Sie sollen sexuell anregen, die Vitalität steigern und das Gedächtnis verbessern – die Versprechungen, die derzeit zu Schisandrafrüchten gemacht werden, sind vielfältig. Wirksamkeit und Unbedenklichkeit sind aber nicht belegt. Man schreibt der neuen Trendarznei außerdem eine beruhigende Wirkung zu, die Schlaflosigkeit und Albträume beenden soll. Auch Depressionen und Reizbarkeit werden als Anwendungsgebiete genannt.

Seit 2 000 Jahren im Gebrauch

Der chinesische Name für Shizandra lautet „Wu wei zi“, was „Kraut der fünf Geschmacksrichtungen“ bedeutet. Man soll die fünf elementaren Energien herausschmecken können: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Die Kletterpflanze wächst im Nordosten Chinas, in Japan und Korea. Verwendet werden die roten Beeren. Die Früchte werden in der traditionellen chinesischen Medizin seit über 2 000 Jahren als Aufbau- und Stärkungsmittel verwendet.

Wenig Belege für eine Wirksamkeit

Über die Inhaltsstoffe der Pflanze ist wenig bekannt. Ihren Zubereitungen werden Leberschutzeffekte zugeschrieben. Die Hinweise auf eine solche Wirkung stammen allerdings überwiegend aus Tierversuchen und können nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragen werden. Für eine Besserung von psychischen Erkrankungen, Sexualstörungen, Parkinsonkrankheit, Unfruchtbarkeit, Zuckerkrankheit oder gar Krebs gibt es keine stichhaltigen Belege.

Risiken nicht bekannt

Studien zum Einsatz von Schisandrafrüchten als Krebsmittel weisen darauf hin, dass die Inhaltsstoffe die Zellteilung beeinflussen. Daher sind auch zellschädigende und eventuell sogar krebsfördernde Effekte denkbar. Konkrete Risikomeldungen fehlen aber bisher. Das belegt allerdings nicht die Unbedenklichkeit der chinesischen Arznei. Wegen der insgesamt unklaren Datenlage sind Zubereitungen aus Schisandrafrüchten derzeit weder als Nahrungsergänzung noch als Medizin zu empfehlen.

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