Nun hat das Prinzip „einer für alle“ zum ersten Mal gefruchtet. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gewann eine Sammelklage nach dem neuen Rechtsberatungsgesetz. Sie hatte im Namen von drei Kunden gegen eine Kreditfirma geklagt, die zu Unrecht Gebühren und Wegegeld in Rechnung gestellt hatte. Nach dem Urteil des Landgerichts Stuttgart muss die Firma das Geld nun zurückerstatten (Az. 20 O 564/01).

Der Fall: Drei Familien wollten bei der Firma Kredite aufnehmen, für die sie in Zeitungsanzeigen geworben hatte. Doch statt der Kredite wurden ihnen überteuerte Beteiligungen an Wohnungsgenossenschaften vermittelt. Dafür forderten die Vermittler auch noch unberechtigte Vermittlungsgebühren und Wegegeld.

Wie in diesem Fall ermöglicht das Gesetz den Verbraucherzentralen generell, stellvertretend für Verbraucher zu klagen und Schadenersatz zu erstreiten. Früher konnten sie nur Unterlassungsklagen anstrengen. Schadenersatz aber musste jeder vor Gericht selbst einfordern.

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