Neue Kenn­zeichen für Mofas und E-Bikes Meldung

Am 1. März verlieren die blauen Kenn­zeichen von Mofas, Mopeds, Elektrofahr­rädern und anderen motorisierten Kleinfahr­zeugen ihre Gültig­keit. Wer das Schild nicht wechselt, fährt illegal und hat keinen Versicherungs­schutz. Das neue, grüne Kenn­zeichen gilt für ein Jahr. test.de erklärt im Detail, welche Rege­lungen gelten.

Versicherungs­kenn­zeichen gesetzlich vorgeschrieben

Fast alle Halter von Fahr­zeugen, deren Höchst­geschwindig­keit 6 km/h über­steigt, sind gesetzlich dazu verpflichtet eine Haft­pflicht­versicherung abzu­schließen. Wer ohne gesetzlich vorgeschriebenen Schutz fährt, muss mit einer saftigen Geld­strafe oder gar mit einer Frei­heits­strafe von bis zu einem Jahr rechnen. Anders als Auto­besitzer müssen Halter von Klein­kraft­rädern ihr Fahr­zeug zwar nicht bei einer Zulassungs­stelle anmelden – damit sie auf öffent­lichen Straßen fahren dürfen, brauchen sie aber ein Versicherungs­kenn­zeichen. Dieses gibt darüber Auskunft, dass das Fahr­zeug eine Haft­pflicht­versicherung hat. Ein wichtiger Schutz, denn laut dem Gesamt­verband der Deutschen Versicherungs­wirt­schaft (GDV) haben die etwa 1,7 Millionen Fahr­zeuge im Jahr 2014 rund 23 000 Haft­pflicht­schadens­fälle mit Gesamt­kosten von etwa 60 Millionen Euro verursacht.

Stichtag ist immer der 1. März

Der Schutz muss jähr­lich erneuert werden und gilt immer ab dem 1. März bis zum letzten Tag im Februar. Wer sich mitten im Versicherungs­jahr ein Kenn­zeichen besorgt hat, muss es trotzdem zum 1. März erneuern. Damit die Änderung gut sicht­bar ist, wechselt die Farbe der Kenn­zeichen jähr­lich zwischen Schwarz, Blau und Grün. Dieses Jahr müssen alle blauen Nummern­schilder gegen grüne ausgetauscht werden.

Für welche Fahr­zeuge brauche ich dieses Kenn­zeichen?

  • Mofas, Mopeds, Roller und andere Klein­kraft­räder, die maximal einen Hubraum von 50 Kubikzenti­meter haben und eine Höchst­geschwindig­keit von maximal 45 km/h
  • Mofas und Mopeds aus DDR-Produktion, die vor dem 1.3.1992 schon versichert waren und eine maximale Höchst­geschwindig­keit von 60 km/h aufweisen
  • Elektrofahr­räder und Pedelecs, die entweder eine tret­unabhängige Motor­unterstüt­zung von 6 bis maximal 45 km/h aufweisen oder eine Tret­unterstüt­zung ab 25 km/h (Details siehe weiter unten)
  • Mobilitäts­hilfen wie Segways, die einen elektrischen Antrieb haben und eine Höchst­geschwindig­keit von bis zu 20 km/h
  • Quads und Trikes, die einen Hubraum von maximal 50 Kubikzenti­meter und eine Höchst­geschwindig­keit von maximal 45 km/h haben
  • E-Roller mit Betriebs­erlaubnis, die eine Höchst­geschwindig­keit von maximal 45 km/h haben
  • Motorisierte Krankenfahrs­tühle

Kenn­zeichen beschaffen ...

Das Kenn­zeichen gibt es bundes­weit direkt beim Versicherer. Bei manchen Versicherungen kann das Kenn­zeichen auch online beantragt werden.

... und korrekt anbringen

Wie das Kenn­zeichen korrekt anzubringen ist, steht in Paragraf 27 der Fahr­zeug-Zulassungs­ver­ordnung:

  • Es muss reflektierend sein und fest an der Rück­seite des Fahr­zeugs befestigt werden, nach Möglich­keit unter der Schluss­leuchte.
  • Das Kenn­zeichen darf bis zu einem Winkel von 30 Grad in Fahrt­richtung geneigt sein und der untere Rand muss mindestens 200 mm über der Fahr­bahn liegen.
  • Es muss außerdem auf eine Entfernung von mindestens 15 Metern aus einem 45-Grad-Winkel von beiden Seiten des Fahr­zeugs aus lesbar sein.

Pedelecs 25

Im öffent­lichen Straßenverkehr sind Elektrofahr­räder und Pedelecs keine Seltenheit mehr. Gerade ältere Menschen nutzen die Räder, um trotz nach­lassender Fitness noch beweglich zu bleiben. Doch Vorsicht: Im Verkehrs­recht sind nur bestimmte Elektrofahr­räder dem klassischen Fahr­rad gleich­gestellt. Sie brauchen keinen extra Versicherungs­schutz und sind meist über die Privathaft­pflicht abge­sichert. Zu dieser Gruppe gehören die Pedelecs 25. Bei ihnen erfolgt die Unterstüt­zung von einem Elektromotor mit maximal 250 Watt nur dann, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Mit steigender Geschwindig­keit nimmt der Antrieb ab und schaltet bei einer Geschwindig­keit von 25 km/h aus. Manche Elektrofahr­räder dieser Gruppe haben zusätzlich eine Anfahr- oder Schiebe­hilfe, die ohne Treten das Fahr­zeug auf eine Geschwindig­keit von bis zu 6 km/h beschleunigt. Auch diese sind dem Fahr­rad verkehrs­recht­lich noch gleich­gestellt und haben keine Versicherungs­pflicht.

Pedelecs 45 und E-Bikes

Elektrofahr­räder, die die genannten Bedingungen nicht erfüllen und schneller sind oder mehr Leistung haben, brauchen ein Versicherungs­kenn­zeichen. Zu dieser Gruppe gehören die sogenannten Pedelecs 45, bei denen der Motor die Unterstüt­zung beim Treten erst bei einer Geschwindig­keit von 45 Kilo­meter pro Stunde einstellt. Ebenso gehören E-Bikes im engeren Sinne dazu, bei denen der Motor das Rad bis zu einer Höchst­geschwindig­keit von 20 Stundenkilo­meter beschleunigt, auch ohne dass der Fahrer treten muss. Für Halter von Pedelecs 45 und E-Bikes im engeren Sinne ist das Versicherungs­kenn­zeichen Pflicht.

Tipp: Die Stiftung Warentest testet regel­mäßig Pedelecs. Zum aktuellen Test von Elektrofahrrädern.

Weitere Informationen rund um das Thema E-Bikes erhalten Sie in unseren FAQ E-Bike.

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