Neue Roaming-Datenbank Meldung

Handygespräche im Ausland sind teuer. Nicht nur Anrufe nach Hause kosten bis zu zwei Euro pro Minute, sondern auch ankommende Gespräche gehen ins Geld. Diese so genannten Roaming-Gebühren sind Reisenden ein ständiges Ärgernis. In einer neuen Internet-Suchmaschine stellen nun Mobilfunkanbieter (GSM) ihre Roamingpreise zum Vergleich. test.de zeigt, wem die Datenbank nutzt.

Sonderpreise verdecken Normalpreise

Die Internetseite www.roaming.gsmeurope.org gibt nur die günstigsten Tarife in den jeweiligen Netzen an. Problematisch: Die angegebenen Niedrigpreise beziehen sich meist auf zeitlich begrenzte Optionen, für die sich Kunden gesondert anmelden müssen. So erscheinen die Gespräche günstig, obwohl die eigentlichen Roamingpreise unverändert bleiben. Wer ohne diese Optionen ins Ausland fährt, zahlt nach wie vor die hohen Gebühren.

1,49 Euro statt 33 Cent je Minute

Beispiel T-Mobile: Hier zeigt die Datenbank bei den meisten Urlaubsländern nur die Relax Holiday-Option an. Diese kostet 10 Euro für 30 Abrechnungsminuten, die genaue Taktung ist allerdings nicht angegeben. Wer das Paket optimal ausnutzt, zahlt also 33 Cent je Minute. Wer aber weniger telefoniert, zahlt mehr. Aufheben bis zum nächsten Jahr geht nicht: Nicht genutztes Guthaben verfällt vier Wochen nach Buchung. Über die tatsächlichen Roaming-Kosten ohne Relax-Option erfährt der interessierte T-Mobile Kunde auf der Seite jedoch nichts. Die liegen bei bis zu 1,49 Euro je Minute. Übrigens: Die Preise auf der Seite sind statt für eine für zwei Minuten angegeben.

E-Plus nicht dabei

Weiteres Manko der Datenbank: Zahlreiche Unternehmen haben ihre Roaming-Preise nicht in die Datenbank eingepflegt. Auch E-Plus hat dies nicht getan. Für Kunden dieser Unternehmen ist die neue Seite demzufolge wertlos. Jörg Carsten Müller, Unternehmenssprecher von E-Plus, erklärte gegenüber Stiftung Warentest, dass die eigene E-Plus Internetseite ausreichende Informationen über die Roaming-Preise biete. Darüber hinaus seien dort alle Roaming-Preise abgebildet ­­– sowohl Normalpreise als auch Sonderoptionen.

Netz selbst wählen

E-Plus und Vodafone bieten zur Zeit Sonderoptionen, die nur in den ausländischen Partnernetzen gelten. Wenn sich das Handy in ein anderes lokales Netz einwählt, entstehen bei Telefonaten die gewohnt hohen Roaming-Kosten. Tipp: Schauen Sie in Ihrer Bedienungsanleitung nach. Wählen Sie das Partnernetz im Ausland per Hand. Diesen Punkt finden Sie in der Regel unter „Einstellungen“. Das Handy sucht dann die zur Verfügung stehenden Netze und Sie wählen das preiswerteste aus. Wenn Sie für längere Zeit im Ausland sind, kann auch eine neue Prepaid-Karte eines Anbieters vor Ort sinnvoll sein. Dann fallen zumindest keine Kosten für eingehende Anrufe an.

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