Neuer Biosprit E10 Meldung

Mittlerweile ist der neue Biosprit E10 an einigen Tankstellen erhältlich. Die Verwirrung an der Zapfsäule ist nun groß: Verträgt mein Auto das neue Benzin? test.de beantwortet die wichtigsten Fragen.

Verträgt mein Auto den neuen Kraftstoff?

Die Automobilindustrie hat eine Liste veröffentlicht, welche Modelle E10 tanken können und welche nicht. Die Liste ist nach Herstellern alphabetisch sortiert und wird laufend aktualisiert. Die Automobilindustrie geht derzeit davon aus, dass etwa 10 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Autos kein E10 vertragen. Das sind mehr als drei Millionen PKW. Autofahrer müssen nun selbst prüfen, ob ihr Wagen den neuen Sprit verträgt oder nicht. Allein das Alter des Modells ist dabei nicht immer entscheidend: Es kommt vor, dass neuere Modelle E10 nicht vertragen, während ältere sehr wohl damit fahren können.

Wo kann ich mich zusätzlich informieren?

Zusätzliche Informationen können Werkstätten oder die Hotlines der Hersteller geben. Die Rufnummern dieser Hotlines befinden sich ebenfalls in der Liste zur E10-Verträglichkeit. Der ADAC rät zudem: Wurde ein Auto kurz vor oder kurz nach dem Produktionszeitraum zugelassen, der in der Verträglichkeits-Liste steht, sollten Autofahrer sich durch Vertragshändler oder über die Hotlines beraten lassen. Das selbe gilt für Re-Import-Fahrzeuge.

Was kann ich in Zukunft tanken, wenn mein Auto kein E10 verträgt?

Bietet eine Tankstelle E10 an, muss sie gleichzeitig auch herkömmliches Benzin mit nur 5 Prozent Bioethanol verkaufen. So wollte es Umweltbundesminister Norbert Röttgen. Das Problem: die geringen Lagerkapazitäten der Tankstellen und Raffinerien. Derzeit ist fraglich, ob die Tankstellen das gewohnte Super-Benzin dauerhaft anbieten werden. Ist dies nicht der Fall, müssen Autofahrer, deren Modell kein E10 verträgt, wahrscheinlich das teurere Super Plus tanken.

Was tun bei einer Fehlbetankung?

Bei Fahrzeugen, die kein E10 vertragen, kann das neue Benzin Schäden am Motor und den Kraftstoffleitungen verursachen. Deshalb sollten Autofahrer, die versehentlich E10 getankt haben, das Auto unbedingt stehen lassen. Der Tank kann entweder vor Ort ausgepumpt und gereinigt werden. Oder aber der Fahrer muss seinen Wagen in die nächste Werkstatt abschleppen lassen. Zapfsäulen werden künftig mit dem Schriftzug „E10“ gekennzeichnet sein, um Fehlbetankungen zu vermeiden.

Mehr Verbrauch durch E10?

Hier sind die Aussagen bisher nicht eindeutig. 5 Prozent soll ein Auto mit E10 mehr schlucken, will zum Beispiel die Zeitschrift Auto Bild herausgefunden haben. Der Verband der Bioethanolwirtschaft kontert: Der Unterschied im Verbrauch habe nichts mit E10 zu tun. Um 1,9 Prozent sei der Energiegehalt von E10 geringer. Also könne auch der Verbrauch des Autos nur um 1,9 Prozent steigen, rechnet der Verband vor. Der ADAC geht davon aus, dass der Verbrauch mit E10 um 1,5 Prozent steigen wird.

Wofür steht das Kürzel E10?

Das „E“ steht für Ethanol, das zum Beispiel aus Zuckerrohr oder -rüben hergestellt wird. Die „10“ steht für einen 10-prozentigen Anteil von Ethanol im Kraftstoff. Im herkömmlichen Benzin sind derzeit 5 Prozent Bioethanol enthalten. Der höhere Anteil von Ethanol verbessert die Klimabilanz des Benzins, weil der Kraftstoff aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird. Deshalb wurde E10 zu Beginn des Jahres EU-weit eingeführt.

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