Neues von der CeBIT - Computer Meldung

Rechenpower: In den Hallen der Computerfirmen fand die "Megahertz-Schlacht" zwischen AMD und Intel, den Herstellern von Prozessorchips, statt. Monate nach der Vorstellung des Pentium-IV-Prozessors von Intel mit 1,4 Gigahertz (GHz) Taktfrequenz sind jetzt erste Rechner damit ausgestattet. Der für den Herbst angekündigte Schritt zu 2-GHz-Prozessoren wird wohl im Weihnachtsgeschäft Früchte tragen. Gut, denn dadurch werden die für Büroanwendungen und einfache Spiele ausreichend schnellen Rechner mit 1-GHz-Prozessoren schön billig.

Grafikpower: So wichtig wie Temposteigerungen bei Prozessoren sind die Leistungssprünge bei Grafikkarten. Objekt der Begierde vieler Computerspieler ist der neue Grafikchip der Firma nVidia, der GeForce 3. Grafikkarten, die mit ihm bestückt sind (Asus V8200, Elsa Gladiac 920, Hercules 3D Prophet III), kosten so viel wie ein einfacher Komplettrechner (fast 1.500 Mark). Immerhin profitieren auch Mac-Anwender sofort vom neuen Grafikchip, denn für die aktuellen G4-Macintosh-Rechner gibt es ihn bereits. Gut: Grafikkarten mit dem "alten" GeForce-2-Chip werden bald für 200 Mark zu haben sein ­ sie erfüllen ohnehin selbst die anspruchsvollen Wünsche vieler Computerspieler.

DVD-Brenner: Zwar wurden CD-Rohlinge mit 1,3 Gigabyte Speicherkapazität (120 Minuten Musik, www.disc4you.de) gezeigt, doch die Zukunft gehört sicherlich der DVD, die problemlos mehrere Gigabyte Daten speichert. Doch bisher angebotene DVD-Brenner kosteten entweder mehr als 10.000 Mark oder die gebrannten Rohlinge liefen nicht in Standardlaufwerken und normalen DVD-Playern am Fernsehapparat. Nur halb so teure und trotzdem kompatible Geräte waren auf der CeBIT zu sehen und sollen in den nächsten Wochen in den Handel kommen. Pioneer zeigte einen DVD-Brenner für Computer, bei Philips war ein DVD-Videorekorder zu sehen.

Funkverbindung: Statt Kabel sollen künftig Funkwellen elektronische Geräte miteinander verbinden. Der Standard dafür heißt "Bluetooth". Computernetzwerke durch die Wand (ohne Kabel), ein gemeinsam genutzter Drucker (ohne Kabelverbindung zu den einzelnen Rechnern), Funkverbindung zwischen Notebooks, Tischrechnern und Organizern wird es noch in diesem Jahr geben. Beim Mobilfunkanbieter E-Plus ist schon jetzt das Mobiltelefon Ericsson T20s inklusive Bluetooth-Sprechgarnitur (Headset) zu haben. Es kostet 400 Mark mit und 900 Mark ohne Mobilfunkvertrag.

IBM zeigte gar eine Schmuckkollektion elektronischer, per Bluetooth vernetzter Bausteine. Das Armband zeigt im Display E-Mails an, die Halskette enthält ein Mikrofon, die Ohrclips Lautsprecher fürs Handy. Gesteuert wird alles durch die Cursorfunktion im Fingerring. Produziert werden soll die Kollektion jedoch nicht. Sie ist lediglich als Machbarkeitsstudie gedacht. Fraglich ist, wer neben dem Handy noch weitere Funksender am Körper tragen will.

Speichertricks: Für schnelle Computer sollen sich in diesem Jahr neue Speicherchips, so genannte DDR-RAMs durchsetzen. Sie verarbeiten bei jedem Arbeitstakt zwei Informationseinheiten. Durch diesen Trick arbeiten sie trotz gewöhnlicher 133 Megahertz (MHz) Taktfrequenz so schnell, als wären es 266 MHz. Gut für speicherintensive Anwendungen wie Spiele und Videoschnitt. Angenehmer Nebeneffekt: DDR-RAM ist "nur" rund doppelt so teuer wie herkömmlicher Arbeitsspeicher (SDRAM PC-133). Die Preise dieser meist ausreichend schnellen Speicherchips werden deshalb sicherlich auf dem jetzigen Tiefststand verharren.

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