Neuheit im Test: Digitalkamera und Camcorder in einem Gerät Meldung

Zwei Seiten eines Geräts: Oben zum Filmen, unten zum Fotografieren.

Bisher gilt: Wer gute Videos und gute Fotos machen will, braucht zwei Geräte. Zwar können die meisten Digitalkameras auch kurze Filme aufnehmen und hat fast jeder Camcorder auch eine Standbildfunktion. Die Ergebnisse dieser Zusatzfunktionen sind allerdings bescheiden. Jetzt kommt Samsung mit einem Kombigerät: Per Dreh an der Objektiv-Sensor-Einheit wird aus dem Camcorder eine richtige 4-Megapixel-Digitalkamera und umgekehrt. Das klingt nach dem Ende aller faulen Kompromisse. Die Stiftung Warentest hat überprüft, ob das Kombigerät Samsung VP-D5000i so gut ist wie die Idee, die dahinter steckt.

Mehr Gewicht

Als Erstes fällt auf: Das Kombigerät wirft einiges in die Waagschale. Fast 770 Gramm müssen Film- und Fotofreunde stemmen, um alles im Bild zu haben. Dafür sind auch zwei vollständige Aufnahmeeinheiten eingebaut: Fürs Filmen stehen ein 10-fach-Zoom mit einem CCD-Sensor zur Verfügung, der offenbar die Camcorder-typischen 800 000 Pixel Auflösung bringt. Merkwürdig: Samsung machte keine genauen Angaben. Anders bei der Kameraeinheit: Durch ein 3-fach-Zoom fällt das Licht auf einen 4,1 Millionen Bildpunkte großen Sensor. Trotz des hohen Gewichts ist das Gerät recht handlich ausgefallen. Die Abmessungen sind kompakt. Und: Vergleichbare Camcorder ohne Fotofunktion wiegen auch nur rund 200 Gramm weniger. Wer auf zwei Geräte setzt, hat mehr zu tragen. Festzuhalten bleibt: Wenn überhaupt, dann passt der Alleskönner von Samsung nur in ausgesprochen geräumige und tragfähige Jackentaschen.

Mehr Knöpfe

Auch die Bedienung wird durch die Vielseitigkeit nicht einfacher. Noch sofort durchschaubar: Durch einen Dreh an der Aufnahmeeinheit wird je nach Bedarf die Foto- oder die Filmeinheit in Stellung gebracht. Doch dann wirds etwas schwieriger: Reichlich Knöpfe steuern die Funktionen des Samsung-Kombis. Aber: Das Konzept ist durchdacht. Sämtliche wichtigen Schalter und Knöpfe sind gut erreichbar und sinnvoll platziert. Nach kurzer Gewöhnung haben Film- und Fotofreunde alles im Griff.

Mehr Film

Hauptprüfpunkt: Kann der Alleskönner bei Bild- und Tonqualität mit den Spezialgeräten mithalten? Antwort: Mit gewissen Einschränkungen ja. Der Camcorderteil leistet sich im Vergleich zur spezialisierten Konkurrenz nur eine Schwäche: Bei schlechten Lichtverhältnissen geraten die Filmaufnahmen etwas zu blass. Außerdem wird Farbrauschen sichtbar. Bei gutem Licht erreicht der Samsung-Kombi das branchentypisch hohe Niveau von Digitalcamcordern. Der Ton ist zwar nicht wirklich gut, aber im Rahmen dessen, was andere Camcorder auch liefern. Kleine Schwäche: Auf Wind reagiert das eingebaute Mikrofon recht empfindlich. Da ist manches Konkurrenzgerät besser. Außerdem: Auch für die Bedienung des Camcorders per Bildschirmmenü gibts bessere Lösungen. Es ist bei Samsung zu unübersichtlich geraten. Selbst erfahrene Filmfreunde werden eine ganze Weile brauchen, bis sie durchblicken.

Mehr Foto

Die Standbilder vom Fototeil des Alleskönners sind deutlich besser als die provisorischen Fotos aus anderen Camcordern. Mit guten Digitalkameras mit 4 Megapixel-Chip kann der Samsung-Kombi jedoch nicht mithalten. Dabei ist die Farbwiedergabe gut. Die Belichtungsautomatik neigt allerdings zur Überbelichtung und die Schärfe bleibt etwas hinter dem Durchschnitt von Digitalkameras mit vergleichbarer Auflösung zurück. Funktionsumfang und Ausstattung entsprechen in etwa dem Niveau von reinen Fotoapparaten der unteren Preisklasse. Schnappschüsse sind - wie bei vielen Digitalkameras auch - kaum drin: Vom Druck auf den Auslöser bis zur Belichtung vergehen fast zwei Sekunden. Etwas schneller gehts, wenn der Auslöser rechtzeitig halb gedrückt wurde. Die Kameraelektronik braucht dann nur noch 0,8 Sekunden bis zur Aufnahme.

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