Neue Tablets von Microsoft, Samsung und Apple Stark, groß, teuer

Neue Tablets von Microsoft, Samsung und Apple - Stark, groß, teuer
Drei Riesen im Schnell­test. © Stiftung Warentest

Surface Pro, Galaxy Book 12 LTE, iPad Pro Wifi + Cellular: Die drei neuen Tablets von Microsoft, Samsung und Apple ermöglichen mehr als Internetsurfen und Spielchen daddeln. Mit ihren leistungs­starken Prozessoren, großen Bild­schirmen und (optional) anschließ­baren Tastaturen laden sie zum Arbeiten ein und konkurrieren eher mit Ultra­books. Leider auch beim Preis (rund 1 000 bis 1 600 Euro). Unser Schnell­test klärt, für wen sich die Anschaffung lohnt.

Inhalt

[Update 20.12.2017]: Alle drei schnell­getesteten Tablets mit Tastatur finden Sie mit allen detaillierten Test­ergeb­nissen und Qualitäts­urteilen in unserer neuen Testdatendatenbank Mobile Computer. [Ende Update]

Mit Tastatur und Stift über 1 000 Euro

Wer eines der drei neuen großen Tablets von Microsoft, Samsung und Apple sein Eigen nennen will, muss tief in die Tasche greifen. Am güns­tigsten ist ausnahms­weise mal Apple. Die von uns geprüfte Variante mit 256 Gigabyte Speicher und LTE kostet 1 140 Euro. Für unseren Test haben wir außerdem das Smart-Keyboard für 176 Euro und den Pencil für 106 Euro dazu gekauft. Alles zusammen kostet dann 1 422 Euro. Auch beim Microsoft Surface haben wir zum Tablet für 1 410 Euro den Surface Pen (106 Euro) und die Alcantara-Signature-Type-Cover-Tastatur (141 Euro) in den Einkaufs­wagen gepackt. Gesamt­preis: 1 657 Euro. Samsung liefert Tastatur und Stift zum Galaxy Book 12 gratis dazu. Kosten­punkt 1 630 Euro.

Vergleich Apple i Pad Pro, Microsoft Surface pro und Galaxy Book im Video

Stärken und Schwächen der Super­tablets in Bewegt­bild

Flexibel einsetz­bar

Die beiden Geräte von Samsung und Microsoft kommen mit dem Betriebs­system Windows 10 Pro, das Apple iPad Pro läuft auf iOS in der gerade aktuellen Version 10. Alle drei Tablets lassen sich dank abnehm­barer Tastatur, Stift und Touchbedienung flexibel einsetzen. Mit der Tastatur lassen sich längere E-Mails bequemer als direkt auf dem Bild­schirm tippen. Wird die Tastatur nicht gebraucht, etwa beim Surfen auf der Couch, lässt sie sich bequem wegklappen. Ebenfalls praktisch: Wer im Meeting mitschreibt oder vor Langeweile kleine Skizzen zeichnen will, kann das mit dem Bedienst­ift nun auch digital tun. Besonders das Wind­ows-Betriebs­system eignet sich für alle, die auch unterwegs produktiv arbeiten wollen. Nutzer können so die gleiche Software wie auf ihrem Wind­ows-Rechner zu Hause oder im Büro benutzen. iOS wird sich mit dem angekündigten Update auf iOS 11 im Herbst aber auch weiter an MacOS annähern.

Mit 256 Gigabyte Speicher – zumindest theoretisch

Alle drei Geräte sind mit 256 Gigabyte Speicher deklariert. Das ist nicht üppig. Wer die Geräte als Haupt­rechner benutzt, kommt um eine externe Fest­platte auf Dauer wohl nicht herum. Zumal bei den zwei Wind­ows-Tablets schon bei Auslieferung mehr als 50 Gigabyte durch das Betriebs­system belegt sind. Apple macht es besser. Das iPad hat immer noch 246 Gigabyte frei. Allerdings können Nutzer hier im Gegen­satz zu den Tablets von Microsoft und Samsung den Speicher nicht per SD-Karte erweitern, so dass auch hier auf Dauer ein externer Speicher unver­meidlich sein dürfte.

