Neuer Handy-Billiganbieter Meldung

Billiganbieter - was bei Fluggesellschaften inzwischen gang und gäbe ist, könnte nun auch im Mobilfunk Einzug halten. E-Plus hat als erster Anbieter eine Billigmarke gestartet. Simyo ist ihr Name. Mit ihr soll Mobiltelefonieren günstiger werden. test.de sagt, für wen sich der neue Tarif lohnt.

No-Frills

Simyo funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie Billigflieger: No-Frills, also keine Extras und Schnörkel. Was die Fluggesellschaften am Essen und Personal einsparen, läßt Simyo bei Handys und Service weg. Es gibt weder kostenlose noch preisgünstige Handys beim Kauf der Prepaid-Karte dazu. Auch eigene Simyo-Läden mit Kundenberatern gibt es keine. Der Verkauf erfolgt ausschließlich übers Internet. Dafür ist der Preis umso niedriger: Einheitliche 19 Cent pro Minute für Gespräche innerhalb Deutschlands in alle Netze (Taktung 60/1), 14 Cent pro SMS sowie kostenlose Abfrage der Mailbox. Keine Grundgebühr, kein Mindestumsatz, keine Vertragsbindung. Das Starter Paket kostet einmalig 19,95 Euro inklusive 10,00 Euro Startguthaben. Die Bezahlung erfolgt per Kreditkarte oder Banküberweisung. Der Kunde darf sich sogar seine neue Rufnummer selbst aussuchen. Die alte Rufnummer kann er jedoch nicht behalten.

Extras kosten extra

Mit diesen Preisen ist Simyo sowohl für Wenig- und Normaltelefonierer als auch für Vieltelefonierer empfehlenswert. Erstmals ist ein Prepaid-Tarif preiswerter als ein Vertrag mit fester Laufzeit. Nur für Handynutzer, die vor allem an Wochenenden telefonieren, gibt es noch günstigere Tarife. Allerdings ist das Simyo-Angebot hauptsächlich für Internetnutzer günstig. Wer nicht online ist oder weder Bankkonto noch Kreditkarte hat, kann sich erst gar nicht für den Tarif anmelden. Auch das Aufladen der Sim-Karte wird teuer, wenn es nicht über das Internet erfolgt: pro Anruf im Callcenter 5,00 Euro. Selbst der Einzelverbindungsnachweis - bei den meisten Handytarifen gratis - kostet bei Simyo 10,22 Euro. Das ist besonders ärgerlich, wenn die Rechnung nicht stimmt oder falsche Dienste berechnet wurden.

Eingeschränkt gültig

Ein weiteres Manko von Simyo: Das Guthaben bleibt nur sechs Monate gültig. Anschließend ist das Handy noch für zwei Monate erreichbar. Erfolgt in dieser Zeit keine Nachladung, schaltet Simyo die Sim-Karte ab. Der Handybesitzer ist somit gezwungen, alle sechs Monate mindestens 10 Euro nachzuladen. Wer regelmäßig mobil telefoniert, hat damit kein Problem. Wer die Karte allerdings nur kauft, um am Handy erreichbar zu sein, zahlt am Ende drauf. Bei anderen Anbietern von Prepaid-Karten bleibt das Startguthaben in der Regel 12 Monate erhalten.

Tchibofonie und Volkstarif

Allerdings ist die Idee billiger Handytarife nicht neu. Auch Tchibo und Payback/Bild bieten bereits preiswerte Tarife ohne Grundgebühr an. Tchibofonierer zahlen rund um die Uhr 35 Cent pro Minute in alle Netze (Taktung 60/1), SMS kosten 19 Cent. Großer Vorteil von Tchibo gegenüber Simyo: Kunden können ihre Sim-Karte in allen Tchibo-Filialen aufladen. Im so genannten Volkstarif von Payback und Bild liegt der Minutenpreis bei einheitlich 29 Cent (Taktung 60/60 - kundenunfreundlich), SMS kosten 19 Cent. Der Volkstarif setzt allerdings einen monatlichen Mindestumsatz von 9,90 Euro voraus und der Vertrag läuft mindestens sechs Monate. Unterm Strich ist Simyo also preiswerter als Tchibo und der Volkstarif.

Im Überblick: Simyo, Tchibofonie und Volkstarif

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