Neuer Personalausweis Meldung

Quelle: Bundesministerium des Innern

Zwei Etappen Schnelltest hat der neue Personalausweis hinter sich. Jetzt gibts den ersten Totalausfall: Bei einem der sieben Tester ist offenbar bereits der Chip defekt. Er bekommt jetzt einen neuen Ausweis. Bis dahin bleibt ihm eine Fotokopie.

Test in Etappen

Anfang November waren die Ausweis-Tester bei Meldeämtern in ganz Deutschland und haben einen neuen Personalausweis beantragt. Inzwischen sind alle Ausweise da und in Betrieb - mit einer Ausnahme: Bei einem der Tester ist offenbar der Ausweis-Chip defekt. Die Änderung der persönlichen Geheimnummer (Pin) scheiterte. Anders als die übrigen Tester hatte er die Pin nicht gleich Abholung im Bürgeramt geändert. Als er den Ausweis daheim in Betrieb nehmen wollte, gabs nur Fehlermeldungen. Die Transport-Pin funktionierte nicht, und auch die Puk half nicht weiter. Das Bürgeramt reagierte hilfsbereit. Aber auch mit den Terminals dort ließ sich die Geheimnummer nicht ändern. Jetzt geht der Ausweis zurück in die Bundesdruckerei. Unser Tester bekam derweil eine Fotokopie. Merkwürdig: Solche Fotokopien hält das Bundesinnenministerium eigentlich für verboten.

Ursache unklar

Warum der Chip des ersten Ausweises nicht funktionierte, ist unklar. Denkbar ist trotz sorgfältiger Aufbewahrung und vorsichtiger Benutzung auch eine Beschädigung nach Auslieferung durch die Bundesdruckerei. Elektrische Strahlung oder statische Aufladung können die mikroskopisch feinen Strukturen von Chips zerstören. Allerdings: In den offiziellen Informationen zum Ausweis finden sich keine besonderen Warnungen oder Hinweise zum Umgang mit dem neuen Personalausweis.

Weiterhin noch kein Komfort-Kartenleser

Immer noch ist kein Lesegerät zugelassen, das die Nutzung aller Optionen des neuen Personalausweises ermöglicht. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat auch den ReinerSCT CyberJack RFID Komfort noch nicht zertifiziert. „Da gibt es noch Abstimmungsbedarf“, erklärte ReinerSCT-Produktmanager Stefan Brommer. Dabei bieten verschiedene Online-Händler das Gerät bereits an und nennen Liefertermine im Februar. Immerhin: Bereits zertifiziert und lieferbar ist der ReinerSCT CyberJack Standard. Er ist der erste Kartenleser für den neuen Personalausweis mit eigener Tastatur. Anders als bei einfachen Basis-Kartenlesern können Hacker die Geheimnummer nicht mit Spionageprogrammen abfangen. Ein Komfortlesegerät ermöglicht zusätzlich auch die so genannte digitale Unterschrift (qualifizierte elektronische Signatur).

[Update 28.01.2011] Die genaue Ursache für den Ausweisdefekt kann die Bundesdruckerei auch nicht ermitteln. Wegen der komplizierten Technik und komplexen Herstellung seien einzelne Fehler kaum zu vermeiden, aber die Quote sei sehr gering, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber test.de. Besondere Vorsichtsmaßnahmen seien nicht zu beachten. Wie bei vergleichbaren Produkten mit sensibler Elektronik gilt: Der Ausweis darf nicht gebogen, perforiert oder extremen Temperaturen ausgesetzt werden. Zur Empfindlichkeit gegenüber elektrischen oder magnetischen Feldern sagte die Sprecherin nichts.

[Update 28.01.2011] Das Bundesinnenministerium versichert: Bei Ausweisdefekten bekommt der Inhaber kostenlos einen neuen Ausweis, wenn er den Schaden nicht selbst verursacht hat.

[Update 25.03.2011] Immer noch ist unser Tester mit dem Ausweisdefekt ohne Personalausweis. Auf Nachfrage hat sich nach rund zwei Monaten das zuständige Bürgeramt gemeldet. Ursache des Defekt sei ein Herstellungsfehler bei der Bundesdruckerei. Jetzt muss unser Tester erneut zum Bürgeramt, um einen neuen Ausweis zu beantragen und auch ein neues Foto mitbringen.

[Update 21.04.2011] Jetzt hat der Tester seinen neuen Personalausweis.

Neuer Personalausweis im Schnelltest:
Der Antrag
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