Samsung beim Display vorne

Die Displays aller drei Geräte sind auf Top-Niveau. Apples iPad Pro bietet mit 2 732 mal 2 048 Bild­punkten die höchste Auflösung und mit 32,8 Zenti­metern die größte Diagonale. Der Bild­aufbau könnte allerdings einen Tick schneller sein. Auch der Schwarz­wert dürfte höher sein. Von den drei Tablets hat das Samsungs Galaxy Book zwar mit 2 160 mal 1 440 Pixeln die geringste Auflösung und mit 30,4 Zenti­metern auch die kleinste Diagonale, sein OLED-Display über­zeugt aber insgesamt am meisten. Wie bei dieser Technik zu erwarten, punktet es mit einem tiefen Schwarz und schnellem Bild­aufbau. Die Entspiegelung ist allerdings schwach. Ein klein wenig schlechter als bei Apple und Samsung schlägt sich der Bild­schirm des Surface Pro. Er hat eine Auflösung von 2 736 mal 1 824 Bild­punkten und eine Diagonale von 31,2 Zenti­metern. Ähnlich wie beim Apple könnte auch beim Microsoft der Bild­aufbau schneller sein. Zudem stellt das Tablet Farben etwas unnatürlich dar.

Apple und Microsoft punkten beim Akku

Beim Akku wiederum muss sich Samsung im Vergleich zur Konkurrenz hinten anstellen. Während wir mit dem iPad Pro 11 Stunden und 20 Minuten im Internet surfen konnten, und das Surface Pro immerhin 9,5 Stunden schaffte, kam das Samsung Galaxy Book gerade mal auf 7 Stunden und 20 Minuten. Ähnlich siehts beim Video­gucken aus, wo das Surface Pro auf 12 Stunden und 40 Minuten kam und das iPad auf 13 Stunden. Das Samsung muss nach guten 10 Stunden wieder ans Lade­kabel. Von wo es immerhin auch schnell wieder weg kann: Nach 2,5 Stunden ist das Galaxy Book frisch befüllt. Nur wenig länger dauert es beim Surface. Geduldiger müssen Besitzer des Apple iPad Pros sein. Hier gehen für einen Aufenthalt an der Strom­tank­stelle fast 5 Stunden drauf.

Samsung und Apple mit LTE

Unterschiede zeigen sich auch bei der Ausstattung. Mit dem iPad und dem Samsung Book können Nutzer unterwegs auch ohne WLan schnell ins Netz. Ein einge­bautes LTE-Mobil­funk­modem stellt die Verbindung her. Voraus­gesetzt, Besitzer statten das Gerät mit einer Sim-Karte und dem passenden Tarif aus, und der Empfang vor Ort stimmt. Beim Surface fehlt diese Möglich­keit bisher. Eine Variante mit LTE-Mobil­funk­modem ist zwar angekündigt, aber noch nicht auf dem Markt. Sie dürfte nochmals teurer sein als die reine WLan-Variante im Test. Ansonsten punktet beim Thema Ausstattung das Samsung mit zwei modernen und schnellen USB-Typ-C-Anschlüssen. Beim Surface gibts immerhin einen USB-Anschluss nach älterem Stan­dard und einen Mini-Displayport zum Anschluss externer Bild­schirme. Apple ist gewohnt minimalistisch unterwegs. USB-Anschlüsse gibts natürlich keine. Ein Light­ning-Anschluss steht bereit, um das Gerät aufzuladen oder externe Geräte anzu­schließen. Letzteres erfordert meist den Einsatz eines entsprechenden Adapters. Einen Kopf­hörer­anschluss bieten alle drei Tablets.

