zunächst schriftlich per Post einen Antrag bei der Behörde stellen, die den Schwerbehinderten­ausweis ausgestellt hat – meist das Versorgungs­amt. Diese sendet ein Beiblatt zu, auf dem das Recht zur Halbierung der Steuer vermerkt ist. Alternativ kann die Person kostenlos den öffent­lichen Nahverkehr nutzen.

Antrag. Sowohl für die Ermäßigung als auch für die voll­ständige Befreiung von der Steuer müssen Menschen mit Schwerbehin­derung einen Antrag beim Zoll stellen. Diesenfinden sie im Internet (zoll.de) unter dem Such­wort „Formular 3809“. Das ausgefüllte Formular und eine Kopie des Schwerbehinderten­ausweises senden sie an das zuständige Haupt­zoll­amt. Wer eine Ermäßigung beantragt, muss zudem eine Kopie des erhaltenen Beiblatts mitsenden, auf dem das Recht zur Reduzierung der Kfz-Steuer um 50 Prozent vermerkt ist.

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Dieses Special ist im August 2018 auf test.de erschienen und wurde im Februar 2021 aktualisiert.

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