Neue Quellen­steuer in Frank­reich Meldung

Zum Jahres­anfang 2018 hat Frank­reich seine Quellen­steuer auf Dividenden von bisher 30 Prozent auf 12,8 Prozent gesenkt. Das klingt gut, doch französische Dividenden­titel sind damit für deutsche Anleger noch unattraktiver geworden. test.de erklärt, warum.

Hintergrund

Trotz der Steuersenkung gilt weiter: Liegen französische Aktien im Depot eines Privat­anlegers bei einer inländischen Bank, zieht diese meist wie bisher den Quellen­steu­ersatz von 30 Prozent ein. Der Grund: Der Steu­ersatz von 12,8 Prozent gilt nur für Nicht-Franzosen. Wert­papier­lager­stellen wie Clear­stream wissen aber nicht, in welchem Land der Anleger steuer­pflichtig ist. Daher ziehen sie weiter 30 Prozent ab. Davon werden seit 1. Juli 2018 jedoch nur noch 12,8 und nicht mehr 15 Prozent auf die deutsche Abgeltung­steuer von 25 Prozent ange­rechnet.

Folgen

Künftig müssen Anleger also statt bisher 15 die über­steigenden 17,2 Prozent in Frank­reich zurück­holen. Das Haupt­problem: Das Erstattungs­verfahren ist kompliziert und außerdem zum Teil für Anleger so teuer, dass es sich nur bei großen Wert­papier­positionen über­haupt rechnet (Special Quellensteuer auf ausländische Aktien, Finanztest 8/2018). Abhilfe von diesem Dilemma kann derzeit nur ein Antrag auf Voraber­mäßigung schaffen. Dabei wird den französischen Behörden vor der Dividenden­auszahlung bescheinigt, dass ein in Deutsch­land ansässiger Investor die Dividende erhält und die Aktien im Inland verwahrt werden. Doch diesen Weg bieten sehr viele deutsche Depot­banken gar nicht an. Das Verfahren ist ihnen zu aufwendig.

Mehr Arbeit

Ein weiteres Problem: Da der auf die deutsche Abgeltung­steuer anrechen­bare Quellen­steu­ersatz erst zum 1. Juli von 15 auf 12,8 Prozent gesenkt wurde, haben die Banken den Anlegern in der ersten Jahres­hälfte zu viel Quellen­steuer ange­rechnet. Sie sind aber nicht dazu verpflichtet, die Abrechnung nach­träglich zu korrigieren. Privat­anleger müssen den im ersten Halb­jahr zu viel ange­rechneten Anteil der französischer Quellen­steuer daher nun über ihre Steuererklärung nach­versteuern.

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