Computervirus Wannacry hat gerade erst welt­weit Schaden auf vielen Rechnern ange­richtet, schon macht der nächste Angreifer Schlagzeilen. Zahlreiche Medien berichten ausführ­lich über die neue Erpressersoftware „NotPetya“. Dabei ist die Schadsoftware nicht gefähr­lich – wenn der Rechner von einem Antiviren­programm geschützt wird. Unser Schnell­test zeigt: Alle gängigen Programme schützten von Anfang an vor dem Schädling.

Große Wirrung, kleine Gefahr

NotPetya ähnelt dem bekannten Virus Petya, mit dem es Experten zunächst verwechselten. Als ihnen Unterschiede auffielen, änderten sie den Namen in NotPetya. Parallelen gibt es auch zum prominenten Virus Wannacry. Bei allen drei Schad­programmen handelt es sich um Erpressersoftware. Sie befallen Computer, verschlüsseln Dateien und erpressen für die Freigabe der Daten Lösegeld. Untypisch: NotPetya verbreitet sich nicht über Internet­seiten oder E-Mails, sondern nur über Geräte inner­halb eines Netz­werkes oder eines damit verbundenen Netz­werkes. Dadurch breitet sich NotPetya lang­samer aus. Auslöser soll eine ukrai­nische Buch­haltungs­software gewesen sein. Betroffen sind nur Computer mit Microsofts Betriebs­system Wind­ows.

Beispiele für die aktuelle Medienbe­richt­erstattung zu NotPetya:
Heise Online:Alles, was wir bisher über den Petya/NotPetya-Ausbruch wissen
Süddeutsche.de: Hacker kapern weltweit Computersysteme
Faz.net: Hacker legen Zentralbank und Flughafen in Kiew lahm
Tages­schau.de: Weltweite Cyberattacke. Massive Angriffe auf Firmen und Behörden

Alle gängigen Antiviren­programme schützen

Im Gegen­satz zu Petya und Wannacry zeigte sich die Masse der deutschen Rechner von NotPetya unbe­eindruckt. Unser Schnell­test offen­bart den Grund: In den ersten drei Stunden nach Bekannt­werden des neuen Virus konfrontierten unsere Prüfer die von uns kürzlich getesteten 18 Internet-Sicherheitsprogramme (test 3/2017) mit dem Schädling. Alle Programme haben ihn abge­wehrt. Computer, auf denen eine aktuelle Antivirensoftware läuft, sind also geschützt. Selbst das im Microsoft-Betriebs­system Wind­ows 10 stan­dard­mäßig integrierte kostenlose Schutz­programm Defender hielt dicht. Somit sind sämtliche Wind­ows-10-Rechner sicher. Microsoft bestätigt das.

Einfach nichts tun

Welt­weit wurden verhält­nismäßig wenig Computer mit NotPetya infiziert. Betroffen sind vor allem Firmen­rechner in Russ­land und der Ukraine. Ihre Sicher­heits­updates waren nicht auf dem neusten Stand. Gefahr bestand auch für Nutzer von älteren Betriebs­system­versionen wie Wind­ows XP, Wind­ows 7 oder Wind­ows Server 8. Hier hat Wind­ows mitt­lerweile für Updates gesorgt, Anwender älterer Wind­ows-Versionen sollten sie installieren. Sämtliche Updates für diese Sicher­heits­lücke bietet Microsoft auf seiner Technet-Überblicksseite. Wind­ows-XP-Nutzer finden Hilfe auf der Microsoft-Website.

Fazit: Die meisten Computernutzer müssen nicht handeln. Sie können sich zurück­lehnen und den Medienrummel getrost ignorieren.

Dieser Artikel ist hilfreich. 12 Nutzer finden das hilfreich.