Abstand halten. Mindestens 1,5 Meter müssen über­holende Autos vom Radfahrer weg sein.

Beim Über­holen von Radfahrern gilt künftig ein fester Mindest­abstand und es gibt härtere Strafen gegen Rettungs­gassen-Rüpel. Auch die Nutzung von Cars­haring wird gefördert und Bußgelder erhöhen sich. Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr hat die Bundes­regierung die Straßenverkehrs­ordnung (StVO) geändert. Die Novelle soll noch im Früh­jahr in Kraft treten. test.de fasst die wichtigsten Änderungen zusammen.

Radfahrer

Autos müssen beim Über­holen von Radfahrenden künftig einen Mindest­abstand von 1,5 Meter inner­orts und 2 Meter außer­orts einhalten. Bisher war nur ein „ausreichender Seiten­abstand“ gefordert. Auf Schutz­streifen für den Radverkehr gilt ein Halte­verbot. Für Ampeln wird der Grünpfeil ausschließ­lich für Radfahrende einge­führt. Außerdem dürfen Fahr­zeuge über 3,5 Tonnen zum Schutz der Zwei­radfahrer beim Rechts­abbiegen inner­orts nur Schritt­geschwindig­keit fahren.

Bußgelder

Mit der StVO-Novelle wird auch der Bußgeldkatalog angepasst. Für unzu­lässiges Halten in zweiter Reihe und auf Schutz­streifen für den Radverkehr werden 55 statt bisher 15 Euro fällig. Auch das Parken auf Geh- und Radwegen verteuert sich deutlich: Anstelle von derzeit maximal 20 Euro werden jetzt 55 Euro, bei Behin­derung 70 Euro und ein Punkt in Flens­burg fällig. Wer dabei nicht mitmacht, eine Rettungs­gasse zu bilden, zahlt 200 Euro, bekommt zwei Punkte in Flens­burg und einen Monat Fahr­verbot. Das Durch­fahren der Rettungs­gasse kostet mindesten 240 Euro, zwei Punkte und ebenfalls einen Monat Fahr­verbot.

Cars­haring

Neben dem Radverkehr will die Bundes­regierung auch die Nutzung von Cars­haring-Fahr­zeugen voran­treiben. Einge­führt wird ein neues Sinn­bild „Cars­haring“. Dort, wo es angebracht ist, dürfen Cars­haring-Fahr­zeuge bevor­rechtigt parken. Außerdem werden die Fahr­zeuge mit einer Plakette gekenn­zeichnet. Diese Änderungen der StVO setzen das Cars­haring-Gesetz um.

Posing und Blitzer-App

Das Verursachen von unnötigem Lärm, vermeid­bare Abgasbelästigung sowie unnützes Hin- und Herfahren – das sogenannte Auto-Posing – kann mit Geldbußen von bis zu 100 statt bisher 20 Euro geahndet werden. Die StVO-Novelle schreibt jetzt auch fest, dass Blitzer-Apps auf Smartphones oder in Navigations­geräten während der Fahrt verboten sind.

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