Mit einer neuen Kontaktlinse sollen Kurzsichtige über Nacht wieder gut sehen können – verspricht die Firma MPG&E. Sie hat „Dream-lens“ auf den Markt gebracht, fachlich OK-Linse genannt: O wie Orthokeratoloorthogie = zeitlich begrenzte Korrektur, K wie keratologische Kontaktlinsen. Die harte Kontaktlinse, in der Mitte extrem flach, wird vorm Schlafengehen eingesetzt und „plättet“ über Nacht die Hornhaut, korrigiert vorübergehend ihre Brechkraft. Die Korrektur ist nach etwa drei bis zwölf Nächten erreicht, hält für etwa 16 Stunden. Am Tage ist das Sehen ohne Sehhilfe gut, nachts wird die Linse wieder aufgesetzt.

OK-Linsen sind geeignet für Menschen, die bis –4,5 Dioptrien kurzsichtig sind, keine oder nur eine geringe Hornhautverkrümmung haben (bis –1,5 Dioptrien). „Nur gesunde Augen können so behandelt werden. Unverzichtbar ist vor der Anpassung ein Augencheck bei einem spezialisierten Augenarzt“, so Dr. Gudrun Bischoff, Vorsitzende der Deutschen Augenärztlichen Kontaktlinsen Gesellschaft. „Wenn man vorsichtig ist, kann man es in wenigen Fällen mit den neuen Linsen versuchen“, lautet das Fazit von Dr. Gerald Böhme, Leiter des Arbeitskreises Kontaktlinsen im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands. „Es gibt aber zu den OK-Linsen bislang noch keine Studie, die den wissenschaftlichen Kriterien entspricht.“ Böhme weist auf das Risiko von Schäden an der Hornhaut hin.

Positiv: Das Material der neuen OK-Linsen ist hoch sauerstoffdurchlässig. Gudrun Bischoff: „Die Reaktion des Auges auf diese ,Bandage´ ist aber unterschiedlich. Unverzichtbar ist die engmaschige augenärztliche Kontrolle, anfangs sogar täglich bis wöchentlich.“ Der Augenarzt kann die Linsen erst nach einem speziellen Kurs beziehen. Zwei individuell angepasste Linsen kosten im speziellen Miet- und Servicepaket mit monatlichen Kontrollen, Pflegemitteln, Ersatzlinsen etc. im ersten Jahr etwa 50 bis 80 Euro pro Monat.

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