Das alte Seefahrergesetz ­ der Kapitän verläßt als Letzter das sinkende Schiff ­ gilt am Neuen Markt mit umgekehrtem Vorzeichen: Da steigen einige Firmeneigner möglichst rasch aus. Zwar muss jeder, der seine Firma an die Börse bringt und Aktien behält, diesen Anteil mindestens sechs Monate halten. Doch ist die Frist abgelaufen, sacken die Kurse oft ab, haben Dr. Eric Nowak und Alexandra Gropp von der Uni Frankfurt beobachtet, als sie 142 Firmen untersuchten. Auch die Meldepflicht, nach der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder Verkäufe innerhalb von drei Tagen anzeigen müssen, nützt wenig, da sie erst nachträglich greift. Aktionäre sollten daher das im Emissionsprospekt genannte Ende der Lock-up-Frist beachten.

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