Am Neuen Markt scheiden sich die Geister. Analysten und Fondsspezialisten sehen das Börsensegment für Wachstumsunternehmen vor einer Erholung. Die Seitwärtsbewegung, beschieden sie, habe spätestens im Herbst ein Ende. Ein Aufschwung stünde an. Den größten Optimismus verbreitete die DG-Bank, die dem Wachstumssegment der Deutschen Börse bis zum kommenden Frühjahr ein Potenzial von über 10.000 Punkten einräumt.

Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) nahm den Liebling der privaten Anleger dagegen unter heftigen Beschuss: Von einem "deutlichen Qualitätsverlust bei Neuemissionen" sprach sie kürzlich. Ihre Bilanz: Von 80 in diesem Jahr erstmals notierten Aktien kosteten derzeit nur etwa die Hälfte mehr als bei Ausgabe.

Verantwortlich für den schlechten Zustand des Neuen Markts sei beispielsweise die Deutsche Börse. Die SdK wirft ihr vor, Zulassungskriterien zu vernachlässigen. Unternehmen müssten für das Listing am Neuen Markt weder Marktführer sein noch mindestens drei Jahre bestehen ­ wie es ursprünglich vorgesehen gewesen sei.

Schuld an dieser negativen Entwicklung trügen aber auch die Banken. Kreditinstitute würden selbst untaugliche Unternehmen an die Börse begleiten, sagt die SdK. Unter besonderen Beschuss gerät dabei ausgerechnet die DG-Bank, Marktführerin bei Neuemissionen. Lediglich vier von ihren sechzehn Neuemissionen lägen Anfang August im Plus.

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