Möglich­keit 1: Alten Riester-Vertrag plündern: So klappt die Entnahme des Riester-Geldes fürs Eigenheim

Riester-Sparer können ab 2014 ihr Guthaben aus einem beliebigen Riester-Vertrag für den Bau oder Kauf einer selbst­genutzten Immobilie, für deren Entschuldung oder einen alters­gerechten Umbau nutzen. Das geht nicht ohne Formalitäten: Sie müssen die Entnahme bei der Zentralen Zulagen­stelle für Alters­vermögen (ZfA) beantragen und den Anbieter informieren.

Fristen beachten

Welche Fristen für eine Entnahme gelten, zeigt ein Blick in den Riester-Vertrag. In den meisten steht, dass eine Auszahlung fürs Eigenheim nur zum Ende eines Quartals möglich ist. Mindestens drei Monate vorher muss der Kunde seine Absicht der Bank oder dem Versicherer mitteilen. Kündigt der Sparer die Entnahme zum Beispiel im Januar an, kann er die Auszahlung erst zum 30. Juni verlangen.

Kredit­vertrag prüfen

Wer sein Riester-Vermögen für die Entschuldung einsetzen will, sollte zuerst prüfen, ob und wann sein Kredit­vertrag eine zusätzliche Tilgung erlaubt. Zum Ende der Zins­bindung ist das immer möglich. Vorher sind Sondertilgungen oft nur begrenzt, nur zu bestimmten Zeit­punkten oder gar nicht erlaubt.

Antrag früh stellen

Um Warte­zeiten zu vermeiden, sollten Riester-Sparer den Antrag auf Entnahme möglichst früh bei der ZfA stellen. Ohne Bescheid der Behörde darf der Anbieter das Geld nicht auszahlen. Bis zum Bescheid vergehen derzeit im Schnitt zwei Monate. Falls die Zahl der Anträge nach dem Jahres­wechsel stark steigt, könnte es länger dauern.

Je nach Verwendung verlangt die Behörde meist folgende Unterlagen:

Bau oder Kauf einer Immobilie:

  • Erklärung, dass es sich bei der Wohnung um die Haupt­wohnung oder den Lebens­mittel­punkt handeln wird.
  • Absichts­erklärung zum Bau oder Kauf einer bestimmten Wohnung. Falls schon vorhanden: Kauf­vertrag oder Kauf­vorvertrag, bei Neubauten Bauvertrag, Bauvorvertrag oder Kosten­vor­anschlag des Architekten.
  • Grund­buch­auszug (Nach­weis des Eigentums­anteils), sobald möglich.
  • Belege zu bisherigen Ausgaben für den Bau oder Kauf.

Entschuldung:

  • Aktuelle Melde­bescheinigung.
  • Darlehens­vertrag.
  • Nach­weis, dass eine Tilgung in der geplanten Höhe möglich ist (soweit nicht schon aus dem Darlehens­vertrag ersicht­lich).
  • Grund­buch­auszug (Nach­weis des Eigentums­anteils).

Alters­gerechter Umbau:

  • Aktuelle Melde­bescheinigung.
  • Nach­weis der Umbau­kosten oder Kosten­vor­anschlag.
  • Nach­weis über den Zeit­punkt der Anschaffung/Herstellung der Wohnung.
  • Erklärung, dass weder der Antrag­steller noch ein Mitnutzer der Wohnung für die Umbau­kosten Zuschüsse (etwa der Krankenkasse) oder Steuer­vorteile für haus­halts­nahe Dienst­leistungen, Hand­werk­erleistungen oder außergewöhnliche Belastungen beantragt hat und beantragen wird.
  • Bestätigung der zweck­gerechten Verwendung durch einen Sach­verständigen (Architekt, Bauingenieur).

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