Fazit: Samsung für Wind­ows-Nutzer besser, iPad toppt Vorgängermodell

Mit Bild­schirm­diagonalen von über 30 Zenti­metern und einem Gewicht von mehr als einem Kilo mit Tastatur sind alle Geräte recht groß und sper­rig für ein Tablet. Schon deshalb dürften die drei Riesen unterwegs nur bei Menschen zum Einsatz kommen, die ernst­haft mit ihnen arbeiten und nicht nur im Internet surfen wollen. Das macht sich vor allen Dingen im Portemonnaie bemerk­bar. Mit Preisen von deutlich über 1 000 Euro spielen die Geräte in der Ultra­book-Liga. Sie sind für alle interes­sant, die sich die Flexibilität bewahren wollen, ihr Gerät wahl­weise mit Stift, Tastatur oder per Fingertipp bedienen zu können, oder die Tastatur mal beiseite legen möchten. Für Wind­ows-Nutzer ist das Samsung Galaxy Book insgesamt die etwas bessere Wahl, weil es üppiger ausgestattet ist und ein brillantes Display hat. Dafür ist die Akku­lauf­zeit etwas kürzer als beim Microsoft Surface Pro. Apple-Nutzer bekommen mit dem iPad Pro das beste iPad, das wir bisher im Test hatten.

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6 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Profilbild Stiftung_Warentest am 11.09.2017 um 16:23 Uhr
Bildaufbau

@Moorhuhn: Mit langsamem Bildaufbau meinen wir in erster Linie die Reaktionszeit des Bildschirms, also wie lange das Display braucht, um zwischen schwarz und weiß oder verschiedenen Grautönen umzuschalten. Bildschirme mit OLED-Technologie sind aufgrund ihrer anderen Technologie in der Regel um einige Größenordnungen reaktionsschneller als z.B. klassische LCD-Bildschirme. Das zeigt auch das iPad Pro. Bei der Bildwiederholfrequenz geht es vor allem darum, wie viele unterschiedliche Bilder pro Sekunde dargestellt werden können. Das Zusammenspiel von Grafikeinheit und Display steht dabei im Vordergrund. (SG)

Moorhuhn am 19.08.2017 um 12:16 Uhr
Langsamer Bildaufbau beim iPad Pro?

@StiWa: Was genau meinen Sie mit langsamen Bildaufbau beim iPad Pro? Es ist ja eine der größeren Neuerungen gegenüber dem Vorgängermodell, dass der Bildaufbau nun mit bis zu 120 Hz statt 60 Hz vonstatten geht.
Und 256 GB sind für mich völlig ausreichend, was auch an dem intelligenten iCloud Management (z.B. für Fotos und Videos) liegt.

Tschepe am 11.08.2017 um 11:28 Uhr
@vauel_24

Mir sind Ultrabooks zu fett. Seit über 13 Jahren arbeite ich ausschließlich mit Subnotebooks (<A4, 12", 1kg) und meine Arbeitsrechner dürfen weder größer noch schwerer werden. Von einem noch leichteren Windows-Rechner mit abnehmbarer Tastatur habe ich immer geträumt, denn gelegentlich benutze ich mein Gerät stehend und halte es fast zwei Stunden in der Hand, da schätze ich das Gewicht unter 800g (ohne Tastatur) sehr.
Für Programmierung, Korrekturlesen und Recherche reichen mir 4 GB Arbeitsspeicher (sic!!!), i5-Prozessor, 128 GB SSD und 2000x1400 völlig.
Insofern habe ich mich über die Surface-Pro-Reihe und die letzten Verbesserungen sehr gefreut.

sailinghearts am 11.08.2017 um 08:47 Uhr
@vauel_24

Danke für den Interessanten Beitrag.
Vielleicht dürfen wir erfahren, um was für ein konkretes Gerät es sich bei deinem handelt.
Danke

vauel_24 am 10.08.2017 um 18:37 Uhr
Konzept nicht so richtig schlüssig

So ganz erschließt sich mir der Sinn der Riesentablets nicht. Wer damit nur surfen, mailen und Video gucken will, für den sind die getesteten Geräte zu groß, zu schwer und zu teuer. Für richtiges mobiles Arbeiten gibt es bessere Lösungen. Zum Beispiel der Rechner auf dem diese Nachricht geschrieben wird: Doppelt so viel Arbeitsspeicher (512 GB brutto), schnellerer Prozessor (i7), höhere Bildschirmauflösung (3200 x 1800 Pixel) mit Touchbedienung und mindestens genauso lange Akkudauer (in der Praxis ca 10 Std.) Auf der festen aber um 360 Grad drehbaren Tastatur (Aufstellmodus fürs Video gucken oder Präsentationen) kann man auch ganz anständig tippen. Bezahlt habe ich dafür im letzten Jahr rund 1100 Euro. Gewicht mit Tastatur rund 1300 Gramm.