Neuer Einkaufsratgeber Fisch vom WWF Meldung

WWF-Infografik zum Fischratgeber

WWF-Infografik zum Fischratgeber

Nicht jeder Fisch gehört auf den Teller. Denn mittlerweile sind viele Arten überfischt. Zusätzlich schädigen zerstörerische Fangmethoden den Lebensraum der Meeresbewohner. Verbraucher sollten sich beim Einkauf daher bewusst nur für nachhaltig gefangenen Fisch aus gesunden Beständen entscheiden. Der neue Einkaufsratgeber des World Wide Fund For Nature (WWF) hilft ihnen dabei.

Auf Herkunftsgebiet achten

Der neue Einkaufsratgeber Fisch und Meeresfrüchte des WWF bewertet 35 Wildfischarten aus 70 Beständen sowie 10 Fischarten aus Aquakultur nach einem Ampelsystem. Im Vergleich zum letzten Ratgeber erhalten Verbraucher diesmal konkretere Informationen zu einzelnen Fischbeständen und deren Herkunftsgebieten. Denn nicht immer sind alle Bestände einer Art gleichermaßen bedroht. Beispiel: Kabeljau aus der Nordost-Arktis ist laut WWF eine gute Wahl. Dagegen gehöre Kabeljau aus der Nord- und Ostsee nicht in den Einkaufswagen, da die Bestände überfischt sind. Derzeit sind Informationen zu Fanggebieten für Verbraucher noch rar. Das soll sich aber bald ändern. „Der Handel hat angekündigt, Fisch noch in diesem Jahr nach Herkunftsgebieten zu kennzeichnen“, sagt WWF-Fischereiexpertin Heike Vesper.

Grün = Gute Wahl

Generell empfiehlt der WWF beim Kauf von Wildfischen auf das blaue Siegel des Marine Stewardship Council (MSC) zu achten. Es garantiert nachhaltige Fischerei für die entsprechenden Produkte. Bei Zuchtfischen sollten Verbraucher Bio-Produkte wählen, die mit dem Bioland- oder Naturland-Siegel gekennzeichnet sind. Doch nicht jeder Fisch ohne MSC-Siegel oder aus Biozucht ist bedenklich. Im WWF-Ratgeber finden Verbraucher daher auch weitere Fischarten, die sie kaufen können, etwa Hering aus der nördlichen und zentralen Ostsee, Alaska-Seelachs aus dem Nordost-Pazifik, Sardinen aus dem Nordost-Atlantik und Karpfen.

Rot = Lieber nicht auf den Teller

Andere Fischarten sollten Verbraucher dagegen meiden. Denn viele Bestände sind bereits überfischt und brauchen dringend eine Auszeit. Oft kommen zudem zerstörerische Fangmethoden zum Einsatz, die den Lebensraum der Meeresbewohner schädigen. Beispiel Rotbarsch: Die Art wurde laut WWF in den letzten Jahren zu stark befischt. Diese Tiefseefische werden oft mit Grundschleppnetzen gefangen, die empfindliche Tiefseelebensräume zerstört. Bei anderen Fischarten ist der Beifang extrem hoch. So kommen auf ein Kilo gefangene Seezunge etwa sechs Kilogramm Beifang, der meist achtlos wieder über Bord geworfen wird. Auch beliebte Speisefische wie Scholle oder Dorsch aus der Ostsee gehören laut WWF-Ratgeber nicht auf dem Teller.

Tipp: test.de gibt weitere Informationen zum Fischkauf und sagt, worauf Verbraucher achten sollten.

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