Die fünf W beim Zeichnen

Was? Am besten ist, sich das Unternehmen anzuschauen. Blind zeichnen hat wenig Sinn. Infos gibt es im Verkaufsprospekt, bei den Banken und in den Medien. Doch Vorsicht: Informationen sind nicht generell vertrauenswürdig. Die Emissionsbanken sind daran interessiert, das Aktienpaket loszuwerden. Analystenmeinungen, die in Zeitungen und Zeitschriften zitiert sind, können unvollständig und aus dem Zusammenhang gerissen sein.

TiPP: Je mehr Quellen Sie anzapfen, desto mehr nähern Sie sich der Wahrheit. Nehmen Sie Warnungen ernst.

Wo? Ein Börseneuling braucht Beratung, die es bei den Discountbrokern nicht gibt. Bei überzeichneten Neuemissionen bestehen Zuteilungschancen regelmäßig nur für Kunden der Konsortialbanken. Wer überall ein Depot unterhält, muss Mindestgebühren bezahlen, auch wenn nichts eingebucht ist. Hinzu kommt, dass viele Institute eine Barreserve verlangen. Das heißt, man muss den Betrag, den die Zuteilung kosten kann, hinterlegen.

TiPP: Beschränken Sie sich anfangs auf ein Institut. Gehen Sie dorthin, wo Sie gut beraten werden. Wenn Sie ein wenig Erfahrung haben, können Sie Ihr Glück auch bei einem Directbroker versuchen, der nicht berät, in der Regel jedoch günstiger ist.

Wie viel? Grundsätzlich soll man nicht mehr Aktien zeichnen, als man sich leisten kann. Der Aktienkauf auf Pump ist riskant; das gilt auch für Zeiten, in denen ein Zeichnungsgewinn vermeintlich sicher ist. Wie zugeteilt wird, hängt von der Nachfrage ab, es kann sein, dass der Wunsch voll befriedigt wird. Bei hohen Orders kann das ins Geld gehen. Aufgepasst: Oft verlangen die Banken Zeichnungsgebühren, die anfallen, wenn es nicht zur Zuteilung gekommen ist.

TiPP: Übertreiben Sie es nicht. Die Aktienanlage ist ein langfristiges Geschäft, auch die Chancen auf gute Renditen sind langfristig sicherer. Zeichnen Sie, wenn Sie von der Geschäftsidee eines Unternehmens überzeugt sind.

Wann? Experten empfehlen, erst abzuwarten, ob das Unternehmen gefragt ist. In der Diskussion ist ein Zuteilungsverfahren nach dem Prinzip "first in, first serve" ­ wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Das erhöht die Chancen auf eine Zuteilung. Die Gefahr, dass man Nieten zeichnet, erhöht sich freilich auch.

TiPP: Beobachten Sie das Bookbuilding. Der Graumarkthandel, der gleichzeitig stattfindet, zeigt in etwa, ob die Emission ein Erfolg wird (Tageszeitungen, www.schnigge.de).

Warum? Ein Aktionär ist an der Aktiengesellschaft, deren Aktien er hält, beteiligt. Ein Aktienkauf ist demnach eine unternehmerische Entscheidung, die Perspektiven bieten kann. Schnelle Erfolge sind möglich, Strategien fundierter.

TiPP: Wenn Sie sicher sind, dass ein Unternehmen ein Zeichnungserfolg wird, spricht nichts dagegen, wenn Sie Ihr Zuteilungsglück versuchen. Vergessen Sie über die Neuemissionseuphorie nicht, dass auch Aktien, die schon länger gehandelt werden, ihren Kurs steigern können.

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